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Kooperationsstelle Hochschule - Gewerkschaften
Aktuelle Veranstaltung
Weltordnung im Umbruch – das Ende des Völkerrechts?
Vortrag | Di, 06.10.2026, 18:30 Uhr | Hybrid | Bibliothekssaal, Universität Oldenburg
mit Kai Ambos (Universität Göttingen)
Weltweit gerät das Völkerrecht durch die Erosion des Gewaltverbots, den Aufstieg anti-liberaler Allianzen und den Vorwurf doppelter Standards stark unter Druck, nicht nur durch die jüngsten militärischen Interventionen und Drohungen Russlands, der USA und China. Multilaterale Regelsysteme und ihre völkerrechtlichen Grundlagen drohen weiter ausgehöhlt zu werden. Das Recht des Stärkeren scheint immer mehr die Oberhand gegenüber der Stärke des Rechts zu gewinnen. Auch Deutschland steht vor einer Wegscheide, auch im Hinblick auf die Bewertung des Gaza-Kriegs. Wie sind diese Verschiebungen aus völkerrechtlicher Sicht zu bewerten? Droht das Völkerrecht zur bloßen Machtoption zu verkommen, wenn Rechtsbrüche je Bündniszugehörigkeit unterschiedlich bewertet werden? Wie kann Deutschland als Verfechter einer „regelbasierten Ordnung“ wieder Glaubwürdigkeit erlangen? Diese Fragen werden mit dem renommierten Straf- und Völkerrechtler Prof. Dr. Kai Ambos diskutiert.
Referent*in:
Kai Ambos ist Professor für Strafrecht, Straf- und Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung, internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Universität Göttingen sowie Richter an den Kosovo Specialist Chambers, Den Haag.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen bitte bis zum 04. Oktober 2026 mit dem Online-Anmeldeformular auf der Homepage der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften.
Veranstaltungsreihe „Zwischen autoritärem Libertarismus und demokratischem Faschismus – Weltordnung im Umbruch“.
Jüngste Veröffentlichung von Kai Ambos:
Staatsräson nach Gaza. Das deutsch-israelische Verhältnis und das Völkerrecht, Campus Verlag, 360 Seiten
Kai Ambos analysiert die Kategorie »Staatsräson« und klärt ihr Verhältnis zu Völkerrecht und Verfassung; er zeigt, dass die Verwendung des Begriffs im deutsch-israelischen Verhältnis viele ungelöste Fragen aufwirft und seine Umsetzung zu rechtsstaatlichen Problemen führt. In dem Buch wird der Gaza-Krieg völkerrechtlich betrachtet und untersucht, ob Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sogar ein Genozid begangen worden sein könnten. Zudem wird Deutschlands Verantwortlichkeit betrachtet. Zuletzt beantwortet er die Leitfrage, wie mit der Staatsräson im Lichte des Gaza-Kriegs umzugehen ist.
Veranstalter*innen & Kooperationspartner*innen
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften, AG Vergleichende Politikwissenschaft, Prof. Dr. Torsten J. Selck), Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen, DGB Region Weser-Ems