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Birgit de Boer

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Birgit de Boer (Textildiaktik)


Dissertation - Vita - Publikationen - Präsentationen und Vorträge - Lehrtätigkeit

   
  Birgit de Boer
    Birgit de Boer

Carl von Ossietzky Universität

Kulturwissenschaftliches Institut: Kunst - Textil -  Medien

E-Mail:Birgtcgjit.oxp9de-snBoer@web.de

   


Dissertationsvorhaben

Arbeitstitel: “Vorstellungen zu fremder und eigener textiler Sachkultur”

Der Umgang mit Zuschreibungen von 'fremd' und 'eigen' ist zentraler Gegenstand interkultureller Ansätze und Konzepte. Textile Sachkultur fungiert in diesem Kontext als Bedeutungsträger an dem und über den Artikulationen von fremd und eigen zum Ausdruck kommen und thematisiert werden. Das Aufzeigen und Benennen von kultureller Differenz mit dem Ziel diese zu verstehen und anzuerkennen stellt das Hauptaugenmerk der Ansätze dar. Ein Großteil verharrt dabei in der Formulierung und Markierung statischer und kulturalisierender Zuschreibungen. Dieses Vorgehen negiert jedoch die Komplexität und Differenziertheit alltäglicher Handlungspraxis. Ein textiles Objekt ist z. B. in ein dichtes Netz von Herstellungs- und Handelszusammenhängen eingebunden. Bis hin zum Umgang, Gebrauch und Tragen von Textilien und Kleidung lassen sich eine Vielzahl von Verflechtungen, Verschiebungen und Übersetzungen erkennen, die sich dem dichotomen Zuordnungsschema in 'fremd' oder 'eigen' entziehen.

Die Beobachtung gesellschaftlich-sozialer Prozesse zeigt aber gleichzeitig auch die grundlegende Bedeutung die Eigen- und Fremdzuschreibungen für subjektive, wie kollektive Verhaltens- und Handlungsstrategien besitzen. Als unmittelbarer Ausdruck von Macht und Repräsentation werden sie immer dann aktiviert, wenn es um die Formulierung von Ein- und Ausschließungsprozessen geht. Dasselbe Textil kann in bestimmten Momenten als selbstbewusstes Zeichen von Identität und Zugehörigkeit fungieren und im nächsten Moment ein Zeichen zur Fremdidentifizierung und Ethnisierung sein, sowie als Stigmata und Laster empfunden werden.

Innerhalb des Forschungsprozesses werden im Rahmen empirischer Studien an einer Hauptschule die Alltagsvorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu eigener und fremder textiler Sachkultur erhoben. Dies geschieht mittels einer Fotoaktion und daran anschliessenden Einzelinterviews. Die fachliche Klärung lenkt den Blick auf den Umgang mit Eigen- und Fremdzuschreibungen in aktuellen, musealen Vermittlungsangeboten mit textilem Schwerpunkt, sowie innerhalb zentraler fachwissenschaftlicher Ansätze. Im Prozess der didaktischen Strukturierung gilt es durch das beständige in Beziehung setzen von Schülervorstellungen und fachlichen Vorstellungen zu 'fremd' und 'eigen', Konzepte zu entwickeln die einen reflexiven und kritischen Umgang mit den Kategorien einfordern und ihre Einbindung in Macht- und Herrschaftsverhältnisse, sowie in Prozesse von Inklusion und Exklusion offenbaren.

Vita

  • seit 4 /2005 Promotionsstudium im Promotionsprogramm “Fachdidaktische Lehr- und Lernforschung - Didaktische Rekonstruktion”, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (gefördert mit einem Georg Christoph Lichtenberg Stipendium)

  • 06/2001 bis 03/2005 wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Kunst und Kunsttheorie / Abt. Textil, Universität zu Köln

  • 01/2001 bis 10/2004 Leitung der Mode- und Textilabteilung des Stadtmuseums Düsseldorf

  • 10/2000 bis 10/2004 Mitarbeiterin der museumspädagogischen Abteilung des Stadtmuseums Düsseldorf

  • 04/1993 bis 09/2000 Magisterstudiengang Vergleichende Textilwissenschaft (kulturgeschichtlich), Universität Dortmund; Nebenfächer: Kunstgeschichte und Geschichte

Publikationen

  • “Couture Commune – textilwissenschaftliche Perspektiven” Publikation zum Workshop “Couture Commune”, Stuttgart (im Erscheinen)
  • “Transkulturalität und Textilunterricht” (Arbeitstitel) in: Christian Becker: “Perspektiven textiler Bildung” (Arbeitstitel) (im Erscheinen)

Präsentationen und Vorträge

  • “Transkulturelle Perspektiven im Textilunterricht” 4.10.2005, Input im Rahmen des Forums “Bildungsstandards im Textilunterricht”, Bundesfachtagung Textil in Vallendar
  • “Die Bedeutung textiler Sachkultur für die Artikulation von Eigen- und Fremdzuschreibungen” 17.3.2006, Vortrag im Rahmen des Workshops Couture Commune, Künstlerhaus Stuttgart
  • “Transkulturalität im Textilunterricht” 25.9.2006, Oldenburg, Pädagogische Woche
  • “Transkulturelle Perspektiven in der Vermittlung” 22.5.2007, Kunstuniversität Linz

Lehrtätigkeiten


  • Universität Oldenburg: WS 05 /06, sowie SS 06 Seminare zu Transkulturalität am Institut für visuelle und materielle Kultur
  • Universität zu Köln: von 2001 bis 2005 Seminare zu Museumspädagogik, sowie Transkulturalität
  • Museumspädagogik: von 2000 bis 2004 museumspädagogische Programme für alle Altersgruppen, Führungen, Schulprojekte, Ausstellungskurationen
diz-Wnsplebmasterarlc5 (dizhwjbp@un4gvusi-loncoldenoihrburg.de) (Stand: 07.11.2019)