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Veranstaltungen

Termine und Veranstaltungen

Hier erhalten Sie eine Übersicht über die aktuellen Veranstaltungstermine der Kooperationsstelle. Material und Informationen zu vergangenen Tagungen und Vorträgen finden Sie im Bereich "Dokumentation".


Rolf Schleyer: Verschwörungsdenken und Antisemitismus in Zeiten der Pandemie

Mittwoch, 02. Februar 2022, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr Online-Veranstaltung

Dass sich Verschwörungsmythen aller Art rund um das Corona-Virus bilden, ist kein Zufall. Die Forschung zu dem neuartigen Virus steht noch am Anfang und die Tür für Mythen und Spekulationen ist weit geöffnet. Dabei sind die Verschwörungserzählungen sehr häufig antisemitisch grundiert oder anschlussfähig für antisemitische Welterklärungsversuche – und dies in einer Zeit, in der sich der Antisemitismus deutlicher und offener zeigt als in den vergangenen Jahrzehnten. In seinem Vortrag geht Rolf Schleyer der Frage nach, ob und wo sich Verbindungslinien von tradierten judenfeindlichen Mythen und Verschwörungserzählungen zu aktuellen antisemitischen Äußerungen im Kontext der Pandemie ziehen lassen.

Referent: Rolf Schleyer, Politikwissenschaftler, ist Dozent am Bildungszentrum des Bundes in Wetzlar und Gründungsmitglied des Netzwerkes für politische Bildung, Kultur und Kommunikation e.V.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung mit dem Online-Anmeldeformular der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften wird gebeten. Der Link zur Veranstaltung wird dann rechtzeitig per E-Mail mitgeteilt.

Der Abendvortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rechte Netzwerke: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Gegenstrategien“ statt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord und dem DGB Oldenburg-Ostfriesland durchgeführt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Energiewende sozial gestalten – Workshop zu beschäftigungspolitischen Perspektiven der Energiewirtschaft für die Nordwestregion

Freitag, 11. Februar 2022, 9:30 Uhr – 13:30 Uhr; Online als Videokonferenz

Die Energiewirtschaft im Nordwesten ist einem sozial-ökologischen Transformationsprozess unterworfen, in dem einerseits der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern Kohle, Gas und Erdöl stattfindet, andererseits ist die Region aber bereits heute schon überdurchschnittlich stark von erneuerbaren Energien geprägt.  Profitierte die Region bislang von der Energiewende mit einer Beschäftigungszunahme, stockt seit einiger Zeit der weitere Ausbau und insbesondere die Windenergie-Branche geriet in eine Krise. Wie kann der Ausstieg aus Kohle, Erdöl und Erdgas im Interesse der Beschäftigten abgefedert werden und welche Gestaltungsperspektiven eröffnen sich bei den erneuerbaren Energien insbesondere für die Industriebeschäftigung?

In dem Workshop wollen wir uns einen Überblick über die Beschäftigungsentwicklung aus der Perspektive von Betriebsräten und Gewerkschaften in den unterschiedlichen Segmenten der Energiewirtschaft verschaffen und Ansätze zur politischen Gestaltung der Energiewende diskutieren. Eingeladen sind Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter*innen der betroffenen Branchen. Dazu gehören Betriebe der „fossilen Energien“ (Kohle- und Gaskraftwerke, Erdöl- und Erdgasförderung, Raffinerien, Gas- und Erdölleitungen, Kavernenspeicher), der erneuerbaren Energien (insbesondere Windkraftanlagenbau Onshore und Offshore) sowie der klassischen Energieversorgungsunternehmen (Strom- und Gasverteilungsnetze).

Vorgestellt werden Zwischenergebnisse eine Studie, die durch die ARSU GmbH im Auftrag des DGB und der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit erstellt wird. Breiten Raum soll ein Austausch über die Lage, Perspektiven und möglicherweise auch konkrete Auseinandersetzungen und Forderungen in den einzelnen Segmenten der Energiewirtschaft einnehmen.

Um Anmeldung mit dem Anmeldeformular wird bis zum 04. Februar 2022 gebeten.

Nähere Informationen sind dem Einladungsflyer zu entnehmen.

Der Workshop findet im Rahmen von zwei Projekten statt („SocialTransEnergy“, durchgeführt von der DGB Region Oldenburg-Ostfriesland mit dem niederländischen Gewerkschaftsverbund FNV, gefördert durch die Ems-Dollart-Region; und „Sozial-ökologische Transformation der Energiewirtschaft“, gefördert von der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit) In den Projekten sollen die jeweiligen Beschäftigungstendenzen quantitativ und qualitativ abgeschätzt und bestehende strukturpolitische Ansätze zur Beschäftigungssicherung, zu Konversionsideen und (Um-)Qualifizierungen zusammengefasst bzw. gemeinsame strukturpolitische Strategien aus Arbeitnehmer*innenperspektiven in Kooperation mit anderen wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren erarbeitet werden.

Für den Kohleausstieg erhalten auch Standortregionen von Kohlekraftwerken erhebliche strukturpolitische Mittel, um den Ausstieg zu gestalten. Im Projekt sollen eigene Vorstellungen entwickelt werden, welche strukturpolitischen Maßnahmen aus Arbeitnehmer*innenperspektive und welche Konzepte/Programm für die anderen Segmente der Energiewirtschaft sinnvoll sind.

Projektbeteiligte „Sozialökologische Transformation der Energiewirtschaft“:

Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Nord gGmbh, DGB Region Oldenburg-Ostfriesland, Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie die Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit

Projekt SocialTransEnergy:

Das Projekt SocialTransEnergy ist Teil des Dachprojektes „Arbeitsmarkt Nord". Lead Partner ist die Ems Dollart Region (EDR) in Bad Nieuweschans. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Kofinanzierer sind das niederländische Ministerie van Sociale Zaken en Werkgelegenheid, das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung sowie die Provinzen Groningen, Drenthe und Fryslân.

Andreas Speit: Verqueres Denken – Gefährliche Weltbilder in alternativen Milieus

Dienstag, 26. April 2022, 18:00 bis 20:00 Uhr, Online-Veranstaltung

Sie gehen für die „Freiheit- und Grundrechte“ auf die Straße. Die staatlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 sind für sie der erste Schritt in eine Diktatur. Das Maskengebot wird in diesem Zusammenhang als ein politischer Maulkorb und die Impfempfehlung als ein körperlicher Angriff verstanden. Bei der Querdenken-Bewegung reihen sich Coronamaßnahme-kritiker*innen und Impfgegener*innen neben QAnon-Anhänger*innen und Reichsbewegte ein. Binnen kürzester Zeit hat sich die Bewegung so rasant radikalisiert, dass einzelne Akteure längst mit Rechtsextremen zusammenarbeiten. Wer vegane Ernährung und Alternativmedizin bevorzugt, seine Kinder in Waldorfeinrichtungen schickt, nach spiritueller Erfüllung sucht oder Natur und Tiere schützt, muss nicht frei von rechtem Gedankengut und Verschwörungserzählungen sein. In seinem Vortrag hinterfragt Andreas Speit Werte und Vorstellungen in alternativen Milieus, die oftmals alles andere als progressiv oder emanzipatorisch sind. Zudem sollen gemeinsam Handlungsoptionen erörtert werden.

Referent: Andreas Speit ist freier Journalist, Autor und Herausgeber zahlreicher Bücher zum Thema Rechtsextremismus und Neonazismus in Europa. Für seine Arbeit erhielt er mehrfach Auszeichnungen, darunter „TON ANGEBEN. Rechtsextremismus im Spiegel der Medien“ (2012).

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung mit dem Online-Anmeldeformular auf der Homepage der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften wird gebeten. Der Link zur Veranstaltung wird dann rechtzeitig per E-Mail mitgeteilt.

Der Abendvortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rechte Netzwerke: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Gegenstrategien“ statt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord und dem DGB Oldenburg-Ostfriesland durchgeführt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen

Jan Rettig und Ruben Reid: Zwischen Relativierung und Repression: Geschichten und Gegenwarten der Extremismustheorie

Mittwoch, 11. Mai 2022, 18:15 Uhr - 19:45 Uhr, Online oder Präsenz in Oldenburg

Ernstes, aber auch Lächerliches, Bedeutsames aber auch Irrelevantes prägen den Weg der Extremismustheorie von den Hinterzimmern der Geheimdienste in die Hörsäle der Wissenschaft und zurück – und schließlich in die Rampenlichter der Öffentlichkeit. In diesem Vortragsgespräch werden Schlaglichter auf das junge aber einflussreiche Leben dieser Theorie geworfen, darauf, wer sie ins Spiel gebracht hat, was ihre Axiome sind, wer sie liebt, wer sie hasst und wem sie egal sein kann.

Referenten: Jan Rettig, Politikwissenschaftler, promoviert zur europäischen extremen Rechten
Ruben Reid, MA Transkulturelle Studien, Kein-Schlussstrich-Bündnis Bremen

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung mit dem Online-Anmeldeformular auf der Homepage der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften wird gebeten. Der Veranstaltungsort in Oldenburg oder der Link zur Veranstaltung wird dann rechtzeitig per E-Mail mitgeteilt.

Die Veranstaltung wird von Students at Work | Campus Office der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften in Zusammenarbeit mit der ver.di Jugend Weser Ems und der DGB Jugend Oldenburg-Ostfriesland durchgeführt. Der Abendvortrag fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rechte Netzwerke: Erscheinungsformen, Erklärungsansätze und Gegenstrategien“ der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften, der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord und dem DGB Oldenburg-Ostfriesland statt.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder andere menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen

Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults
Online-Buchlesung mit Veronika Kracher

Der Termin wird in Kürze bekannt gegeben.

Incel - der Begriff steht für „involuntary celibate“ und bedeutet so viel wie „unfreiwilliges Zölibat“, also Menschen, die unfreiwillig ohne Partnerschaft und Sex leben. Incels sind (oftmals junge) Männer, die sich seit Jahren online auf Plattformen organisieren und dabei ganz klar Schuldige benennen, die für ihre Misere verantwortlich sein sollen: Frauen. Misogyner Hass, Gewaltfantasien und -aufrufe bleiben dabei jedoch nicht auf den Online-Raum beschränkt.

Spätestens seit 2014 ist klar, dass die herbeifantasierten Attentate auf Frauen in die Tat umgesetzt werden. Am 23. Mai 2014 ermordete Elliot Rodgers in Kalifornien sechs Menschen und verletzte 13 weitere. Er hinterließ ein seitenlanges antifeministisches und zutiefst frauenfeindliches Manifest. Es folgten weitere Gewalttaten, die sich auf Rodgers Manifest und die Incel-Ideologie beriefen.

Die Incel-Ideologie ist global verbreitet - auch in Deutschland. Die Attentäter von Halle und Hanau haben deutlich ihren Frauenhass kundgetan, verbreiteten antifeministische Propaganda und hielten sich auf Incel-Plattformen auf. Allerdings findet das Phänomen in Deutschland bisher kaum Beachtung und die von Incels ausgehende Gefahr für Frauen wird von Behörden unterschätzt.

Veronika Kracher geht in ihrem Buch „Incels: Geschichte, Sprache und Ideologie eines Online-Kults“ (2020, ventil-Verlag) dem Phänomen auf den Grund. In der Veranstaltung liest sie online aus ihrem Buch und gibt Einblicke in die Geschichte der Bewegung, die Memes und Sprache der Incels und ihre Ideologie. Anschließend besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen und gemeinsam mit der Autorin zu diskutieren.

Referentin: Veronika Kracher ist Soziologin, Autorin und Journalistin und beschäftigt sich mit der Incel-Subkultur, der Alt-Right, Imageboards wie 4chan und Rechtsterrorismus. Weitere Forschungsschwerpunkte sind Feminismus und Patriarchatskritik, Antisemitismus, Literaturtheorie und Popkultur. Regelmäßige Publikationen von ihr erscheinen u.a. in „konkret“, „Jungle World“ und „Neues Deutschland“.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet online über BigBlueButton statt.
Den Link gibt es nach einer formlosen Anmeldung über oder telefonisch unter 0441 2187610.

Die Lesung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen*realitäten verändern! Frauen in Arbeit, Politik und Gesellschaft“ statt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit dem DGB Oldenburg-Ostfriesland und der Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen Nord durchgeführt.

Ayla Satilmis: Die prekarisierte Hochschule. Nachdenken über die Dringlichkeit von Solidarität, Diversität und Teilhabe

Die Veranstaltung wurde verschoben. Der neue Termin wird in Kürze bekannt gegeben.

Hochschulen in Deutschland unterliegen seit geraumer Zeit einem massiven Wandel. Durch den Einzug betriebs- und marktwirtschaftlicher Prinzipien und die sukzessive Umstrukturierung zur „unternehmerischen Hochschule“ verändern sich Arbeitsbedingungen und -inhalte wie auch Voraussetzungen der Produktion und Vermittlung von kritischem Wissen. Solidarität, Teilhabe und Chancengleichheit drohen im Zuge des Wandels zu Wettbewerbssystemen von Wissenschaft und Forschung ins Hintertreffen zu geraten. Darauf verweist auch die jüngst veröffentlichte „Bayreuther Erklärung“: In diesem Positionspapier plädieren Hochschul-Kanzler*innen explizit für den Erhalt der besonderen Befristungsmöglichkeiten an Hochschulen – ungeachtet der vielfältigen Probleme, die damit verbunden sind. Die Tendenz der Prekarisierung der Arbeits- und Lebensverhältnisse und der damit einhergehende materielle, emotionale und soziale Druck sind eingebettet in einen Diskurs, der der sozialen Dimension des Wissenschaftsbetriebs wenig Beachtung schenkt und einer emanzipatorischen Hochschulpolitik und Wissenschaftspraxis entgegensteht.


Bezugnehmend auf aktuelle hochschulpolitische Entwicklungen geht es in diesem Vortrag darum, die Alma Mater als sozialen Raum zu beleuchten. Im Lichte der Idee einer emanzipatorischen, diversitätssensiblen und partizipativen Hochschule werden verschiedene Problemfelder diskutiert und mit Denkanstößen für eine Demokratisierung des Wissenschaftsbetriebs verbunden.

Referentin
Ayla Satilmis ist Politikwissenschaftlerin mit langjährigen Lehr- und Forschungserfahrungen an den Universitäten Marburg und Bremen. Seit 2011 ist sie verantwortlich für das fächerübergreifende Programm „e n t e r  s c i e n c e“ an der Universität Bremen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Wissenschaft-Praxis-Transfer mit Fokus auf Diversität und Antidiskriminierung, Soziale Öffnung und Demokratisierung des Wissenschaftsbetriebs sowie diversitätssensible und partizipative Lehr-Lern-Formate.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Mittelbauinitiative und der ver.di-Betriebsgruppe der Universität Oldenburg statt.

 

(Stand: 27.01.2022)