Carl von Ossietzky University Forum
Carl von Ossietzky University Forum
Auftakt im Rahmen der Frauen*vollversammlung
Im Rahmen der diesjährigen Frauenvollversammlung fand die Auftaktveranstaltung des von der Zentralen Gleichstellungsstelle initiierten Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy statt. Die Veranstaltung bot den Raum, zentrale gesellschaftliche und hochschulpolitische Fragestellungen und gegenwärtigen Herausforderungen mit einem besonderen Schwerpunkt auf Chancengleichheit und Gleichstellung der Geschlechter gemeinsam zu diskutieren und Perspektiven aus allen Statusgruppen der Hochschule zusammenzuführen.
Das Carl von Ossietzky University Forum versteht sich als partizipatives Format, das bewusst auf einen Bottom-up-Ansatz setzt: Mitglieder der Hochschule – unabhängig von Position oder Funktion – sind eingeladen, ihre Erfahrungen, Ideen und Impulse einzubringen und aktiv an der inhaltlichen Ausgestaltung mitzuwirken.
*Der Begriff Frauen umfasst alle Menschen, die sich als Frauen definieren und aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder gesellschaftlichen Zuschreibung von geschlechtsspezifischer Diskriminierung betroffen sind. Der Begriff Frauen bezieht ausdrücklich auch trans, inter, nicht-binäre und genderqueere Personen ein, die sich unter diesem Begriff einordnen.
Hintergrund und Leitgedanke
Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg trägt ihren Namen bewusst: Die Gründer wollten ein Zeichen setzen für Mut, Zivilcourage und die Verteidigung demokratischer Werte. Was wiederum bedeutet, dass Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg nicht nur als Wissensvermittlung verstanden wird, sondern als ethische Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Demokratie.
Das Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy setzt sich hierbei konkret mit den Wertvorstellungen des Namensgebers auseinander und ist dabei mehr als ein historischer Bezugspunkt. Es fungiert als Maßstab für zentrale Fragen unserer Zeit:
Akademische Integrität
Demokratische Standfestigkeit
Ethische Forschungspraxis
Gesellschaftliche Verantwortung von Universitäten
Zentrale Themen der Auftaktveranstaltung
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen insbesondere zwei grundlegende Prinzipien:
1. Freiheit von Wissenschaft und Meinungsäußerung
Die Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Meinungsfreiheit bilden das Fundament einer offenen und demokratischen Gesellschaft. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass diese Freiheiten zunehmend unter Druck geraten können – sei es durch politische Einflussnahme, gesellschaftliche Polarisierung oder persönliche Angriffe.
2. Gesellschaftliche und institutionelle Verantwortung
Wissenschaftliche Institutionen tragen eine besondere Verantwortung für die Förderung von Chancengleichheit, Gleichstellung, Diversität und Inklusion. Diese Werte sind heute fest in den Strategien zentraler Wissenschaftsorganisationen verankert:
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) integriert Gleichstellung und Diversität als festen Bestandteil ihres Förderhandelns und versteht Vielfalt als Ressource für wissenschaftliche Qualität.
Die Leibniz-Gemeinschaft unterstützt Gleichstellung unter anderem durch Programme zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie durch strukturelle Maßnahmen.
Zusammenschlüsse wie die Allianz der Wissenschaftsorganisationen oder die Hochschulrektorenkonferenz positionieren sich klar für eine offene Gesellschaft, Demokratie und Vielfalt.
Darüber hinaus ist Gleichstellung rechtlich verankert, etwa im Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, und prägt somit die institutionelle Ausrichtung von Hochschulen maßgeblich.
Zentrale Fragestellung: Reicht das aus?
Gleichzeitig wurde im Forum auch Raum für kritische Perspektiven eröffnet: Debatten über konkrete Gleichstellungs- und Diversity-Maßnahmen oder deren Umsetzung existieren – insbesondere in fachwissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Kontexten. Diese Vielfalt an Positionen unterstreicht die Notwendigkeit eines offenen, reflektierten Dialogs. Trotz klarer Bekenntnisse stellt sich eine entscheidende Frage:
Reichen institutionelle Stellungnahmen und Strategien aus, um Wissenschaftsfreiheit, Gleichstellung und demokratische Werte nachhaltig zu sichern?
Erste Ergebnisse des offenen Austauschs im Rahmen des Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy verdeutlichen: Es braucht mehr als programmatische Aussagen.
Ziele des Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy
Das Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy knüpft genau hier an und verfolgt folgende Ziele:
Aktuelle Herausforderungen sichtbar machen: über abstrakte Prinzipien hinaus konkrete Entwicklungen benennen
Erfahrungen teilen: etwa im Umgang mit Angriffen auf Wissenschaftsfreiheit oder Persönlichkeitsrechte
Dialog stärken: zwischen unterschiedlichen Statusgruppen und Perspektiven
Vernetzung fördern: innerhalb der Hochschule und darüber hinaus
Handlungsansätze entwickeln: gemeinsam und praxisnah
Ausblick: Ein offenes Format für kontinuierlichen Austausch
Die Auftaktveranstaltung markiert den Beginn einer Veranstaltungsreihe, die künftig regelmäßig stattfinden wird. Ziel ist es, einen dauerhaften Raum für Austausch, Partizipation, Reflexion und gemeinsame Gestaltung zu schaffen.
Das Carl von Ossietzky University Forum – Science and Democracy lädt alle Mitglieder der Hochschule ein, sich aktiv zu beteiligen und die Diskussionen mitzugestalten. Denn die Verteidigung von Wissenschaftsfreiheit, Demokratie und Gleichstellung ist keine abstrakte Aufgabe – sie lebt vom Engagement der Hochschulgemeinschaft.