Angewandte Forschung
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Angewandte Forschung
In Deutschland werden Methoden der Unterstützten Kommunikation in vielen Institutionen bereits eingesetzt. Jedoch ist dieser Einsatz häufig an bestimmte Personen gebunden. Die Forschung im Bereich der Unterstützten Kommunikation im deutschsprachigen Raum nimmt Schritt für Schritt zu. Um den Einsatz Unterstützter Kommunikation dauerhaft zu gewährleisten und voran zu treiben, ist eine theoriegeleitete Auseinandersetzung in vielen Feldern der Unterstützten Kommunikation noch notwendig und wichtig. Eine Übersicht zu laufenden Forschungs- und Promotionsprojekten finden Sie hier.
Einbindung in die Leitlinien der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und das Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Fakultät I:
Die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation der KoggE möchte unter der Berücksichtigung der Leitlinien der Universität Oldenburg die Beratungsorientierung unterstützen, um so den Studierenden eine praxisorientierte Lehre zu ermöglichen und die Bereiche Praxis und Forschung miteinander zu verzahnen. Durch die praxisbezogene Anwendung von Forschungsmethoden können Studierende zentrale, relevante berufspraktische Fähigkeiten bereits im Studium erlernen. Qualifikationen für eine wissenschaftliche Laufbahn werden vermittelt und die praxisorientierte, intensive Auseinandersetzung mit professionellen Anforderungen in der Diagnostik, Beratung und Förderung trägt zu der Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden bei. Ebenso ist das Konzept des Bereichs Unterstützte Kommunikation kompatibel mit den Forschungsschwerpunkten des Instituts für Sonder- und Rehabilitationspädagogik.
Aktuelle Forschungsprojekte
UK-Med – Unterstützte Kommunikation im Gesundheitswesen
Fachlich-inhaltlicher Hintergrund
Gesundheitswesen meint alle Einrichtungen oder Personen im Dienste des Erhalts, der Förderung oder der Wiederherstellung der Gesundheit. Im geplanten Projekt wird in internationaler Zusammenarbeit die Erhebung mit Blick auf die zentralen Einrichtungen - Krankenhaus, Arztpraxen und Hospiz - durchgeführt. Eine barrierefreie Kommunikation in diesen Einrichtungen ist essenziell für eine gute Versorgung. Diese ist bei Menschen mit Complex Communication Needs (CCN) gefährdet. Im medizinischen Kontext gehören hierzu nicht nur Menschen mit angeborenen Beeinträchtigungen oder neurologischen Erkrankungen, sondern - aktuell verstärkt durch demographische und migrationsbedingte Veränderungen - auch z.B. demenzerkrankte Menschen und Menschen mit geringen Kenntnissen der Landessprache. Aufgrund des gegenwärtigen Personalmangels zeigen sich in Deutschland die kommunikativen Barrieren zudem nicht nur auf Seiten der Patient*innen, sondern auch der zugewanderten medizinischen Fachkräfte. Für Menschen mit degenerativen Beeinträchtigungen ist Unterstützte Kommunikation (UK) zudem für die Begleitung im Sterbeprozess von großer Bedeutung. Um die Bedarfe dieser Zielpersonen ausreichend zu berücksichtigen, wird die Erhebung im Sinne der partizipativen Forschung nicht nur mit Fachpersonal, sondern auch mit Menschen mit CCN und mit Eltern betroffener Kinder durchgeführt. Außerhalb des Gesundheitswesens werden Menschen mit kommunikativen Beeinträchtigungen idealerweise mit Mitteln der Unterstützten Kommunikation gemäß UN-BRK Art. 24 (3) und ICF d310–369 (in Deutschland umgesetzt im SGB V) versorgt, in der medizinischen Versorgung sind diese Mittel jedoch kaum bekannt. (Blackstone/Pressman 2016, Grans/Beer 2018 nach Erdélyi/Hennig 2020) Hieraus ergibt sich die entsprechende Forschungslücke, der sich das Projekt widmet.
Bausteine des Projekts
Das Projekt begann 2013 mit der forschungsbasierten Entwicklung von Kommunikationshilfen nach dem Prinzip des Design Thinking. Seitdem haben sich folgende Forschungsschwerpunkte gebildet:
1. Entwicklung von bildbasierten Kommunikationsmappen und Apps für die Kontexte
- Apotheke (UK Apo)
- Pflege (UK Pflege)
- Notfall (UK Notfall)
- Onkologie (UK Onkologie)
- Pädiatrische Pulmologie und Allergologie (UK Pulmologie)
- Pädiatrische Neurologie (UK Neurologie)
- Neonatologie (UK Neonatologie)
- Hospiz (UK Hospiz)
2. Erhebung von Barrieren und Förderfaktoren zur Implementation barrierefreier Kommunikation in der medizinischen Versorgung
- Befragung von Klinikmitarbeitenden
- Befragung von Menschen mit CCN
3. Erhebung von Barrieren und Förderfaktoren zur barrierefreien Orientierung in der Kllinik
- Befragung von Klinikmitarbeitenden
- Befragung von Eltern
AAC-Med – Augmentative and Alternative Communication (AAC) in Healthcare
Background and Context
The healthcare sector encompasses all institutions and professionals dedicated to maintaining, promoting, or restoring health. This international research project focuses on the key settings of healthcare delivery – hospitals, medical practices, and hospices – and investigates communication accessibility within these environments. Effective communication is essential for high-quality care, yet it is often compromised for individuals with Complex Communication Needs (CCN). This group includes not only people with congenital disabilities or neurological conditions but increasingly also individuals with dementia and those with limited language proficiency due to demographic and migratory shifts. In Germany, current staffing shortages further exacerbate communication barriers, not only for patients but also among migrant healthcare professionals. For people with degenerative conditions, AAC also plays a vital role in end-of-life care.
To accurately assess the needs of all stakeholders, the project applies a participatory research approach that includes healthcare professionals, individuals with CCN, and parents of children affected. While AAC is recognized as essential outside of healthcare (as per UN CRPD Article 24(3) and ICF d310–369, implemented in Germany through SGB V), it remains largely unfamiliar in medical settings. This gap forms the foundation of the project’s research focus.
Project Components
The project began in 2013 with the research-based development of AAC tools using Design Thinking methods. Since then, key research areas have emerged:
1. Development of visual AAC tools (communication books and apps) for specific healthcare contexts:
- Pharmacy (UK Apo)
- Nursing care (UK Pflege)
- Emergency care (UK Notfall)
- Oncology (UK Onkologie)
- Pediatric pulmonology and allergology (UK Pulmologie)
- Pediatric neurology (UK Neurologie)
- Neonatology (UK Neonatologie)
- Hospice care (UK Hospiz)
2. Analysis of barriers and facilitators for implementing AAC in healthcare:
- Surveys with hospital staff
- Surveys with individuals with CCN
3. Analysis of barriers and facilitators for barrierfree wayfinding and orientation in clinical settings:
- Surveys with hospital staff
- Surveys with parents