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PAALiativ

PAALiativ

PAALiativ - Intelligente technische Unterstützungs­mög­lichkeiten in der häuslichen Ver­sor­gung für Menschen in ihrem letzten Lebensjahr

Hintergrund und Problem/Bedarf

Bedingt durch den demographischen Wandel nehmen der Anteil der älteren Bevölkerung und damit die Zahl der Menschen, die sich in den letzten zwölf Monaten ihres Lebens befinden, deutlich zu. Bis 2035 wird ihre Zahl auf über eine Million anwachsen (Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland). Gerade Menschen in dieser Lebensphase sind besonders zuwendungs- und pflegebedürftig. Viele von ihnen wünschen sich, ihre letzte Lebenszeit in der gewohnten, häuslichen Umgebung verbringen zu können, doch der überwiegende Anteil stirbt im Krankenhaus oder in einer anderen Institution.

Ansatz

Das Hauptziel ist die Ermöglichung einer möglichst gute Palliativversorgung durch die Integration moderner Technik mit den sozialen Systemen im häuslichen Umfeld von Patienten. Dazu werden die Versorgungsabläufe in Krisensituationen als abgestimmte Kriseninterventionspfade beschrieben. Weiterhin werden die Einbeziehung der Angehörigen sowie die Kommunikation mit und zwischen den Versorgern durch den Einsatz von Kommunikationstechnologien gefördert.

Hauskommunikationsplattform

Zur technischen Unterstützung wird eine Hauskommunikationsplattform entwickelt, die Aufgaben in drei Bereichen realisiert:

  1. Monitoring der medizinisch-pflegerisch relevanten Daten,
  2. Krisenintervention und
  3. Kommunikation der Akteure.

Auf diese Weise sollen Krisen des Patienten präventiv vermieden oder - im Falle des Eintritts - angemessen gemeistert werden, sowie die Sicherheit und soziale Integration gestärkt werden. Ein konkretes Ziel ist daher beispielsweise die Verhinderung von belastenden und unnötigen Krankenhausaufenthalten am Lebensende.

Modelle zur Nutzung der Dienstleistung

Es gibt zwei wesentliche, jeweils eigenständig tragfähige Modelle für die Nutzung der Dienstleistung. Im ersten Modell sind die Patienten als Selbstzahler direkte Kunden. Im zweiten Modell sind die Krankenkassen die Zahlenden im Rahmen der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in deren Rahmen durch das Projekt die Schaffung neuer Arbeitsplätze bei den beteiligten Versorgern forciert wird.

Umsetzung und Evaluation

Die Umsetzung des Versorgungsmodells wird exemplarisch an zwei Patientengruppen durchgeführt (sh. hierzu auch Motivation/Zielgruppe):

  1. Patienten mit einem Lungenkarzinom (Tumorpatienten) und
  2. Patienten mit einer Chronischen Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD, Nicht-Tumorpatienten).

Kooperationen/Förderung

Das Projekt wird zwischen 10/2009 bis 09/2012 am OFFIS-Bereich Gesundheit durchgeführt. Es wird vom BMBF gefördert. Die offizielle Webseite des Projekts ist unter PAALiativ zu finden.

Publikationen

Baumgartner, H.; Eckert, R.; Helmer, A.; Brell, M.; Hein, A. (2012): User Interfaces for a Medical Communication Platform. Proc. of 5. Deutscher AAL-Kongress, Berlin, Deutschland, 24.-25. Januar 2012, Paper 3.3, 5 pages.

Gaefke, C.; Baumgartner, H.; Brell, M.; Hein, A. (2011): System Architecture for Palliative Care in the Home Environment. In Proceedings 4th Congress on Ambient Assisted Living (R. Wichert and B. Eberhardt, Eds.), Springer Verlag, pp. 103-116.

Frenken, T.; Baumgartner, H.; Scheve, Ch.; Meyer, J.; Ulbts J.; Hein, A. (2010): Selbstbestimmt im letzten Lebensjahr: AAL-Technologien im Kontext der End-of-Life-Care. Tagungsband des 3. Deutschen AAL-Kongresses 2010, Paper 1.5, 5 Seiten.

Webmb4aster (dav4zidpu+f.sass@uol.aywnxde) (Stand: 21.08.2020)