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EINBLICKE Nr. 45 Frühjahr 2007


im Februar 2007 hat die DFG-Forschergruppe „BioGeoChemie des Watts“ unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Rullkötter ein zweites Plazet der Deutschen Forschungsgemeinschaft für eine Verlängerung des großen interdisziplinären Projektes bekommen. Das ist insbesondere im naturwissenschaftlichen Bereich ungewöhnlich und Ausdruck für die besondere Qualität der Arbeit der ForscherInnen des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) und der mit ihnen kooperierenden Arbeitsgruppen außerhalb der Universität Oldenburg.

In den kommenden beiden Jahren werden sich die Watt-Forschungen vor allem auf die mikrobiellen und geochemischen Prozesse in den Porenräumen der Sandbank Janssand bei Spiekeroog konzentrieren. Im Mittelpunkt stehen Bakterien, die dafür sorgen, dass das Meerwasser nicht mit Sauerstoff zehrenden Stoffen überlastet wird, was zu einem „Umkippen“ des Watts führen könnte. Der Mechanismus: Zweimal täglich leitet der Druck der auflaufenden Flut das Meerwasser mit den darin enthaltenen Überresten abgestorbener Planktonorganismen tief in die Porenräume hinein. In diesem „Klärwerk“ des Watts befinden sich Heerscharen von hungrigen Bakterien, die das Meerwasser reinigen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschungsarbeiten wird die mathematische Modellierung von Prozessen im Watt wie Strömung, Sedimenttransport, Nährstoffverteilung und biologische Umsetzung sein. Die Ergebnisse dieser Rechnungen tragen wesentlich zum Verständnis des gesamten Wattsystems bei und ermöglichen einen Blick in die Zukunft, um Veränderungen in Zeiten der Klimaerwärmung und eines steigenden Meeresspiegels abschätzen zu können.

Ihre Untersuchungsdaten verdanken die ForscherInnen vor allen Dingen dem etwa 40 Meter langen Messpfahl im Wattfahrwasser nahe der Südwestspitze der Insel Spiekeroog, von dem die oberen 13 Meter aus dem Wasser ragen. Er stellt ein weltweit einzigartiges Instrument für die Wattforschung dar, da er auch bei stärksten Winterstürmen Strömungen messen und den Austausch von Sedimentmaterial zwischen Watt und offener Nordsee registrieren kann.

Die über 100 WissenschaftlerInnen und MitarbeitInnen des ICBM werden im Sommer das 20-jährige Jubiläum ihres Instituts feiern. Sie haben viel Anlass dazu, und auch ihre Gründer werden mit Stolz darauf blicken, wozu sie damals den Anstoß gaben.

Gerhard Harms

Prndessemfdpp &zvr Komjz8mune0nikationfq (prti9gesse@d/uol.23pzudeemo) (Stand: 07.11.2019)