Schulische Sonderpädagogik

Schülerinnen und Schüler bedarfsgerecht und qualifiziert fördern

Privaten Förderschulen und Tagesbildungsstätten mangelt es derzeit an ausreichend qualifiziertem Lehrpersonal. Und der Bedarf an sonderpädagogisch ausgebildeten Fachkräften dürfte Prognosen zufolge weiter steigen. Deshalb spricht vieles für die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik: 

  • Mehr Fachkompetenz für die tägliche Arbeit, 

  • ein meist höheres Gehalt 

  • sowie mehr Optionen und Sicherheit in der beruflichen Laufbahn.

Was wird in der Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik vermittelt?

Teilnehmende erweitern ihre sonderpädagogischen Kompetenzen, damit sie berufliche Herausforderungen meistern können. Angeboten werden drei Zertifikatsprogramme: Zwei Diploma of Advanced Studies (DAS) und ein Certificate of Advanced Studies (CAS). Module und Zertifikatsprogramme können einzeln oder aufeinander aufbauend (unsere Empfehlung) belegt werden:

  • Grundlagen der Sonderpädagogik (DAS 1): Die Teilnehmenden bekommen einen Überblick zu sonderpädagogischen Förderschwerpunkten. Außerdem werden Diagnostik und Förderplanung sowie die unterrichtsbasierte Förderung behandelt (30 Kreditpunkte).
  • Sonderpädagogik und inklusive Bildung (DAS 2):  Inhaltlich werden die Förderung bei Lernschwierigkeiten, bei der emotional-sozialen Entwicklung sowie bei spezifischen Bedarfen wie Autismus oder komplexen Beeinträchtigungen behandelt (30 Kreditpunkte).
  • Inklusive Bildung – Schwerpunkt sachunterrichtliches Lernen (CAS): Vermittelt inklusive Bildungskonzepte und curriculare Grundlagen für sachunterrichtliches Lernen in Niedersachsen sowie die Didaktik und Methodik des natur- und sozialwissenschaftlichen Lernens (20 Kreditpunkte).

Die Weiterbildung auf einen Blick

Universitätsabschluss

Diploma of Advanced Studies (DAS) und/oder Certificate Diploma of Advanced Studies (CAS)

Start und Dauer

Beginn: Sommersemester oder Wintersemester
DAS I: Modul 1-3, in drei Semestern
DAS II: Modul 4-6, in drei Semestern
CAS I: Modul 7und 8, in zwei Semestern

Lehrformat

Berufsbegleitend, online plus kompakte Workshops, Projekt- und Teamarbeit

Zulassung

2 Jahre Berufserfahrung und aktuelle Berufstätigkeit im Schulkontext. 
Pädagogischer ODER lehramtsbezogener ODER anderer Hochschulabschluss (nach Einzelfallprüfung).

Kosten

Pro Modul 990 Euro; pro Semester 60 Euro Gasthörgebühr

An wen richtet sich die Weiterbildung?

Viele Förderschulen und Tagesbildungsstätten werden in Niedersachsen von freien Trägern geführt. In diesen Einrichtungen unterrichten auch Lehrkräfte ohne sonderpädagogische Qualifikation. Zudem sind dort Sozialpädagog*innen oder Schulsozialarbeiter*innen tätig, die künftig als Lehrkräfte für schulische Sonderpädagogik tätig sein möchten. Die Weiterbildung richtet sich insbesondere an diese Zielgruppen, eignet sich aber auch für pädagogisches Personal an allgemein- und berufsbildenden Schulen, die sich im Bereich Teilhabe und Inklusion weiterbilden möchten.

Was ist der Hintergrund?

Die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik schließt eine Qualifizierungslücke, die insbesondere bei Förderschulen in freier Trägerschaft besteht. Diese müssen qualifiziertes Lehrpersonal nachweisen, um ein adäquates schulisches Angebot aufrecht zu erhalten. Lehrkräfte können sich mit dem Programm gezielt qualifizieren, um Schülerinnen und Schüler sonderpädagogisch zu unterstützen. Die Schulen in freier Trägerschaft sichern durch den Nachweis geschulten Personals den Bestand der Schulform und ihre Unterrichtsversorgung.

Die Weiterbildung wurde durch Expertinnen und Experten der Universität Oldenburg entwickelt, auch die Lehrenden stammen überwiegend vom Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik.
 

Details zur Weiterbildung

Bei der Weiterbildung werden Themen wie Inklusion und Exklusion, Diagnostik und Förderung, Prävention und Intervention sowie sachunterrichtliches Lernen forschungs- und praxisorientiert vermittelt.

Die Teilnehmenden erwerben anwendungsorientiertes Fachwissen auf den Gebieten der crosskategorialen Sonderpädagogik, der allgemeinen und speziellen Methodik und Didaktik sowie der Förderung bei spezifischen Beeinträchtigungen. So werden die Kompetenzen vermittelt, die es braucht, um als sonderpädagogische Lehrkraft tätig zu sein.

DAS 1: Grundlagen der Sonderpädagogik
(Special Needs Education)

Drei Module à 10 KP: 

  • Einführung und Grundlagen der Sonderpädagogik und Inklusion
  • Grundlagen sonderpäd. Handelns
  • Unterrichtsbasierte Förderung

DAS 2: Sonderpädagogik und inklusive Bildung
(Specific and Inclusive Education)

Drei Module à 10 KP: 

  • Spezifische Förderung
  • Förderung der emotional-sozialen Entwicklung (ESE)
  • Förderung bei Lernschwierigkeiten (LE)

CAS: Inklusive Bildung – Schwerpunkt sachunterrichtliches Lernen

Zwei Module à 10 KP: 

  • Grundlagen der inklusiven Bildung im sachunterrichtlichen Lernen
  • Naturwissenschaftliches und sozialwissenschaftliches Lernen

Sommersemester

Modul 1 – Einführung und Grundlagen der Sonderpädagogik und Inklusion

  • Überblick, Auftrag, Rahmenbedingungen
  • Theoretische Grundlegung
  • Förderschwerpunkte

Modul 2 – Grundlagen sonderpädagogischen Handelns

Leseprobe Studienmaterial (PDF)

  • Kommunikation und Beratung
  • Sonderpädagogische Diagnostik
  • Förderplanung

Modul 5 – Förderung der emotional-sozialen Entwicklung (ESE)

  • Formen, Ursachen, Kriterien
  • Prinzipien effektiver Verhaltensförderung
  • Spezifische Beeinträchtigungen

Modul 6 – Förderung bei Lernschwierigkeiten (LE)

  • Formen, Ursachen, Kriterien
  • Prinzipien effektiver Lernförderung
  • Lernförderung Sprache und Mathematik

Modul 8 – Naturwissenschaftliches und sozialwissenschaftliches Lernen

  • Didaktik und Methodik des naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Lernens
  • Unterrichtsgestaltung und Entwicklung von inklusiven Lernmaterialien werden behandelt und erprobt 

Wintersemester

Modul 3 – Unterrichtsbasierte Förderung

  • Didaktik und Methodik
  • Konzepte und Modelle
  • Unterrichtsführung

Modul 4 – Spezifische Förderung

  • Autismus
  • Komplexe Beeinträchtigungen

Modul 7 – Grundlagen der inklusiven Bildung im sachunterrichtlichen Lernen

  • inklusive Bildungskonzepte und curriculare Grundlagen in Niedersachsen
  • Planung, Umsetzung und Reflexion des inklusiven sachunterrichtlichen Unterrichts

Nähere Informationen zu den Modulen der Weiterbildung finden Sie im Modulkatalog (PDF).

Die Weiterbildung umfasst drei Zertifikatsprogramme: „Grundlagen der Sonderpädagogik“ und „Sonderpädagogik und inklusive Bildung“ schließen mit dem universitären Zertifikat „Diploma of Advanced Studies (DAS)“ ab. „Inklusive Bildung - Schwerpunkt sachunterrichtliches Lernen“ schließt mit einem Certificate of Advanced Studies (CAS) ab. 

Die Programme können aufeinander aufbauend oder einzeln belegt werden. Wer beide DAS erfolgreich absolviert, erhält das Abschlusszertifikat „Weiterbildung in der schulischen Sonderpädagogik“. Es ist auch möglich, gezielt einzelne Module zu buchen. Diese schließen ebenfalls mit dem Zertifikat CAS ab.

Wie viel Zeitaufwand muss ich einplanen?

Die drei Programme umfassen insgesamt acht Module mit insgesamt 80 Kreditpunkten. Pro Modul ist mit einem Aufwand von etwa 300 Stunden zu rechnen. Gelernt wird überwiegend online und mit flexibler Zeiteinteilung. Ein bis zwei kompakte Workshops pro Modul finden freitags und samstags vor Ort an der Universität Oldenburg statt.

Wie wird gelernt?

Das Programm setzt auf das sogenannte Blended Learning. Dabei wechseln sich Online-Selbstlernphasen mit Web-Seminaren, fallbezogenen Gruppenarbeiten und wenigen kompakten Präsenzphasen ab. Mit der flexiblen Struktur lässt sich Weiterbildung individuell gestalten und mit Familie und Beruf vereinbaren. In der Selbstlernphase haben die Teilnehmenden Zugriff auf das Studienmaterial, aktuelle Forschungsartikel sowie eine speziell für das Programm eingerichtete Online-Lernplattform (C3LLO). Darüber sind auch Gruppenarbeiten möglich. Die Präsenzphasen und Web-Seminare werden interaktiv und praxisnah gestaltet.

Gibt es Prüfungen?

Sämtliche Prüfungen sind in den Ablauf der Module integriert. Es gibt somit keine gesonderten Abschlussprüfungen. Als Prüfungsleistungen werden zum Beispiel Hausarbeiten, Präsentationen oder Projektdokumentationen anerkannt.

Modulkosten

Die Kosten sind abhängig von der individuellen Modulauswahl: Das Entgelt pro Modul beläuft sich auf 990 Euro. Es gibt keinen weiteren fortlaufenden oder zusätzlichen Kosten für Prüfungen oder Ähnliches.

Gasthörgebühr

Für die Dauer der Weiterbildung werden Teilnehmende als Gasthörer*in eingeschrieben. Zusätzlich zum Modulentgelt erhebt die Universität Oldenburg bei Gasthörenden eine Gasthörgebühr von zurzeit 60 Euro pro Semester

Sie sind freier Träger einer oder mehrerer Förderschulen?

…und möchten gleich mehrere Mitarbeiter*innen für die Weiterbildung anmelden? 
Sprechen Sie uns gerne hierzu an.

Anmeldung und Modulkatalog

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Fragen zur Weiterbildung

Für wen eignet sich die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik?

Die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik richtet sich an Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Quereinsteiger*innen und Berufstätige, die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit besonderem Unterstützungsbedarf professionell begleiten möchten. Angesprochen sind insbesondere Personen aus Schule, Inklusion, Sozialpädagogik, Frühförderung, Eingliederungshilfe, Beratung, Jugendhilfe oder außerschulischer Bildung. Die Weiterbildung eignet sich für alle, die ihre sonderpädagogischen Kompetenzen erweitern und inklusive Bildungsprozesse fachlich fundiert gestalten möchten.

Welche Inhalte werden vermittelt?

Die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik vermittelt Grundlagen und vertiefende Kenntnisse zu sonderpädagogischer Förderung, inklusiver Bildung und professioneller pädagogischer Diagnostik. Behandelt werden unter anderem Lern- und Entwicklungsprozesse, Förderplanung, Umgang mit Heterogenität, Beratung, Unterrichts- und Angebotsgestaltung sowie Kooperation mit Eltern, Schulen, Trägern und weiteren Fachstellen. Ziel ist es, Teilnehmende dabei zu unterstützen, individuelle Bedarfe zu erkennen und passende Fördermaßnahmen zu entwickeln.

Warum ist eine Weiterbildung in Schulische Sonderpädagogik sinnvoll?

Fachkräfte benötigen fundiertes Wissen, um Lernbarrieren zu erkennen, Teilhabe zu ermöglichen und Kinder, Jugendliche oder Erwachsene bedarfsgerecht zu unterstützen. Die Weiterbildung stärkt die Handlungssicherheit im Umgang mit vielfältigen Förderbedarfen und hilft dabei, pädagogische Angebote inklusiv, ressourcenorientiert und professionell zu gestalten.

Kann ich das Programm Schulische Sonderpädagogik berufsbegleitend absolvieren?

Ja, die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik ist auf die Bedürfnisse von Berufstätigen ausgerichtet. Durch flexible Lernformate, praxisnahe Inhalte und eine strukturierte Verbindung von Theorie und Anwendung lässt sie sich gut mit beruflichen Verpflichtungen vereinbaren. Teilnehmende können das erworbene Wissen direkt in ihren Arbeitsalltag übertragen, zum Beispiel in Schule, Beratung, Förderung, Betreuung oder inklusiven Bildungsangeboten.

Welche beruflichen Perspektiven habe ich mit der Weiterbildung?

Die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik erweitert die beruflichen Möglichkeiten in pädagogischen, schulischen und sozialen Arbeitsfeldern. Absolvent*innen können ihre Kompetenzen unter anderem in inklusiven Schulen, Fördereinrichtungen, Beratungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Frühförderung, Erwachsenenbildung oder Eingliederungshilfe einsetzen. Besonders relevant ist die Qualifikation für Aufgaben in individueller Förderung, pädagogischer Diagnostik, Förderplanung, Beratung, Inklusionsbegleitung und multiprofessioneller Zusammenarbeit.

Was zeichnet die Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik der Universität Oldenburg aus?

Die universitäre Weiterbildung Schulische Sonderpädagogik verbindet wissenschaftlich fundiertes Fachwissen mit einem hohen Praxisbezug. Teilnehmende setzen sich mit aktuellen Fragen von Inklusion, Förderung und Teilhabe auseinander und reflektieren diese im Kontext ihrer eigenen beruflichen Praxis. Das Programm unterstützt dabei, sonderpädagogisches Wissen systematisch aufzubauen, pädagogische Handlungskompetenz zu stärken und professionelle Perspektiven für inklusive Bildungsarbeit zu entwickeln.

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