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Sekretariat
Digital Social Science
Herzlich Willkommen auf den Seiten des Arbeitsbereichs Digital Social Science
Die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird in bisher unbekanntem Maße digitalisiert. Daten, Algorithmen und digitale Kommunikation bestimmen den Alltag, eröffnen aber auch gewaltige Potentiale. Die Arbeitsgruppe Digital Social Science ist Teil eines breiteren Prozesses in den Sozialwissenschaften: Sie soll an der Universität Oldenburg als Brücke zur Computational Social Science (CSS) dienen. CSS kann auf zwei Weisen verstanden werden; als Forschungsfeld des Computer-mediierten Sozialen, und als Anwendung computerintensiver Methoden auf soziale Phänomene. Entsprechend beschäftigt sich die Forschung auf die inhaltlichen Phänomene, wie der Interaktion von sozialem/politischen Handeln und Technologie, und trägt dazu bei, traditionelle Forschungsfragen mit neuen Daten und Methoden zu beantworten.
Soziale Medien stellen beispielsweise eine der auffälligsten Formen der Digitalisierung dar. Sie entwickeln sich zu Arenen sozialen Handelns, die zunehmend Einfluss auf Politik, Gesellschaft und technologische Entwicklung nehmen. Kaum ein anderes soziales System entspricht so dem „social computing“. Diese Daten lassen sich für eine große Bandbreite sozialwissenschaftlicher Fragestellungen anwenden: Social Media Plattformen sind gleichzeitig auch Soziale Netzwerke, die Daten zu Beantwortung Fragen über soziale Beziehungen, Bildung und Arbeitsmärkte liefern können. Allerdings haben Soziale Medien auch ihre Schattenseiten: Sie verstärken durch Anonymität und hohe Reichweite die Tendenz zu 'Incvility' und Hate Speech, was sowohl normative als auch praktische Konsequenzen für Content Management und platform governance mit sich bringt.
Die Lehre vermittelt sowohl inhaltliche wie methodische Grundlagen der CSS von "Big Data" bis "Künstlicher Intelligenz", für ein breites Publikum. Ein besonderer Fokus liegt auf Fragen der gesellschaftlichen Digitalisierung, des Datenschutzes und der ethischen Grenzen der CSS. Teilnehmende erhalten grundlegende Kenntnisse über die Funktionsweise von Algorithmen, mögliche Datenquellen für sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte, Methoden zur Analyse von Bildern, Texten oder Netzwerken.
Aktuelles
Zusammenarbeit mit israelischen Hochschulen: Förderung für neue Oldenburger Vorhaben aus Hörforschung und Politikwissenschaft
Das Projekt "The Construction of Groups in Politics” (CONSTRUCT) untersucht eine neue Theorie zum Verhältnis zwischen politischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen.
Auszeichnung für Studierende des Instituts für Sozialwissenschaften
Ein Team von Studierenden des Instituts für Sozialwissenschaften hat beim data4good Festival der Hertie School in Berlin den Runner-Up Award in der Kategorie "Technical Excellence" gewonnen. Mit ihrem Projekt "North Rhine-WestFEARia" überzeugten sie die Jury durch innovative Datenanalyse im Dienste des Gemeinwohls.
Beim diesjährigen Hackathon traten insgesamt 80 Bachelor-Studierende in 16 Teams aus 11 europäischen Ländern gegeneinander an. Die überwiegend aus den Computer- und Data Sciences stammenden Teilnehmenden, ergänzt durch einige Sozialwissenschaftler, bearbeiteten zwei verschiedene Datensätze mit dem Fokus auf gesellschaftlich relevante Fragestellungen.
Carlotta Steimke, Charlotte Keyßler und Michel Janssen widmeten sich dem ReligionMonitor der Bertelsmann Stiftung – einer Umfrage zu Religion und sozialem Zusammenhalt – und entwickelten daraus ein ambitioniertes Forschungsprojekt. Unter dem Titel "North Rhine-WestFEARia – Perceived Threats in Population and State Parliaments" untersuchten die Studierenden, inwieweit von der Bevölkerung wahrgenommene Bedrohungen auch im Landtag Nordrhein-Westfalens thematisiert werden.
Die methodische Stärke des Projekts lag in der Kombination verschiedener Datenquellen: Die Studierenden analysierten Landtagsreden mithilfe eines Zero-Shot BERT-Classifiers und führten diese Erkenntnisse mit den Umfragedaten des ReligionMonitors zusammen. Dabei erstellten sie einen neuen, gemergten Datensatz, der erstmals diese beiden Perspektiven – Bevölkerungswahrnehmung und parlamentarische Kommunikation – systematisch miteinander verknüpft.
Neben der Kategorie "Technical Excellence" wurden beim data4good Festival auch Preise in den Bereichen "Data Storytelling" und "Social Impact" vergeben. Das Festival unterstreicht die wachsende Bedeutung datengetriebener Ansätze für gesellschaftliche Herausforderungen und fördert den interdisziplinären Austausch junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Europa