Throwback – Rückblick auf besondere Ereignisse

  • Das Bild zeigt das Mahnmal für Ossietzky vor dem Audimax. Es stellt einen Stacheldraht dar. Vorne zu erkennen ist die im Text erwähnte Inschrift. Im Hintergrund stehen Fahrräder, die Sonne scheint.

    Universität Oldenburg / Daniel Schmidt

4. Mai 1978: Die ersten Ossietzky-Tage

Am 4. und 5. Mai 1978 fanden die ersten „Ossietzky-Tage“ an der Universität Oldenburg statt.

Wer die Universität, genauer das Hörsaalzentrum auf dem Campus Haarentor besucht, stößt dort auf ein Mahnmal, das dem Friedensnobelpreisträger und Namensgeber der Universität, Carl von Ossietzky, gewidmet ist. Die Stacheldrahtskulptur wurde vom Kölner Künstler Hans-Peter Reinartz entworfen und enthält eine Inschrift, die sich auf die Rolle der Forschung im ersten Weltkrieg bezieht: „Wissenschaft und Technik waren nicht in erster Linie dazu da, zu helfen. Sie schufen Werkzeuge der Vernichtung, Werkzeuge gräßlichsten Mordens. Wir müssen die Wissenschaft wieder menschlich machen.“ Es ist ein Zitat Carl von Ossietzkys.

Enthüllt hat das Mahnmal Rosalinde von Ossietzky-Palm am 4. Mai 1978, dem 40. Todestag ihres Vaters. Zunächst stand das Denkmal in der Nähe des Gebäudes A11, seit 2005 hat es seinen heutigen Platz. Uniangehörige hatten in den 1970er Jahren Geld gesammelt, um das Mahnmal zu finanzieren. Die Universität musste seinerzeit lange darum kämpfen, sich nach Ossietzky benennen zu dürfen. Das Mahnmal war in diesem Namensstreit ein klares Bekenntnis für Ossietzky – ebenso wie die Ossietzky-Tage. Organisiert wurden die Tage gemeinsam mit der Internationalen Liga für Menschenrechte, dem DGB-Landesbezirk Niedersachsen und dem Bundesjugendring. Die Ossietzky-Tage zogen hochrangigen Besuch an: Unter anderem hielt die irische Friedensnobelpreisträgerin Betty Williams eine Rede. Sie hatte zwei Jahre zuvor den Friedensnobelpreis für ihr Engagement für eine friedliche Lösung des Nordirlandkonfliktes erhalten.

Später fanden weitere Ossietzky-Tage statt. 1988 kam etwa der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt an die Universität und sprach auch in der KZ-Gedenkstätte Esterwegen – dem Ort, an dem Carl von Ossietzky mehrere Jahre unter der brutalen Behandlung durch das NS-Regime gelitten hatte und an deren Folgen er später starb. Ausführlichere Informationen zum Wirken des Namenspatrons der Universität Oldenburg sowie zum Namensstreit finden sich hier.

Presse & Kommunikation (Stand: 28.01.2025)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p110530n10424 | # |
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