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EINBLICKE Nr. 46 Herbst 2007


Gedenkjahre und damit Jahre des Erinnerns an wichtige historische Ereignisse oder bedeutende Persönlichkeiten der Künste, der Politik und der Wissenschaften kennen wir seit langer Zeit. In der jüngeren Vergangenheit hat sich eine „Erfindung“ dazu gesellt, die die FAZ salopp „Fokus-Jahre“ nennt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bedient sich seit 2000 dieses Instruments, das die Aufmerksamkeit auf einen für die Gesellschaft wichtigen Themenkomplex konzentrieren will. 2007 hat es zum „Jahr der Geisteswissenschaften“ erklärt und dafür besondere Förderprogramme geschaffen. „Na, endlich“, wird da mancher gedacht haben. Denn die sieben Jahre davor waren allein natur- und ingenieurwissenschaftlichen Themen gewidmet. Das aber ist kein Wunder. Das Hauptgewicht wird auch weiterhin in diesem Bereich liegen. In einer Zeit, in der naturwissenschaftliche Erkenntnisse und technische Erfindungen in einem rasenden Tempo die Welt von gestern umkrempeln und den Wettbewerb um die Behauptung am globalen Markt in eine andere Dimension treten lassen, erscheint die besondere Förderung dieser Bereiche unabdingbar.

Wohin aber würde diese Gesellschaft treiben, wenn sie nicht ihre Entwicklung und die Veränderung ihrer Werte reflektierte, nicht Brücken baute zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nicht untersuchte, wie Kunst, Musik, Theater und Film unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit gestalten, und – das nicht zuletzt – darauf verzichtete, über soziale Gegensätze und gesellschaftliche Veränderungen nachzudenken? Eine Gesellschaft als sinnentleerte Produktions- und Konsummaschine würde ganz sicher und bestimmt auch relativ schnell ihren Bedeutungsverlust herbeiführen. Insofern liegt es ganz im Interesse der Allgemeinheit, die Geisteswissenschaften in den Fokus zu nehmen und ihre Bedeutung für die wichtigen Fragestellungen der Zukunft herauszustellen.

An der Universität Oldenburg formieren sich die Geisteswissenschaften im Rahmen eines Generationswechsels gerade neu. Wie bei den Naturwissenschaften, die diesen Prozess nahezu abgeschlossen haben, geht es um Schwerpunktbildung – um abgesteckte, interdisziplinär zu erforschende Felder, die die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen in einer neuen Qualität ermöglichen. Das „Jahr der Geisteswissenschaften“ kommt da gerade rechtzeitig. Und auch die EINBLICKE-Redaktion hat sich darauf eingestellt: Elf von zwölf Beiträgen, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden, gehören in diesen Bereich der Wissenschaft. Viel Vergnügen beim Lesen! 

Gerhard Harms

Presse & tfnwKommunikationq63q (presse@uo4zl.70chdemhf) (Stand: 07.11.2019)