Warum werden Schmerzen von Frauen häufiger als „emotional“ interpretiert? Weshalb erhalten Männer schneller invasive Diagnostik, während Frauen eher Beruhigungsmittel verschrieben bekommen? Welche Rolle spielen Geschlechternormen, Stereotype und implizite Vorurteile im klinischen Alltag? Und wie wirken sich diese Mechanismen auf Diagnostik, chronische Schmerzverläufe, Therapieadhärenz und Versorgungsungleichheiten aus? Zu diesem Thema hielt unsere Mitarbeiterin Stefanie Beinert am vergangenen Mittwoch, am 28.01.2026 einen Vortrag vor rund 160 Personen.
In ihrem Vortrag beleuchtete sie Schmerz aus einer geschlechter- und diversitätssensiblen Perspektive und zeigte, wie strukturelle Vorannahmen und Bias („prejudice“) die Wahrnehmung, Bewertung und Behandlung von Schmerz systematisch prägen. Ihr Ziel war es, Bewusstsein für Gender Bias in der Schmerzmedizin zu schaffen, zentrale Mechanismen einzuordnen und Ansatzpunkte für eine gerechtere, evidenzbasierte und patient*innenzentrierte Schmerzversorgung aufzuzeigen.
Geschlechtersensible Medizin ist für eine moderne und inklusive Medizin unumgänglich und dennoch wird sie leider kaum gelehrt. Deswegen haben die kritischen Mediziner*innen Oldenburgs @kritmeds.ol die Initiative ergriffen, um genau für diese Themen eine Plattform zu schaffen.