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  • Nächstes Meeting: Jour Fixe 10.06.2022
  • Nächste Feld-Kampagne 21.06-23.06.2022 (Direct Push)

Kontakt (Sprecherin)

Prof. Dr. Gudrun Massmann
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Finanzierung und Laufzeit

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Laufzeit (1. Phase): 01.04.2021 -31.03.2025

Kurzinfo

Kurzinfo

Worum geht es?

Im Untergrund von Stränden spielen sich vielfältige chemische, geologische und mikrobiologische Prozesse ab, über die bislang wenig bekannt ist. Diese dynamische Unterwelt, in der sich Salz- und Süßwasser vermischen und die in der Fachsprache „subterranes Ästuar“ heißt, steht im Mittelpunkt der Forschungsgruppe DynaDeep („The Dynamic Deep Subsurface of HighEnergy Beaches“). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben über vier Jahre mit bis zu fünf Millionen Euro.

Es wird vermutet, dass subterrane Ästuare eine wichtige Rolle für die Nährstoffflüsse vom Land ins Meer spielen und die dynamischen Mischungsprozesse im Untergrund – wie hier am Strand von Spiekeroog – diese stark verändern können. Ein besseres Verständnis der unterirdischen Prozesse in Küstenregionen trägt also dazu bei, den Schutz unserer einzigartigen Küstenökosysteme voranzutreiben.

Die Forscher*innen in DynaDeep erhoffen sich unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie stark verändert sich der Strand durch einzelne Tiden oder Sturmfluten?
  • Welche Rolle spielen Strände für die Austräge von Nährstoffen in die Küstengewässer?
  • Welche Mikroorganismen leben im Strand in größeren Tiefen und mit welchen Umweltbedingungen müssen Sie umgehen?
  • Wie stark wird die Süßwasserlinse durch Ereignisse wie Sturmfluten landeinwärts gedrängt?

Welche Untersuchungen sind geplant?

Der Untergrund am Spiekerooger Nordstrand soll entlang einer gedachten Linie vom Dünenfüß bis zur Niedrigwasserliniedurch - dem sogenannten „Untersuchungstransekt” - durch eine Vielzahl interdisziplinärer Untersuchungen genauer erforscht werden. Dabei wird Neuland begangen, denn zeitlich und räumliche hochaufgelöste Unterschungen von hochenergetischen Stränden - so wie hier auf Spiekeroog - gibt es kaum.

  • Grundwasser wird an Messstellen mit Pumpen gewonnen und – teilweise vor Ort, teilweise im Labor - chemisch analysiert. Die Ergebnisse geben Aufschluss über Zusammensetzung des Wassers sowie stattfindende chemische Prozesse. Foto: Stephan Seibert
  • Zusätzlich kommt eine Bohrraupe zum Einsatz, die die Gewinnung von Grundwasserproben in sehr vielen Tiefen ermöglicht – somit ergibt sich ein noch höher aufgelöstes Bild der chemischen Verhältnisse im Untergrund. Foto: Kai Schwalfenberg
  • Geophysikalische Messungen ermöglichen die räumlich hochaufgelöste Vermessung des Untergrundes – es kann rekonstruiert werden, wo sich Süßwasser und Salzwasser befinden und wie der Untergrund geologisch beschaffen ist. Foto: Gudrun Massmann
  • Veränderung der Geländeoberfläche – bedingt durch Wind und Meer – sollen durch Drohnenbefliegungen erfasst werden. Eine Vielzahl von Luftaufnahmen ermöglicht dabei die Erstellung eines dreidimensionalen Modells des Strandes. Foto: Jairo Cueto
  • Strandumlagerungen, Wasserstände, Wellenhöhen und Wetterinformationen werden kontinuierlich von modernen Messsystemen am DynaDeep-Messpfahl erfasst - und geben somit Aufschluss über die Dynamik von Strand und Nordsee. Foto: Jairo Cueto

Warum Spiekeroog?

Für die grüne Insel Spiekeroog als Projektstandort spricht viel. Zum einen sind es die natürlichen Gegebenheiten, die Spiekeroog als sogenannten „Hochenergiestrand” kennzeichnen. Das bedeutet, dass die Energie des Meeres in Form von Wind und Wellen den Strand hier sehr schnell und stark verändert. Wer schon häufiger auf Spiekeroog zu Gast war, hat vielleicht bereits festgestellt, dass sich Relief und Lage des Strandes von Jahr zu Jahr stark verändern können. Das sind ideale Bedingungen, um den Einfluss einer sich ändernden Küste auf die unterirdischen Prozesse in kurzer Zeit zu untersuchen. Zum anderen bietet Spiekeroog eine ausgezeichnete Forschungs-Infrastruktur, die sich schon seit vielen Jahre bewährt hat und die Forschungsarbeiten überhaupt erst ermöglicht.

Unterstützt und ermöglicht wird DynaDeep durch:
 

Wer ist beteiligt?

Das DynaDeep Projekt ist in sechs Teilprojekte untergliedert. Forscher*innen verschiedener Institute führen in den Teilprojekten gemeinsam Felduntersuchungen und experimentelle Arbeiten durch. Die gewonnenen Erkenntnise werden unter anderem in mathematische Modelle integriert, die zu einem besseren Verständnis der Prozesse im Stranduntergrund beitragen. Das DynaDeep-Team setzt sich aus Forscher*innen folgender Forschungseinrichtungen zusammen:

  • Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven
  • Institut für Biologie und Umweltwissenschaften, Universität Oldenburg
  • Institut für Chemie und Biologie des Meeres, Universität Oldenburg
  • Institut für Geowissenschaften, Universität zu Kiel
  • Leibniz-Institut für angewandte Geophysik, Hannover
  • Max Planck Institut für Marine Mikrobiologie, Bremen

Wo finde ich weitere Informationen?

  • Informationen zum DynaDeep-Team und den Projektparter*innen finden Sie hier
  • Informationen zu den Teilprojekten in DynaDeep finden Sie hier
  • Informationen zum „Subterranean estuary observatory” finden Sie hier
  • Informationen zu Aktivitäten in DynaDeep finden Sie hier
  • Informationen zu Veröffentlichungen in DynaDeep finden Sie hier

Sie dürfen uns bei unseren Untersuchungen gerne ansprechen. Wir freuen uns über Fragen und versuchen Ihnen nach Möglichkeit eine Antwort zu geben.

Beachten Sie auch die Ankündigungen im Spiekerooger-Veranstaltungskalender. Unsere Beprobungskampagnen werden in der Regel von einem „Strandspaziergang” begleitet, bei dem ein*e Forscher*in nähere Einblicke in und um die Felduntersuchungen in DynaDeep gibt.

(Stand: 10.06.2022)