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26129 Oldenburg

A3 1-101

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Forschungsprojekt

Auf der Suche nach dem eigenen Ursprung? Subjektivierung im Kontext genetischer Ahnenforschung (Arbeitstitel)

Abstract

Seit der Jahrhundertwende bieten zwischen zwanzig und dreißig Unternehmen weltweit genetische Abstammungstests für Privatpersonen an. Auf der Grundlage einzelner genetischer Marker oder spezifischer Markerkombinationen wollen diese Tests das biogeographische Mischungsverhältnis individueller Genome entschlüsseln, die Abstammung von bestimmten „Urvölkern“ und Ethnien nachweisen und bislang ungekannte „DNA-Verwandte“ ausfindig machen.
Das Forschungsprojekt nimmt genetische Ahnenforschung als eine eigentümliche Art kommerzieller ‚Herkunftsdiagnostik’ in den Blick, in der sich ein ‚gesellschaftlich Imaginäres’ (Castoriadis) von Ursprung und Erbe entfaltet, das in seiner Rückwärtsgewandtheit gerade gegenwartskonstitutiv wird. Untersucht werden die damit verbundenen Prozesse der (kollektiven) Subjektivierung aus einer genealogisch-praxeologischen Perspektive. So sollen disparate historische Konstellationen identifiziert werden, in denen sich genealogische und genetische Modelle, das Subjekt zu denken und zu imaginieren, miteinander verschränkt und mit spezifischen Verfahren verbunden haben, es praktisch zu formen. Welche Übersetzungen (Anwendungen, Um-Setzungen, Interpretationen, Aussetzungen etc.) diese Modelle und Verfahren in konkreten soziomateriellen Arrangements erfahren, wird mit Hilfe einer multilokalen Praxeographie untersucht, welche neben Laboren und Archiven insbesondere virtuelle Räume zur Erschließung der lokal und temporal verteilten Praxis der genetischen Ahnenforschung aufsucht.

Kurzbiografie

Seit 2017

Post-Doc im DFG-Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", Universität Oldenburg

Seit 2017

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftlichen Zentrum „Genealogie der Gegenwart“, Universität Oldenburg

2016

Mitarbeit im Projekt „Konstellierungen des Diagnostischen“ am Wissenschaftlichen Zentrum Genealogie der Gegenwart, Universität Oldenburg


2014/15

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Die Körperlichkeit der Anerkennung“, Universität Oldenburg


2015

Promotion an der Universität Oldenburg

2010-2014

Doktorandin im DFG-Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", Universität Oldenburg

2006-2010

Wissenschaftliche Assistentin am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Universität Bielefeld

2003-2006

Studium der Friedens- und Konfliktforschung, Universität Magdeburg (Master of Arts)

1997-2003Studium der Sozialwissenschaften, Universität Göttingen (Diplom)

Lehre

WiSe 2013/14Projektstudium: Gender-Körper-Subjektivierung (Repräsentationen). Forschungsprojekte zum Weltfrauentag 2014, Fach: Master Kulturanalysen, Universität Oldenburg
SoSe 2013Sport und Migration. Theoretische Zugänge und empirische Untersuchungen einer Problem(dar)stellung, Fach: Bachelor Sozialwissenschaften, Master Kulturanalysen, Master Sport und Lebensstil, Universität Oldenburg

Weitere Tätigkeiten

Seit 2013Freiberufliche Tätigkeit als Mediatorin (nach BMEV)
2009-2010Projektkoordination "Umsetzung der UN-Millenniumsziele auf kommunaler Ebene", Bremer entwicklungspolitisches Netzwerk (BeN)

Publikationen

Mitherausgeberschaft:

Haupt, Heinz-Gerhard; Heitmeyer, Wilhelm; Querfurt, Andrea; Malthaner, Stefan (2011): Control of Violence, Springer: New York

Monographien:

Querfurt, Andrea (2016): Mittlersubjekte der Migration. Eine Praxeographie der Selbstbildung von Integrationslotsen. Bielefeld: transcript.

Gruber, Denis; Querfurt, Andrea; Mill, Sandra; Schach, Manuela (2005): Living and Working in slums of Mumbai, Magdeburg: University, Institute of Sociology.

Zeitschriftenaufsätze und Beiträge zu Sammelbänden:

Querfurt, Andrea (2011): Putting Out the Fire with Gasoline? Violence Control in “Fragile” States – A Study of Vigilantism in Nigeria. In: Haupt, Heinz-Gerhard et al. (Hrsg.): Control of Violence, Springer: New York.

Querfurt, Andrea; Malthaner, Stefan (i.E. 2010): Control of Violence – an Analytical Framework Introduction. In: Haupt, Heinz-Gerhard et al. (Hrsg.): Control of Violence, Springer: New York.

Querfurt, Andrea (2010): Jugend, Gewalt und sozialer Wandel in Afrika. In: Imbusch, Peter (Hrsg.): Gewaltstudien – Jugendliche als Täter und Opfer in Gewaltkonflikten, VS-Verlag: Wiesbaden, 133-174.

Querfurt, Andrea (2009): Youth Terror or Terrorized Youth? Youth violence in Nigeria: Redefining spaces of politics and belonging. In: Vardalos, Marianne et al. (Hrsg.): Engaging Terror: A critical and interdisciplinary approach, Brown Walker Press: Boca Raton, Florida, 369-386.

Querfurt, Andrea; Kaletta, Barbara; Heitmeyer, Wilhelm (2008): Vom Verschwinden und Entstehen politischer Grenzen in Europa: Das Beispiel der Antiterrorpolitik. In: Benninghaus, Christina et al. (Hrsg.): Unterwegs in Europa. Beiträge zu einer vergleichenden Sozial- und Kulturgeschichte, Campus: Frankfurt/ Main, S. 41-68. 

Haupt, Heinz-Gerhard; Heitmeyer, Wilhelm; Kaletta, Barbara; Querfurt, Andrea (2008): Control of Violence - A view on the concept of control. In: ZiF-Mitteilungen 3/2008, S.4-13.

Querfurt, Andrea (2007): Entwicklung, Frieden, Sicherheit – Zivile Konfliktbearbeitung im Kontext deutscher Entwicklungspolitik. In: Weller, C. (Ed.): Zivile Konfliktbearbeitung. Aktuelle Forschungsergebnisse, INEF-Report 85/2007, S.19-24.

Weller, Christoph; Querfurt, Andrea (2005): Zivile Konfliktbearbeitung – Allheilmittel oder Leerformel? Möglichkeiten und Grenzen eines viel versprechenden Konzeptes. In: Internationale Politik und Gesellschaft 4/2005, S.10-29.

Rezension:

zu Aram Ziai: Zwischen Global Governance und Post-Development. Entwicklungspolitik aus diskursanalytischer Perspektive. In: Politische Vierteljahresschrift (PVS), 4/2006: 719-721.

Tagungen und Workshops

02/2013

Internationale Konferenz „Subjekt Matters: Subject, Artefacts, Bodies“, Universität Oldenburg

06/2012

Eröffnungstagung des Center for Migration, Education und Cultural Studies (CMC) „Migration: Subjektivierung – Bildung“, Universität Oldenburg


06/2008

Violence control in states in crisis, Einführungsvortrag auf dem Internationalen Workshop “Violence control in the context of fragile states – Insights from Africa”, Zentrum für Interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld

05/2008

Youth Terror or Terrorized Youth? Youth violence in Nigeria: Redefining spaces of politics and belonging, Vortrag auf der 2nd Annual International Multidisciplinary Conference on Terror, Laurentian University, Georgian College, Barrie (Ontario), Canada

12/2007

Leitung des Forschungs-Workshops, Zentrum für Interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld

04/2007

Menschenrechtspolitik und die Möglichkeiten und Grenzen Ziviler Konfliktbearbeitung, Inputreferat auf dem Amnesty International Workshop, Goslar

02/2006

Konzepte Ziviler Konfliktbearbeitung in der friedensorientierten Entwicklungspolitik, Forschungs-Workshop Zivile Konfliktbearbeitung, Universität Stuttgart

07/2004Die Stabilisierung globaler Herrschaftssysteme durch Macht- und Diskurspraktiken der Weltbank. Zur Verknüpfung von Entwicklungspolitik und Konfliktbearbeitung (zusammen mit Daniela Körppen), Internationale Konferenz Transforma, Universität Magdeburg
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