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Statement

Katrin List, Ruhr-Universität Bochum

„Studentinnen sind aufgrund ihres Alters überdurchschnittlich durch sexuelle Belästigung, Stalking und sexuelle Gewalt betroffen und erleben solche Übergriffe ebenfalls an ihrer Hochschule. Da Furcht vor Viktimisierung einerseits und tatsächlich erlebte Gewalt andererseits Auswirkungen auf das Studium in Form von Vermeidungs-strategien (kein Besuch von Studienveranstaltungen nach Einbruch der Dunkelheit oder an abgelegenen Orten) oder Verschlechterung/ Verzögerung der Studienleistungen haben können, sind Hochschulen gefragt, sowohl zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls als auch bei der Unterstützung betroffener Studentinnen geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört neben einer eindeutig kommunizierten und im Bedarfsfall vollzogenen „Null-Toleranz“-Politik gegen sexualisierte Übergriffe auch die Sensibilisierung und Qualifizierung von Beratungspersonal und die Vernetzung der Hilfeanlaufstellen in und außerhalb der Hochschule mit denen der Stadt und der Region.“

Gender-based Violence, Stalking and Fear of Crime

Ergebnisse der EU-Studie und der ergänzenden Oldenburger Untersuchung

In einem dreijährigen, von der EU geförderten Forschungsprojekt, wurden rund 22.000 Studentinnen an 33 europäischen Hochschulen in fünf Ländern befragt. In Deutschland beteiligten sich 16 Hochschulen, darunter auch die Universität Oldenburg. Die Koordination der Gesamtstudie lag bei der Ruhr-Universität Bochum.

Die fünf beteiligten EU-Länder zeigen in den Ergebnissen viele Gemeinsamkeiten, was das Ausmaß oder die Umstände sexualisierter Gewaltbetroffenheit betrifft. Studentinnen erfahren aufgrund ihres Alters überdurchschnittlich häufig sexuelle Belästigung, Stalking und sexuelle Gewalt und erleben solche Übergriffe auch an der Hochschule. Auffällig ist, dass die Orte, die bei Studentinnen besondere Furcht auslösen (Tiefgarage, Parkplätze, Treppenhaus, Campus im Dunkeln), in der Regel nicht die wirklichen Tatorte sind. Dies sind eher Außenanlagen, Hörsaal/Seminarraum, Mensa/Cafeteria.

Im europäischen Vergleich ergab sich insbesondere folgender Hauptunterschied: In dem stark geschlossenen „community life“ an britischen Colleges ist die Zahl der übergriffigen Kommilitonen/innen, aber auch die Anzeigebereitschaft höher.

Die komplette EU-Studie finden Sie unter: www.gendercrime.eu

Oldenburger Untersuchung

In Ergänzung zur Befragung der Studentinnen wurden an der Universität Oldenburg, unabhängig von der EU-Studie, auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt, um einen umfassenden Gesamteindruck zu erhalten.
Die Ergebnisse der Oldenburger Untersuchung finden Sie unter "Zusammenfassung der Ergebnisse".

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an
contakt-bera47xbmtungckjsstelle@uol.deld+w

Auswirkungen sexueller Belästigung, Stalking und sexueller Gewalt

Untersuchungen des DGB und anderer Institutionen gehen davon aus, dass durch sexuelle Belästigung, Stalking und Mobbing sehr hohe betriebswirtschaftliche Folgekosten entstehen. Allein im Bereich der Mobbingproblematik wird von bundesweiten Gesamtkosten in Höhe von 40-60 Milliarden Euro jährlich ausgegangen. Die EU-Studie und die Oldenburger Untersuchungen zeigen deutlich, sexuelle Belästigung, Stalking und sexuelle Gewalt haben psychische und physische Auswirkungen für die Betroffenen, die zu einer Beeinträchtigung der Studier- und Arbeitsfähigkeit führen können.

Bei Studierenden können folgende Störungen der Studierfähigkeit auftreten:

  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • verlängerte Studienzeiten durch Fehlzeiten und erhöhter Krankenstand
  • Beurlaubung/Exmatrikulation

Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können folgende Beeinträchtigungen auftreten:

  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Fehlzeiten und erhöhter Krankenstand
  • Minderung der Effektivität/Verschlechterung des Arbeitsklimas z.B. durch Reibungsverluste im Team
  • bei Umsetzung: erneute Einarbeitungszeit
  • Fluktuation/Kündigung

Für die Universität bedeutet das:

  • bei Exmatrikulation: Verlust der Studierenden
  • bei Fluktuation/Kündigung: Verlust der Arbeitskraft und des Know how
  • betriebswirtschaftliche Folgekosten durch Krankheit, erneute Einarbeitungszeit etc.
  • Reputationsverlust nach innen und nach außen

Handlungsempfehlungen

Die Handlungsempfehlungen richten sich insbesondere an die Hochschulleitung sowie an Führungskräfte/Vorgesetzte. Aber auch Studierende und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter sind hier die Adressaten, da sie  wesentlich dazu beitragen können, ein Studier- und Arbeitsklima zu schaffen, das diskriminierungsfrei und Integrität schützend geprägt ist.

  • Weiterbildungsangebote für Führungskräfte/ Vorgesetzte, die über Fürsorgepflicht, Handlungsoptionen und gesetzliche Grundlagen informieren.
  • Weiterbildungsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Sensibilisierung und Information über rechtliche Grundlagen und Unterstützungsmöglichkeiten.
  • Thematische Seminare bzw. Integration des Themas in Lehrveranstaltungen für Studierende zur Sensibilisierung und Information.
  • Konsequente Sanktionierung unter Ausschöpfung der Rechtsmittel gegenüber Tätern und Täterinnen.
  • Regelmäßige Überprüfung von Gefahrenquellen an den Standorten der Universität durch Sicherheitsexperten in den Außenanlagen und Gebäuden.
  • Niedrigschwellige Angebote zur Beratung und Unterstützung von Betroffenen und Personen, die aufgrund ihrer Vorgesetztenfunktion oder weil sie Zeugin/Zeuge eines Vorfalls wurden, Gesprächs- und Informationsbedarf haben.
  • Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit zur Schaffung eines Problembewusstseins und zur Enttabuisierung des Themas.
  • Darüber hinaus zeigen die Kommentare von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass aggressive, verletzende und herabwürdigende Äußerungen durch Vorgesetzte, unabhängig von sexueller Diskriminierung, Schulungen hinsichtlich verantwortungsvollem Führungsverhalten erforderlich machen.

Ergebnisse Deutschland

Gender-based Violence, Stalking and Fear of Crime

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Bild

We43xgvbmasterdcd (christphfi3inakg.osvkzswald@uol.dex/e) (Stand: 01.04.2020)