Forschungscluster Futures of Care in Bildung

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Forschungscluster Futures of Care in Bildung

Forschungscluster Futures of Care in Bildung

Care (dt. Sorge) ist ein Schlüsselbegriff gegenwärtiger gesellschaftlicher Diskurse. Angesichts gesellschaftlicher Transformationen und multipler Krisenerfahrungen rücken Care-Praktiken und -Diskurse erneut in den Fokus – insbesondere als Antwort auf individuelle und gesellschaftliche Angewiesenheit sowie Verletzlichkeit. Während Care in philosophischen, sozialpädagogischen, pflegewissenschaftlichen und queer-feministischen Zusammenhängen bereits breit verhandelt wurde, steckt die schulpädagogische und erziehungswissenschaftliche Forschung dazu noch in den Anfängen.

Die Kernidee des Forschungsclusters „Futures of Care in Bildung“ der Universitäten Bremen und Oldenburg besteht darin, kulturtheoretisch fundierte Perspektiven auf Care-Praktiken in schulischen Bildungsräumen sowie auf die Professionalisierung schulischer Akteur*innen zu entwickeln. Care verweist dabei nicht nur auf die Verteilung von Care-Arbeit, sondern auf Sorge als Grundstruktur menschlichen Zusammenlebens. Damit rücken Care-Praktiken als theoretische und empirische Kategorien in den Fokus, insbesondere hinsichtlich ihrer materiellen Bedingungen, ihrer diskursiven und praktischen Vollzüge sowie ihrer Subjektivierungseffekte.

Im Forschungscluster untersuchen wir Care als Format und Medium zukunftsgewandter, pädagogischer Professionalität. Aus einer kulturtheoretisch und genealogisch informierten Perspektive nehmen wir Care-Verhältnisse in schulischen Bildungsräumen in den Blick. Der Begriff Care wird dabei praxeologisch bestimmt und als politisch relevante pädagogische Handlungsweise unter institutionellen Bedingungen verstanden.

Im Mittelpunkt des Clusters stehen drei Schwerpunkte:
 (a) Relationalität: Sorgeverhältnisse sind reziprok, aber nicht symmetrisch. Analytisch zentral ist das „Dritte“ der Sorgerelation – die Lernkulturen – in Orientierung an inklusiven und diskriminierungskritischen Perspektivierungen schulischer Bildungsräume sowie an einer Reflexion pädagogischer Praktiken.
 (b) Geschichtlichkeit: Mit Perspektiven der Curriculum Studies wird der Diskurs in den Blick genommen und untersucht, wie Care-Verhältnisse curricular hervorgebracht und institutionalisiert werden.
 (c) Materialität: Care materialisiert sich in Artefakten, Architekturen, Räumen und Medienkulturen. Relevant sind dabei Fragen der Auswahl, Zuständigkeit und Gestaltung materieller Umwelten.

Care wird kulturtheoretisch als relationales und sozio-materielles Gefüge aus Diskursen und Praktiken verstanden, das die Eigenlogiken von Schule und Unterricht sowie Subjektivierungs- und Adressierungsprozesse innerhalb von schulischen Lernkulturen beeinflusst. Relevante Diskurslinien sind allgemeinpädagogische, relationale, differenzreflexive und inklusive Perspektiven. Ein roter Faden, der die drei Schwerpunkte sowie neo-institutionelles, zukünftiges Lernen miteinander verbindet, ist die Fokussierung auf intersektionale Ungleichheiten. Auf der Grundlage des analytischen Rahmens der Critical Diversity Literacy (CDL) rückt das Projekt Bildungsansätze in den Vordergrund, die macht- und diskriminierungskritisch sowie migrationsgesellschaftlich ausgerichtet sind. Ziel des Forschungsclusters ist ein geschärfter care-pädagogischer Blick auf Wissensordnungen in schulischen Bildungsräumen, insbesondere auf ihre Relationalität, curriculare Geformtheit und materielle Beschaffenheit.

Kontakt

Weitere interessierte Kolleg*innen möchten wir bitten, mit folgenden Personen Kontakt aufzunehmen:

 

(Stand: 16.04.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p118356
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