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Dr. Britta Bußmann

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Projekte

Abgeschlossenes Projekt: Kunst und Verehrung, Deutsch und Latein. Geistliche Lyrik des Spätmittelalters (kumulative Habilitationsschrift; eingereicht: 13.05.2026)

Die neun in der Habilitationsschrift versammelten Beiträge haben als gemeinsames Zentrum die Frage nach der Faktur und der Funktion geistlicher Lyrik im ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhundert. Sie sind seit 2016, d.h. über einen Zeitraum von 10 Jahren, entstanden und bilden ein zusammenhängendes Œuvre, mit dem eine Neubewertung vor allem der geistlichen Lieder des Mönchs von Salzburg unternommen wird. Der Mönch steht deswegen spezifisch im Zentrum der Untersuchungen, weil sich mit seiner Person in besonderem Maß die wichtigste Neuentwicklung im Bereich der mittelhochdeutschen geistlichen Liedkunst um 1400 verbinden lässt, nämlich die Orientierung an der lateinischen liturgischen Lyrik, und das heißt hier primär: die Bearbeitung lateinischer Hymnen, Sequenzen und anderer liturgischer Gesänge. Aus Forschungsperspektive wirft diese Entwicklung zahlreiche Fragen auf, etwa: Warum gibt es im Bereich der geistlichen Lyrik eine Umorientierung weg von der deutschen hin zur lateinischen Tradition? Wie verändert sich die ursprüngliche Gebrauchsfunktion der Lieder durch die Übertragung in die Volkssprache? Welchen Einfluss nehmen die lateinischen Vorlagen insgesamt auf die Machart, und zwar auch auf die sprachliche Verfasstheit der Reprodukte?

Beiträge zu den Stücken anderer Autoren derselben Epoche (Bruder Hans, Oswald von Wolkenstein, Heinrich Laufenberg) flankieren die Studien zum Mönch von Salzburg und dienen dazu, Problemfelder stärker auszuleuchten, die sich in Auseinandersetzung mit dessen Liedern offenbart haben. In den Blick genommen werden so erstens weitere Bearbeitungsformen jenseits von regelrechten Übersetzungen (Bruder Hans, Heinrich Laufenberg) mit ihren Auswirkungen auf die sprachliche Verfasstheit der Lieder, etwa durch Mischsprachigkeits-Phänomene (Bruder Hans, Heinrich Laufenberg), zweitens inhaltliche Bearbeitungs-strategien und deren Verankerung in biblischem Wissen bzw. im zeitgenössischen Frömmigkeitsverständnis (Bruder Hans) und drittens die Ausgestaltung der Sprecher-Position, speziell unter Berücksichtigung der Frage nach der Wechselwirkung von Sprechergestaltung und Gebrauchssituation (Bruder Hans, Oswald von Wolkenstein). 

(Stand: 24.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p53316
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