Navigation

Skiplinks

Kontakt

Presse & Kommunikation

+49 (0) 441 798-5446

Weitere Ausgaben des Forschungsmagazins:

EINBLICKE Nr. 48 Herbst 2008

 

„Gut Ding will Weile haben“ ist nicht nur das Plädoyer für eine solide Planungsarbeit, sondern oft auch das Gegenteil: nämlich die manchmal billige Ausrede für eine zu langwierige Realisierung eines Projekts. Letzteres trifft auf das neueste größere Projekt der Universität Oldenburg, die Einrichtung einer European Medical School, allerdings nicht zu. Zwar hatten schon die Gründer der Universität über einen medizinischen Studiengang in Oldenburg nachgedacht, aber das Land ließ sich aus Kostengründen auf keine Diskussion ein. Und das, obwohl auch damals die Oldenburger Kliniken einen sehr guten Ruf hatten und ihrem Ausbau zu Universitätskliniken nichts entgegengestanden hätte.

Nun nach fast 40 Jahren blitzt plötzlich eine Chance auf, den alten großen Traum doch noch zu realisieren -  allerdings auf einem Weg, den noch keine deutsche Universität gegangen ist, obwohl sie ihn eigentlich gehen müsste: mit der Einführung einer Medizin-Master-Ausbildung. Bisher wehrt sich die deutsche Ärzteschaft, die Bologna-Beschlüsse der europäischen Wissenschaftsminister von 1999 umzusetzen, die die Bachelor-Master-Struktur in allen Studiengängen bis 2010 für die EU-Länder verbindlich vorschreibt. Oldenburg wäre also die erste deutsche Universität, an der diese Struktur in der Medizin umgesetzt würde. Und sie hat für dieses Pilotprojekt nicht nur die Oldenburger Kliniken an ihrer Seite, sondern auch die Universität Groningen, die schon lange – auch im Medizinbereich – mit der Master-Struktur arbeitet.

Was in der Medizin so schwierig ist, gelingt im Übrigen seit 2002 schon in einem ähnlich umstrittenen Bereich. Oldenburg, Bremen und Groningen haben mit der Gründung der Hanse Law School einen gemeinsamen und internationalen Bachelor- und Master-Studiengang für JuristInnen geschaffen. Auch der ist einzigartig und setzt sich durch. Seine AbsolventInnen sind bestens für die Anforderungen des europäischen Integrationsprozesses an die juristische Profession gerüstet und finden problemlos einen Job.

Mit Oldenburgs möglicher Vorreiterrolle in der Medizin hätte noch vor einigen Jahren kaum jemand gerechnet. Die gemeinsamen Planungen für die European Medical School sind aber so weit gediehen, dass der Wissenschaftsrat sein Votum abgeben kann. Wenn dieses für Bund und Länder wichtigste Beratungsgremium zustimmt, steht die Universität vor einem weiteren großen Erfolg, der nicht nur für ihre eigene Zukunft, sondern auch für die „Übermorgenstadt Oldenburg“, der „Stadt der Wissenschaft 2009“, von herausragender Bedeutung sein könnte.

Gerhard Harms


Preacrsse 2lx& +5qKommuniqaykationbjc (precvsse@lkbouol.d51e01) (Stand: 07.02.2019)