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News

Internationale Auszeichnungen durch Aktivitäten in Gewaltschutz, Transitionsprozessen und „Universal Design“

Freut euch mit uns: Wir haben zwei Preise gewonnen.

Die „International Society of Augmentative and Alternative Communication” (ISAAC) hat in Anerkennung an ihre langjährige internationale Forschungsaktivität Frau Apl. Prof. Ingeborg Thümmel als „Key Influencer“ ausgezeichnet. Hierbei zeichnete sie sich u.a. durch ihre Entwicklung von Hilfen für den beruflichen Übergang und selbstbestimmte Berufsentscheidungen sowie für ihr großes Engagement zum Schutz gegen sexuelle Gewalt aus. In beiden Feldern erfahren Menschen, die durch ihre Beeinträchtigung in der lautsprachlichen Kommunikation eingeschränkt sind, erhebliche Diskriminierungen.

Fast gleichzeitig zeichnete das National Institute of Health (NIH) Frau Dr. Roberta Nicosia aus, die seit 2020 als Hilfskraft in den oben benannten Projekten mitarbeitet. Über diese Mitarbeit hinaus schrieb sie ihre Bachelor-Arbeit in ihrem Zweitstudium Sonderpädagogik über das sog. „Universal Design“, das Menschen mit Handicaps vor Diskriminierungen in der modernen digitalen Welt schützen soll. Das Motto ist „ein Design für alle“, statt „eins für wenige“ oder „mehrere verschiedene für verschiedene Zielgruppen“, was letztlich wieder zu Diskriminierungen führt. Nach der in Kooperation mit Prof. Joan Borman der University of Pretoria begutachteten Bachelor-Arbeit reichte sie für den Internationalen Kongress von ISAAC ein ePoster mit dem Titel “How to develop a web-space accessible and usable by all. The hypothesis of Universal Design” ein. Sie wurde ausgewählt, eine der selten vergebenen Förderungen des NIH zu erhalten, um kostenlos an der größten internationalen Tagung von ISAAC im Feld der Unterstützten Kommunikation teilnehmen zu können.

Dank ergeht in diesem Zusammenhang an das Institut für Informatik, die IT-Dienste der Universität Oldenburg und die regionale IT-Firma Embeteco. Mit deren Unterstützung war es Frau Dr. Nicosia möglich, zum Projekt TiT ein Portal zu erstellen, dass dem Ziel des Universal Designs folgt: https://olbot.uni-oldenburg.de/

Mit den Auszeichnungen werden somit gleichzeitig das vom BMAS geförderte Forschungsprojekt „Teilhabe im Transitionsprozess“ (TiT, Projektleitungen: Frau Prof’in Dr. Andrea Erdélyi, Frau Apl. Prof’in Ingeborg Thümmel) sowie eine Teilstudie zu „Gewalt und Gewaltschutzfaktoren in stationären Einrichtungen“ gewürdigt. Die Teilstudie wurde im Rahmen des Projektes „Gewaltschutzstrukturen für Menschen mit Behinderungen in Deutschland“ (Projektleitung: Frau Dr. Monika Schröttle, Institut für empirische Soziologie an der Universität Erlangen-Nürnberg) von Frau Apl. Prof.‘in Dr. Thümmel durchgeführt. Beide Forschungsprojekte werden unterstützt von Bachelor- und Masterstudierenden, die ihre Abschlussarbeiten schreiben.

Das Video https://www.youtube.com/watch?v=6c_VxduzTqA stellt die beiden Preisträgerinnen vor. Es wurde in Vorbereitung zum diesjährigen Kongress vom 9.-12. August 2021 von ISAAC ins Netz gestellt.

Sonderpädagogik-Studierende unterstützen den schulischen Neustart nach Corona

Die Schulen starten mit dem Abklingen der Pandemie wieder mit dem Unterricht für alle Klassen. Dabei zeigt sich, dass die Phase digitalen Lernens während der Pandemie nicht immer die optimale Lernsituation für alle Lernenden darstellte, sei es aus technischen, motivationalen oder sozialen Gründen. Das Lernen allein zuhause bietet nicht immer die Chancen und Hilfen, die notwendig sind!

Mehr als 70 Studierende im Master-Studiengang Sonderpädagogik, die sich Kompetenzen in evidenzbasierten Maßnahmen der Förderung im Rahmen ihres Studiums im Arbeitsbereich Lernen des Instituts für Sonder- und Rehabilitationspädagogik (Alissa Schüürmann, Clemens Hillenbrand und Anna-Maria Hintz) angeeignet haben, engagieren sich nun in Unterstützungsangeboten in Schulen und Kitas der Region. Sie bieten aktuell neben Fördermaßnahmen im schulischen Lernen auch Unterstützung in den Bereichen Motivation, Lern- und Arbeitsverhalten sowie sozial-emotionale Kompetenzen an. Die Fortschritte und Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler werden durch die Studierenden auch evaluiert, sie geben dann ein Feedback an die Lernenden zurück.

Die Studierenden erfüllen damit zugleich eine Prüfungsanforderung ihres Studiengangs Lehramt Sonderpädagogik und erwerben praktische Kompetenzen in der sonderpädagogischen Unterstützung. Die Ergebnisse aller Projekte werden in einem gemeinsamen Präsentationsnachmittag zu Beginn des Wintersemesters vorgestellt, Fachkräfte aus der Praxis sind eingeladen und gegenseitige Anregungen werden ausgetauscht. Diese Erfahrungen und viele Materialien nehmen die Studierenden mit in ihre berufliche Laufbahn.

(Alissa Schüürmann/ Clemens Hillenbrand)

(Stand: 26.07.2021)