Kontakt

Ansprechpartnerinnen

Doreen Schneider, Kendra Peters

A6 2-201 u. A6 2-202 (Lageplan)

Laborverantwortliche

Prof. Dr. Esther Ruigendijk

Anschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III - Sprach- und Kulturwissenschaften
Labor für Sprach- und Musikforschung
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg
 

Abgeschlossene Projekte

The effects of hearing impairment on grammatical processing and comprehension and its neurological underpinnings (Hearing4all)

Dr. Margreet Vogelzang

My research focusses on language processing and cognitive (neuro)linguistics. It is well known in cognitive-linguistic research that some sentences are more effortful to process for listeners than others. It is unknown, however, whether and to which extent cognitive capacities and cognitive control play a role in the processing of complex sentences. My research investigates the comprehension and processing of different grammatical structures. To this end, I am running psycholinguistic and neurolinguistic experiments using several different methods (fMRI, eye-tracking, self-paced reading, questionnaires), languages, and skills (reading, listening). My main experimental research at the moment examines language processing and its neurological underpinnings by normal hearing and hearing impaired elderly adults in German. This research is carried out within the cluster of excellence Hearing4all, in close cooperation with the labs of Biological Psychology and Applied Neurocognitive Psychology.

My research interests include, but are not limited to, psycholinguistics, language processing, semantics, pragmatics, cognitive science, (cognitive) neuroscience, cognitive modeling, language acquisition, aging, pronoun processing, cross-linguistic comparisons, and individual differences.

 

The linguistic origin of exhaustivity in single bare wh-questions in German

István Fekete

This habilitation project investigates the linguistic nature of exhaustivity in who-questions, that is, the requirement to give a complete answer to a bare wh- (who) question, such as 'Who is fishing in the garden?' by enumerating all the individuals for whom it is true that they undergo the action expressed by the predicate “fishing” in a specific context. Semantic accounts of exhaustivity assume that the exhaustivity requirement is encoded semantically in the meaning of the wh-question, while pragmatic theories analyze the exhaustivity inference as an implicature. The aim of this project is to resolve this dilemma by comparing the extent of exhaustivity violations, that is, incomplete responses, in different semantic and pragmatic sentence type conditions using felicity judgments and EEG methodology.

 

THE AULIN-PROJECT: UNDERSTANDING SPEECH UNDER FLUCTUATING NOISE IN CHILDREN AND ADULTS FROM AN AUDIOLOGICAL AND PSYCHOLINGUISTIC VIEWPOINT

Understanding speech in an acoustically 'difficult’ environment that is characterised by fluctuating noise (the cocktail party effect) is one of the most important aspects of human communication. The underlying mechanisms of this complex hearing performance, how they develop and how they can be impaired are nevertheless not yet completely understood. The goal of this project is therefore to achieve a qualitatively and quantitatively better understanding of how speech understanding works under such conditions bringing together expertise from audiologists and psycholinguists. Following up on this, we wish to significantly improve the diagnostic methods of impairments in language comprehension.

On the one hand, we will develop measurement methods that enable an efficient and valid differentiation of the sensory and psycholinguistic component of understanding speech under different noise situations. On the other hand, we will develop a better understanding of the different levels of speech recognition in humans, among other things by numerical models that can describe the individual speech perception performance in different noise situations, with different sensory impairments and under different cognitive conditions.

More about the "AULIN-Project"

 

EFFEKTE VON ZEIT-EXPANDIERTER SPRACHE AUF DAS VERSTÄNDNIS VON KANONISCHEN UN NON-KANONISCHEN STRUKTUREN BEI APHASIKERN MIT UND OHNE SCHWERHÖRIGKEIT

Forschungen haben gezeigt, dass zeit-expandierte auditorische Sprache agrammatischen Aphasikern bei der erfolgreichen Verarbeitung von kanonischen und non-kanonischen Strukturen hilft. Zeitexpandierung ermöglicht auch älteren, nicht-aphasischen Erwachsenen mit oder ohne Schwerhörigkeit eine verbesserte Verarbeitung von nicht-kanonischen Strukturen. In dieser Promotionsforschung wird der Einfluss von kontrolliert verlangsamter Sprache auf das Verständnis von kanonischen und non-kanonischen Strukturen bei Aphasikern mit und ohne Schwerhörigkeit und nicht- aphasischen Erwachsenen mit und ohne Schwerhörigkeit untersucht. Für Aphasiker wird eine signifikante Verbesserung in der Verarbeitung aller syntaktischer Strukturen, und insbesondere der non-kanonischen Sätze, bei langsameren Sprechraten vorhergesagt. Diese Erwartung gilt auch für die Performanz der schwerhörigen älteren Versuchspersonen.

Die Methodik des Bilderselektionstestes mit zeit-expandierter Sprache ermöglicht ebenfalls eine viel präzisere Messung von Hörbeeinträchtigungen bei Aphasikern als die konventionellen audiometrischen Tests.

 

NUTZUNG PROSODISCHER INFORMATIONEN BEI DER SATZVERARBEITUNG IN AKUSTISCH SCHWIERIGEN HÖRSITUATIONEN

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Erkennung und der Verarbeitung von prosodischer Phrasierung in akustisch schwierigen Hörsituationen wie z.B. starken Hintergrundrgeräuschen oder Hörverlust, bzw. Hören mit Hörhilfen wie Cochlear Implantat, Hörgeräte, EAS Geräte. Bei prosodischer Phrasierung wird ein Satz perzeptiv in kleinere Einheiten zerlegt, welche u.a. durch zeitlich-rhythmische oder durch einen bestimmten Melodieverlauf gekennzeichnet sind, und welche manchmal die Bedeutung eines Satzes verändern können. Die Frage dieses Projektes ist es also, zu schauen, inwiefern Hörer diese rhythmischen und melodischen Aspekte für die Satzverarbeitung nutzen, und ob die Verarbeitung eingeschränkt wird, wenn die Hörleistung vermindert wird.

Für das erste Teilprojekt werden die hirnaktivitäten während der Satzverarbeitung im EEG bei jungen normalhörenden Erwachsenen gemessen. Im zweiten Teilprojekt stehen Erwachsene mit Hörverlust im Vordergrund. Hier sollen vor allem Hörer mit Cochleaimplantaten (CI) untersucht werden. Die Forschungsfrage ist hier, ob CI-Träger die prosodisch kodierten Satzunterschiede überhaupt verarbeiten können, und welche Rolle dabei die zeitlich-rhythmische bzw. (tieffrequente) Tonhöhenverläufe spielen. Dieses Projekt ist eingebettet in Forschungsbereiche des Exzellenzclusters Hearing4all und soll mittelfristig Erkenntnisse für die Hörtechnikentwicklung liefern.

 

Frageintonation im Deutschen - Zur intonatorische Markierung von Interrogativität und Fragehaltigkeit

Jan Michalsky

Das Dissertationsprojekt untersucht die tonale Struktur und phonetische Realisierung der Intonation von Fragen im Deutschen. Dabei soll gezeigt werden, dass eine satzmodusspezifische Konturwahl im Deutschen nicht existiert und der primäre Indikator für eine Frageinterpretation in einer Signalisierung von 'Fragehaltigkeit' über die Ebene der phonetischen Skalierung gefunden werden kann.

 

Wie Kinder morphosyntaktische Informationen verwenden

Atty Schouwenaars

In diesem Projekt wird erforscht, inwiefern Kinder grammatikalische Informationen (wie Kasusmarkierungen und Verbflexion) beim Verständnis und in der Produktion syntaktisch komplexer wh-Fragen (Dt. „welch-“-Fragen) nutzen. Im Rahmen der Erstspracherwerbsforschung werden hierzu zwei Gruppen von Kindern untersucht: normal hörende Kinder und Kinder mit Cochlea-Implantat. Um eine genaue Vorstellung von den Vorgängen während der Verarbeitung der Sätze zu bekommen, wird eye-tracking-Technologie benutzt.

Auch die Nordwest-Zeitung berichtete in einem Artikel über das Projekt.

 

Die Verarbeitung von Pronomen in einer Zweitsprache

Henrikje Ziemann

Die theoretische Sprachwissenschaft hat gezeigt, dass Pronomen auf unterschiedliche Weise interpretiert werden können. Reflexivpronomen können mithilfe von syntaktischen Operationen verarbeitet werden, was bei Personalpronomen nicht möglich ist. Für diese werden andere aufwändigere Operationen anwendet.

Studien, die das Verständnis und die Verarbeitung der Pronomen in der Muttersprache untersucht haben, konnten diese Dissoziation in der Verarbeitung belegen. Ziel dieses Projektes ist es zu untersuchen, ob es Verarbeitungsunterschiede zwischen Reflexiv- und Personalpronomen in der Zweitsprache gibt. Wie die Forschung zur Verarbeitung im Zweitspracherwerb zeigt, haben Zweitspracherwerber Schwierigkeiten Syntax für die Verarbeitung zu nutzen. Sie müssen auf andere Operationen zurückgreifen, die weniger effizient, jedoch zum gleichen Ergebnis führen können.

Diese Studie liefert somit Erkenntnisse, welche Operationen angewendet werden und wie sich der Zweitspracherwerb vom Erstspracherwerb unterscheidet.

 

(Stand: 21.08.2020)