Navigation

Regula Lüscher-Mathis

Prodid Logo


Regula Lüscher Mathis (Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur)


Dissertation - Vita - Publikationen - Präsentationen und Vorträge - Lehrtätigkeit

   
  Lic. phil. Regula Lüscher Mathis
    Regula Lüscher-Mathis

Carl von Ossietzky Universität

Institut für Germanistik - Literaturdidaktik

Raum: A10-3-308

Tel.: (0441) 798 - 2324

E-Mail:regkcb+hulseta.luescher5fdax.mphoathis@uol.dea9+

   


Dissertationsvorhaben

Das ästhetische Verstehen 12/13-jähriger Schüler/ -innen am Beispiel der Darstellung von Figuren in Erzähltexten.


Dieses Projekt beschäftigt sich mit dem Verstehen von literarischen Figuren in erzählender Literatur. Gefragt wird, wie Schüler/ -innen die ästhetische Darstellung von Figuren wahrnehmen und welche Vorstellungen von diesen Figuren sie bilden.

12/13-Jährige wissen, dass es sich in erzählenden Texten um fiktives Personal handelt und sind damit in der Lage, sich mit literarischen Figuren zu identifizieren und gleichzeitig von ihnen zu distanzieren. Der Bezug zu ihrer Lebenswelt wird durch die Wahl eines Werks erleichtert, das bekannte Beziehungen, Situationen und Erlebnisse beschreibt.

Die Konzentration auf den ästhetischen Aspekt verlangt eine Definition von „Verstehen“, die den Umgang mit Beschreibungen durch besondere ästhetische Mittel berücksichtigt. Literarische Figuren können vom Autor nicht umfassend beschrieben werden, sondern nur „durch Detailgestaltung und treffende Wortwahl eine Ahnung vom Ganzen des Sujets geben“ (Zabka, 1995, S. 136). Deshalb wird vom Leser verlangt, sich eine Vorstellung dieser Figuren zu machen, die er einerseits aus den Textvorgaben speist, andererseits mit eigenem (Erfahrungs-)Wissen anreichert. „Verstehen“ wird darum als kognitive Konstruktion eines Gegenstandes durch eine Person auf dem Hintergrund ihres Wissens verstanden (Reusser, 1994). Hilfreich sind des weiteren Konstrukte wie mentale Repräsentationen, d.h. „psychologisch realisierte Bedeutungsvorstellungen dessen, worüber der Text eine Aussage macht“ (Kintsch, 1994, S. 41).

Die Vorstellungen der Schüler/ -innen sollen mit einem Fragebogen erhoben werden. Die Fragen beziehen sich auf literaturwissenschaftliche Kategorien wir das Äussere einer Person, ihre Beziehung zu anderen Figuren, ihre Vorgeschichte usw. Indem die Perspektive auf den Text variiert wird, kann ein Erfassen der mentalen Repräsentationen gewährleistet werden.

Die Schüler/ -innen werden aufgefordert, die Fragen im Laufe der Lektüre etappenweise zu bearbeiten und jeweils kurze Antworttexte zu verfassen. Es wird zwischen Pflicht- und Wahlfragen unterschieden, um auf Lesetempo, -interesse und -fähigkeiten Rücksicht nehmen zu können. Die Auswahl der Wahlfragen lässt bereits erste Rückschlüsse auf Lesertypen zu, die in dieser Arbeit erwartet werden.

Bei der Auswertung der schriftlichen Befragung interessiert, wie und welche Textinformation berücksichtigt wurde, wie konkret die Vorstellungen der Figuren sind, ob Veränderungen der literarischen Figuren erkannt wurden usw.

Anschliessende Leitfaden-Interviews sollen die ästhetische Darstellungsweise des Autors thematisieren. Es interessieren hier die Gründe, die für bestimmte Eindrücke und Vorstellungen verantwortlich sind. Auf einer Metaebene sollen die sprachlichen Mittel (Textvorgabe) sowie die eigenen Vorstellungen und Erwartungen (Erfahrungswissen) besprochen und einander gegenübergestellt werden.

Als Ergebnisse sind unterschiedliche Vorstellungen der Figuren zu erwarten. Diese Unterschiede werden vermutlich einerseits durch das unterschiedliche Vorwissen, andererseits aber auch durch die unterschiedliche Qualität des Verstehens an sich entstehen. Die Auswertung der empirischen Daten erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.

Die Ergebnisse sollen Konsequenzen für die Literaturdidaktik und damit für den Unterricht haben. Ziel der Arbeit könnte die Beschreibung der unterschiedlichen Fähigkeiten im Verstehen von Figuren von Schülern sein, ausserdem die Abhängigkeit dieser Fähigkeiten von der literarischen Vorlage. Als Folge wäre die Formulierung der Möglichkeiten betreffend der Textauswahl, der Methoden und Unterrichtsziele denkbar.

Vita

Geboren 1973 in Arbon/Schweiz

  • 1980-1989 Primar- und Sekundarschule in Arbon/Schweiz
  • 1989-1994 Lehrerseminar in Kreuzlingen/Schweiz
  • Juli 1994 Primarlehrerinnenpatent
  • 1995-1998 Unterricht an der Primarschule Neukirch/Schweiz (1./2. und 4./5. Klassen)
  • 1998-2004 Studium der Germanistik, Philosophie und Pädagogik/Pädagogischen Psychologie an der Universität Fribourg/Schweiz
  • 1998-2004 regelmässige Lehrtätigkeit (Stellvertretungen) an Primarschulen
  • 2000-2003 Hilfskraft am Institut für Germanistik (Universität Freiburg/Schweiz) (Germanistische Mediävistik)
  • Juli 2004 Lizentiat (Germanistik und Philosophie)
  • Oktober 2005 Lizentiat im Zusatzfach Pädagogik/Pädagogische Psychologie
  • Seit Okt. 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg Doktorandin im Promotionsprogramm „Fachdidaktische Lehr- und Lernforschung – Didaktische Rekonstruktion (ProDid)“ der Universität Oldenburg

Publikationen

Lüscher, Regula: Gedächtniskunst im „Wälschen Gast“. Erinnerungstechniken in Text und Bild im „Wälschen Gast“ des Thomasin von Zerklaere am Beispiel der Heidelberger Handschrift A (Cpg.389), unveröffentlichte Lizentiatsarbeit, Universität Freiburg/CH, 2004.


Lehrtätigkeiten


  • WiSe 2005/06 Seminar „Verstehen von Erzähltexten“
  • SoSe 2006 Seminar „Kunstmärchen im Unterricht der gymnasialen Oberstufe“
  • WiSe 2006/07 Seminar „Erstunterricht Lesen und Schreiben“

­

di4+z-zdlrxWebmastertswd (diz@unduksi-arooldenburg.de) (Stand: 07.11.2019)