Rummler

Rummler, Hans-Michael

Statement

Balance suchen zwischen Sinnlichkeit und Reflexion

Credo

Das Klavierstück ´Natur-Spuren´ ist mehr als eine musikalische Momentaufnahme persönlicher Naturerfahrungen, der Titel ist Programm und Botschaft zugleich.

Man kann nicht voraussetzungslos komponieren, denn die geerbten Botschaften auf der musikalischen Landkarte sind Spuren, die in persönlicher, zeitgemäßer musikalischer Sprache zu verwandeln sind. Dabei eröffnet mir die sinnlich reflektierende Auseinandersetzung mit der Natur – als Inspirationsquelle und Grundhaltung – einen innovativen, experimentierenden Umgang mit vielfältigsten Gestaltungsmöglichkeiten:

Spuren in der Natur zu entdecken heißt, Wahrnehmung für neue Formen und Strukturen, Zeit und Raum zu schärfen, tonal ungebundene Klänge zu erlauschen und verborgene Prozesse aufzudecken. Diese nachzuspürende Vielfalt in der Natur gilt es für Kompositionsprozesse zu entdecken und kreativ zu entfalten.

So ist Komponieren, als formbildender Entwicklungsprozess für mich ein Annähern und Suchen nach diskreten Formen und fremden Klängen, neue Klang- und Raumgestaltung (z.B. für Chorwerke) zu kreieren und Unentdecktes zu heben – im Sinne einer Balance zwischen Sinnlichkeit und Reflexion.

Dabei ist der Arbeitsprozess stets ein Suchen ins Offene hinein. Entsprechend erfordert jedes Werk seine individualisierte formale Gestalt mit eigener Tonsprache und spezifischer Sinnhaftigkeit. So haben viele meiner Werke offene Formen wie z.B. Miniaturen (für Klavier), Phantasie (für Orgel), Klangstücke (für Chor), Studien (Wohin? für Klavier), Charakterstücke (für Flöten) oder Momente (Risse im Eis für Klavier).

Kurzbiographie

Hans-Michael Rummler wurde 1946 in Herrenberg/Böblingen geboren, studierte in Köln zunächst Klavier, Klarinette und Komposition und wechselte dann zu Musikwissenschaft, Philosophie und Soziologie von Köln über Berlin und Bielefeld nach Bremen. Nach Diplom und Promotion lehrte er an der Universität Hannover und an der Hochschule für Künste Bremen Ästhetik und Kulturwissenschaft. Nach weiteren Jahren, musikalisch in einer Orientierungsphase, nahm er 2000 nochmals ein Kompositionsstudium bei dem amerikanischen Komponisten John Van Buren (Stuttgart) auf. Er lebt und arbeitet als freischaffender Komponist im Landkreis Günzburg.

Seine Kompositionen sind ein Wandern ins Unbekannte, wo es stets Neues zu entdecken gilt, in der Stille, in der Natur, in der Abstinenz von Regeln. Komponieren ist für ihn schöpferisches, kreatives Argumentieren jenseits der Sprache, Nachdenken über das musikalische Material und Formen hinaus, über Angemessenheit und Sinnhaftigkeit musikalischer und außermusikalischer Inhalte - eine reflexive Praxis am Rande musikalischer Logik, dabei wissend um die eigene Unzulänglichkeit. In seinem lernenden, undogmatischen Kompositionsstil versucht er in jedem Werk den Spagat zwischen Vergangenheit und gegenwärtigen Herausforderungen, den Weg ins Offene, aufs Neue musikalisch zu gestalten.

Schwerpunkte seiner Kompositionen sind Werke für Klavier, Orgel, Flöte und Chor.

 

(Stand: 09.06.2021)