Intersektionale Sensibilität

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Intersektionale Sensibilität

Forschungscluster Intersektionale Sensibilität

Intersektionalität geht davon aus, dass historisch gewachsene Diskriminierungsformen Machtstrukturen, Subjektivierungsprozesse und soziale Ungleichheiten in ihren Interdependenzen analysiert werden müssen. Intersektionalitätsforschung entwickelt sich seit der Jahrtausendwende vor allem in außerschulischen Feldern. Sie hat inzwischen Einfluss auf verschiedene Disziplinen wie die Bildungswissenschaften, die Sonderpädagogik oder die Interkulturelle Erziehungswissenschaft und inspiriert auch verschiedene Fachdisziplinen.

Über die Methoden und die genaue Ausgestaltung des Forschungsfeldes gibt es viele Kontroversen. Konsens besteht jedoch in der Auffassung, dass nur durch komplexe intersektionale Mehrebenen-Analysen soziale Praxen in modernen Gesellschaften angemessen kritisch analysiert werden können. Das kritische Potential liegt darin, dass durch die gleichzeitige Untersuchung mehrerer Analysekategorien Herkunft und Wirksamkeit sozialer Praxen offengelegt und zugleich auch mögliche Transformationen erforscht werden können.

Unter Sensibilität verstehen wir eine Haltung und Handlung, die empfindsame Aufnahmebereitschaft für lebensweltbezogene Herausforderungen und entsprechendes antwortendes Verhalten zeigt. Diese Haltung zeichnet sich u.a. durch die angemessene Wahrnehmung von Situationen, Verstehen von Menschen und Kontexten, Gespür für Atmosphären sowie durch die Anerkennung des Anderen und seiner biographischen Erfahrungen aus.

Ziel der Forschung im Bereich Intersektionale Sensibilität ist die Förderung eines sensiblen wie kritischen Blicks für intersektionale Herausforderungen und für mögliche produktive Ansatzpunkte für Veränderungen. In der Lehrer*innenbildung betrifft dies Ausdrucksformen und -möglichkeiten in Bezug auf Medien, Lehrmittel und didaktische Aushandlungsprozesse.

Im Mittelpunkt des Clusters stehen Forschungen zum Arrangement unterschiedlicher Lehr-Lernkonzepte in der Sonderpädagogik, Musikpädagogik und Philosophiedidaktik, ausgerichtet an theoretisch-konzeptionellen, empirischen und forschungsmethodologischen Fragestellungen. Darüber hinaus werden Wirkzusammenhänge von Lehr-Lernprozessen in den drei Feldern kritisch analysiert; didaktische Modelle, Methoden und Interventionen mit dem Ziel einer kritisch-reflexiven Professionalität werden erarbeitet und evaluiert. Das theoretische Fundament soll über die Bearbeitung der folgenden übergeordneten Fragen weiterentwickelt werden:

  1. Inwiefern kann Intersektionale Sensibilität ein Bildungsziel im Kontext von Schule sein?
  2. Was sind die Bedingungen für die Entwicklung von Intersektionaler Sensibilität auf der Struktur- und der Interaktionsebene?
(Stand: 12.05.2023)  |