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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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AVATAR

AVATAR

Nachhaltiger städtischer Güterverkehr mit autonomen Null-Emissions-Schiffen

Das AVATAR-Projekt wird im Rahmen des European Regional Development Fund von der „European Union from the EU Interreg North Sea Region 2014-2020“ gefördert und läuft vom 01.05.2020 bis zum 30.06.2023.

Motivation

Die massive Unternutzung der Binnenwasserstraßen (IWW) in der Nordseeregion, insbesondere in städtischen Gebieten, bietet Chancen für technologische Innovationen. Die durchschnittlichen externen Kosten (Staus, Unfälle, Luftverschmutzung, Klima, Lärm usw.) liegen in der Binnenschifffahrt bei 3,9 Eurocent/tkm, während dieser Wert für den Straßenverkehr um 70% höher liegt. Dennoch ist der städtische Güterverkehr auf dem Wasserweg derzeit wirtschaftlich nicht rentabel, was im letzten Jahrzehnt bereits zur Verschrottung von mehr als 12% der kleinen Schiffe (CEMT I-II) geführt hat. Die Besatzungskosten für diese Schiffe können bis zu 60% der gesamten Transportkosten ausmachen. Eine verstärkte Automatisierung wird daher von entscheidender Bedeutung sein, um eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Lösung für die Nutzung von Wasserstraßen in städtischen Gebieten wiederzubeleben.

Ziele und Ansatz

Das AVATAR-Projekt zielt auf die Entwicklung und den Einsatz emissionsfreier autonomer Schifffahrtseinheiten, die einen regelmäßigen Verkehr zwischen städtischen Konsolidierungszentren ermöglichen und etablieren könnten, z. B. durch die Nutzung von Kanälen, um den Verkehr der letzten Meile von der Straße auf das Wasser zu verlagern. Das Projekt zielt darauf ab, diese Herausforderungen durch die Entwicklung, Erprobung und Bewertung geeigneter Technologien und Geschäftsmodelle für die urbane autonome emissionsfreie Binnenschifffahrt weiter zu erforschen. Auf diese Weise erschließt das Projekt das wirtschaftliche Potenzial von „Stadtschiffen“ und zugehörigen Wasserstraßen, erhöht die verfügbaren Lösungen für die Vollautomatisierung des Zyklus und entwickelt nachhaltige Lieferkettenmodelle für die städtische Güterverteilung und Abfallwirtschaft.

Das Forschungsprojekt setzt sich für einen emissionsfreien, autonomen Binnenschiffstransport ein und zielt darauf ab, die weniger stark genutzten Binnenwasserstraßen durch technologische Innovationen in den Güterverkehr zu integrieren. Das Projekt konzentriert sich auf den Verkehr zwischen den auslagernden Verkehrszentren und den innerstädtischen Verkehrsknotenpunkten, wobei der Schwerpunkt auf der Verteilung von palettierter Ware mit Abfallrecycling liegt. Konkret werden die modularen autonomen Schiffe den Personen- und Güterverkehr in Regionen mit einem dichten Wasserstraßennetz (Kanäle) durch stündlichen Verkehr zwischen Städten, externen Umschlagzentren und innerstädtischen Verkehrsknotenpunkten abwickeln.

Zunächst wird das wirtschaftliche Potenzial von Stadtschiffen und zugehörigen Wasserstraßen (<100T) entwickelt, gefolgt von einer Steigerung der Vollautomatisierung der Binnenschifffahrt (einschließlich Abfallrecycling) und der Entwicklung eines nachhaltigen Lieferkettenmodells für den städtischen Güterverkehr.

Durch die Entwicklung und Erprobung der entsprechenden Technologien und Geschäftsmodelle soll der Logistiksektor ermutigt werden, diese innovativen Systeme in Regionen mit ähnlichen geographischen Möglichkeiten einzuführen. Pilotstädte sind Gent, Leuven, Hamburg und Delft. Die Daten aus dem AVATAR-Test werden den politischen Entscheidungstragenden als Grundlage für die Bewertung verschiedener technologischer Wege dienen, um die europäischen und regionalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 und 2050 zu erreichen.

Die Kooperationspartner des Projekts sind die Folgenden:

 

(Stand: 30.04.2021)