Ringvorlesung „Interrogating Care in Contexts of Bildung“ Wintersemester 2026/27
Ringvorlesung „Interrogating Care in Contexts of Bildung“ Wintersemester 2026/27
Ringvorlesung „Interrogating Care in Contexts of Bildung“
Wintersemester 2026/2027
Was bedeutet Care im Kontext von Bildung? Wie lassen sich Sorge, Verletzlichkeit und Verantwortung pädagogisch neu bzw. für morgen denken?
Die Ringvorlesungsreihe „Interrogating Care in Contexts of Bildung“, initiiert vom Forschungscluster Futures of Care in Bildung der Universität Bremen und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, nimmt diese Fragen zum Ausgangspunkt.
In sechs Vorträgen widmen sich Expert*innen aus verschiedenen erziehungswissenschaftlichen Teildisziplinen unter anderem dem Verhältnis von Bildung, Subjektivierung und Care, den Bedingungen und Herausforderungen von Sorgearbeit sowie der diskriminierungskritischen Auseinandersetzung mit Care und dem Institutionellem. Darüber hinaus werden Praktiken der Sorge im Kontext schulischer Inklusion sowie die Rolle digitaler und künstlerischer Zugänge für die Gestaltung care-orientierter Zukunftsperspektiven diskutiert.
Care ist längst zu einem Schlüsselbegriff gegenwärtiger Diskurse avanciert. Insbesondere in feministischen Auseinandersetzungen mit (unbezahlter) vergeschlechtlichter und rassifizierter Sorgearbeit wird Care bereits seit Jahrzehnten diskutiert. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Veränderungen, digitaler Transformationsprozesse, Polykrise sowie sozialer, ökologischer und planetarer Sorglosigkeit nehmen Überlegungen zu Care immer mehr Raum in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein. Care ist nicht nur Gegenstand philosophischer, politikwissenschaftlicher und pflegewissenschaftlicher Auseinandersetzungen, sondern wird zunehmend auch in den Erziehungswissenschaften rezipiert, wenngleich bislang fragmentarisch. Eine breitere systematische erziehungswissenschaftliche Auseinandersetzung und schulpädagogische Rezeption steht derzeit noch am Anfang. Ausgehend von dieser Leerstelle eröffnet die Ringvorlesung einen interdisziplinären Raum, um Care als grundlegende Kategorie für gegenwärtige und zukünftige pädagogische Forschung und Praxis gemeinsam zu befragen und kritisch zu diskutieren.
Die Ringvorlesung wird von Kolleg*innen des Forschungsclusters Futures of Care in Bildung organisiert. Die DiZ-Forschungsakademie bietet den organisatorischen Rahmen für die Durchführung.
Ansprechpartner*innen/Organisation:
(Sprecherin)
(Co-Sprecher)
(DiZ-Forschungsakademie)
Programm
Wintersemester 2026/2027
Zeit: ab Dezember 2026 an ausgewählten Dienstagen von 16:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Ort: BIS-Saal, Uhlhornsweg 49-55, 26129 Oldenburg (Campus Haarentor)
Format: Vorlesungsvortrag (60 Minuten) mit anschließender Diskussion (30 Minuten)
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Dienstag, 01.12.2026
Prof. Dr. Nadine Rose, Universität Bremen
Bildung - Subjektivierung - Care. Versuch einer erziehungswissenschaftlichen Verhältnisbestimmung
Host: Prof. Dr. Mario Dunkel
Abstract: Ausgehend von dem Befund, dass die „erziehungswissenschaftliche Debatte [zu care] eher noch am Anfang steht“ (Dederich 2025: 17) läuft der Vortrag auf die zentrale Frage zu, inwiefern Erziehung und Bildung ohne care eigentlich zu denken sind. Dazu wird entlang von drei Achsen das Verhältnis von Bildung und Subjektivierung, das Verhältnis von Subjektivierung und care sowie das Verhältnis von Bildung und care erkundet. Im Horizont dieser Verhältnisbestimmungen sollen einerseits Impulse für einen machtkritisch informierten care-Begriff gewonnen und andererseits care als analytische erziehungswissenschaftliche Perspektive weiter konturiert werden.
Prof. Dr. Nadine Rose ist Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Bildungstheorie an der Universität Bremen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bildung und Subjektivierung im Kontext von Macht- und Ungleichverhältnissen. Prof. Dr. Rose forscht mit Bezug auf poststrukturalistische sowie post- und dekoloniale Theorien, im Feld der Bildungs- und Rassismusforschung und vorwiegend mit Mitteln der Biographieforschung, der Ethnographie und der Adressierungsanalyse.
Dienstag, 15.12.2026
Dr. Anna Hartmann, Universität Regensburg
Erziehungswissenschaftliche Perspektiven auf Sorgearbeit im Notstandskapitalismus
Host: Jun. Prof. Dr. Friederike Nastold
Dienstag, 12.01.2027
Prof. Dr. Saphira Shure, Universität Bielefeld
Das Institutionelle und Sorge. Diskriminierungskritische Erkundungen eines Verhältnisses
Host: Prof. Dr. Martin Butler
Dienstag, 19.01.2027
Prof. Dr. Markus Dederich, Universität zu Köln
Praktiken der Sorge im Kontext schulischer Inklusion
Host: Prof. Dr. Michaela Kaiser
Abstract: Die neueren erziehungswissenschaftlichen Debatten über die Begriffe Sorge bzw. Care haben gezeigt, dass mit ihnen einerseits schulpädagogisch bedeutsame Phänomene gefasst werden sollen, während sich zugleich die Abgrenzung von Begriffen wie Erziehung, Bildung, Betreuung oder Hilfe als schwierig erweist. Vor diesem Hintergrund soll es in der Vorlesung darum gehen, anhand konkreter Praktiken, die sich in inklusiven Settings beobachten lassen, Sorge bzw. Care als pädagogische Begriffe genauer zu bestimmen.
Dienstag, 26.01.2027
Prof. Dr. Cornelie Dietrich, Humboldt-Universität zu Berlin
Die Organisation von Sorge in inklusiven Grundschulen
Host: Prof. Dr. Till-Sebastian Idel
Dienstag, 09.02.2027
Prof. Dr. Juliane Jarke, Karl-Franzens-Universität Graz
Are care-full educational technologies possible? Speculative and arts-based approaches for imagining digital futures otherwise
Host: Prof. Dr. Felicitas Macgilchrist, Lecture in collaboration with Pia Grumeth-Zechner
Abstract: Much has been written about how young people have developed feelings of resignation and impotence in the face multiple crises paired with narratives around the inevitability of AI-driven technologies. Based on a series of participatory futuring workshops, we develop a critique of AI in education with youth and use speculative and arts-based approaches to imagine preferable digital futures.
Juliane Jarke is Professor of Digital Societies at the University of Graz. Her research intersects critical data studies, participatory futures research and feminist STS. Amongst others, she has co-edited special issues on “Designing Postdigital Futures” (Postdigital Science and Education, 2024) and on Care-ful Data Studies (Information, Communication and Society, 2024). More on www.sociodigitalfutures.info