Kontakt

Anna Sarah Krämer

COAST - Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung

A05-035 (» Adresse und Lageplan )

+49 441 798-4325  (F&P


FairTrade University

Eine ganzheitliche Betrachtung von Nachhaltigkeit umfasst viele Facetten, so auch die Sicherstellung der Einhaltung von Menschenrechten in globalen Lieferketten und faire Handels- und Herstellungsbedingungen.

Seit Dezember 2021 ist die Universität Oldenburg offiziell als Fairtrade University zertifiziert.

Veranstaltungshinweis

Verleihung der Auszeichnung “Fairtrade-University” am 25. Januar 2022 um 12 Uhr

Endlich ist es soweit: Die Carl von Ossietzky Universität wird FairTrade-University!

Seit dem Start der Bewerbung vor nunmehr fast 5 Jahren ist viel passiert. Wir möchten den Anlass der Verleihung der offiziellen Auszeichnung nutzen, um Ihnen einen Einblick in den Weg der Universität zur FairTrade-University zu geben und zu zeigen, was bisher erreicht werden konnte: Vom Kaffee am Morgen, über das Mensaessen in der Fairen Woche bis zum nachmittäglichen Schokoriegel ist inzwischen Vieles auf dem Campus fairer geworden.

Wie und wo genau die Kriterien zur Förderung des fairen Handels an der Universität inzwischen implementiert werden, welche Akteur*innen am Prozess beteiligt waren und welche weiteren Schritte für die Zukunft geplant sind, erfahren Sie am Dienstag, dem 25. Januar um 12 Uhr bei der feierlichen Verleihung der Auszeichnung “FairTrade-University” an die Universität Oldenburg.

Wir laden Sie herzlich ein mit uns zu feiern und freuen uns Ihnen das Projekt vorzustellen, sowie Ihre Fragen zu beantworten und Ideen und Anmerkungen entgegennehmen zu dürfen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird die feierfeierliche Verleihung der Auszeichnung online über diesen Link stattfinden: https://meeting.uol.de/b/len-mho-9f6-cns

Kriterien

Für dieses Siegel sind die folgenden Kriterien dauerhaft zu erfüllen:

  • Hochschulbeschluss
    Die zentralen Organe (Senat, Rektorat, Studierendenparlament) der Hochschulverwaltung und der Studierendenschaft fassen einen gemeinsamen Beschluss, aus dem hervorgeht, dass sich die Hochschule für die Auszeichnung als Fairtrade-University bewerben möchte.
     
  • Steuerungsgruppe
    An der Hochschule wird eine Steuerungsgruppe gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade- University und darüber hinaus die Aktivitäten rund um den fairen Handel koordiniert. Die Gruppe besteht aus mindestens drei Personen und vereint Vertreter*innen der Studierendenschaft, der Hochschulverwaltung und der gastronomischen Betriebe bzw. der Geschäfte auf dem Campus.
     
  • Produkte bei Veranstaltungen
    Bei offiziellen Veranstaltungen der Hochschule sowie bei Sitzungen der zentralen Organe der Studierendenschaft und der Verwaltung werden mindestens zwei Fairtrade-Produkte angeboten.
     
  • Produkte in Geschäften und Gastronomien
    Produkte aus fairem Handel sind auf dem Campus in Geschäften, Cafeterien und Mensen verfügbar. Die Anzahl richtet sich nach der Anzahl der Studierenden. Bei unseren bis zu 20.000 Studierenden sind das mindestens zehn Verkaufspunkte, darunter je mindestens ein Geschäft, ein Gastronomiebetrieb und ein Kiosk/Automat. Angeboten werden jeweils mindestens zwei Produkte aus fairem Handel.
     
  • Medien und Öffentlichkeitsarbeit
    Auf dem Campus finden mindestens zwei Mal im Semester Veranstaltungen zum fairen Handel statt. Damit das Thema kontinuierlich an der Hochschule präsent ist, sind die Veranstaltungen bzw. Aktionen regelmäßig auf das Jahr zu verteilen und es ist darüber zu berichten.

Mitglieder der Steuerungsgruppe an der Universität Oldenburg

Hintergrundwissen: Was steckt hinter FairTrade?

Entstehungsgeschichte der Initiative
Die Fairhandelsbewegung entstand in den 1950er Jahren, als sich gemeinnützige Importeure, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Produzentengruppen zu einer Partnerschaft zusammenschlossen, um die Armut in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern zu bekämpfen. Mit diesem Ziel gründeten sich Fairhandelsorganisationen in mehreren Ländern, die oft in enger Verbindung mit Entwicklungsorganisationen und Weltläden standen.
Im Jahr 1988 schuf eine niederländische NGO namens Solidaridad ein neues Siegel für Kaffee, das garantieren sollte, dass dieser direkt von demokratisch verfassten Kleinbauernorganisationen stammte – und zwar zu einem Preis, der deren gesamte Produktionskosten deckte. Zu der Zeit war die Siegelung ein absolutes Novum, das es ermöglicht hat, mit konventionellen Akteuren im Handel zusammenzuarbeiten und Volumen zu schaffen. Das Siegel wurde nach Max Havelaar benannt, dem Held eines Erfolgsromans aus dem 19. Jahrhundert über die Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter auf einer Kaffeeplantage auf Java in der Kolonialzeit.

Die Idee fand großen Anklang: Innerhalb weniger Jahre entstanden in Europa und Nordamerika ähnliche Organisationen, beispielsweise die Fairtrade Foundation in Großbritannien, TransFair e.V. (heute Fairtrade Deutschland) in Deutschland und Rättvisemärkt in Finnland, um gerechtere Handelsbedingungen für Produzentinnen und Produzenten zu erreichen. Die Organisationen stellten ihre eigenen Kampagnen auf die Beine und vergaben unabhängig voneinander eigene Siegel.

Fairtrade wird geboren
1997 gründeten einige dieser Organisationen eine weltweit zuständige Dachorganisation für Fairtrade: Fairtrade International, ehemals Fairtrade Labelling Organizations International genannt. Ihre Rolle bestand darin, die Fairtrade Standards zu setzen, auf dem Weltmarkt benachteiligte Produzentinnen und Produzenten zu unterstützen und die Gesamtstrategie für Fairtrade zu entwickeln.
Im Jahr 2002 wurde das einheitliche Fairtrade-Siegel eingeführt, dessen aktuelle Version heute auf tausenden unterschiedlicher Produkte zu finden ist, u.a. auf Heißgetränken, Fruchtsäften, frischen Früchten und Gemüse, Keksen, Gebäck und Süßwaren, Zucker, Honig, Konfitüren und Brotaufstrichen, Reis, Weinen, Nüssen und jenseits von Lebensmitteln auf Blumen, Gold, Fußbällen und Baumwollprodukten.

Fairtrade International umfasst derzeit 25 nationale Fairtrade-Organisationen, drei Produzentennetzwerke und sieben Marketingorganisationen. Produzenten und nationale Fairtrade- Organisationen verfügen zu gleichen Teilen über Stimmrechte in Fairtrades Generalversammlung und Vorstand.
 

(Stand: 19.01.2022)