Panel I

Panel I: Queering und Dekolonialisierung in Kunst und visueller Kultur|Queering and decolonizing art and visual culture

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Queere, feministische und trans* Wissenschaftler_innen of Color haben gezeigt, dass hegemoniale Macht- und Herrschaftsverhältnisse entlang der Differenzlinien „Rasse“/race, Geschlecht, Sexualität, Klasse unter anderem im Feld des Visuellen über Bilder und Medien (re)produziert, aufrecht erhalten, aber auch bestritten und bekämpft werden (u.a. Hall, Mercer, hooks, Halberstam, Muñoz). An diese Erkenntnisse anschließend fragt das Panel danach, welche Rolle Kunst, künstlerische Praxen und eine Auseinandersetzung mit visueller Kultur für (Queer) of Color-Kritik und -Aktivismus spielen können. Dabei geht es einerseits darum, die Ausschlusskriterien des Kunstsystems selbst kritisch zu reflektieren und mögliche Interventionen zu diskutieren, andererseits um Fragen danach, wie mittels künstlerischer Verfahren normalisierte Machtverhältnisse, wie Eurozentrismus und der weiße Blick in der Kunstgeschichte (Micossé-Aikins), angreifbar gemacht und empowernde Selbst-repräsentationen geschaffen werden.

Im Zusammenbringen von Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen geht das Panel Fragen wie den Folgenden nach: Wie lassen sich aktuelle Problemstellungen aus Ansätzen einer Queer of Color-Kritk enger mit Repräsentationskritik und Fragen nach der (Re-)Produktion von Machtverhältnissen im Feld des Visuellen verknüpfen? Welche Rolle spielen Kunst, Medien und visuelle Kultur in der Herstellung normativer Ordnungen und für Prozesse des Othering? Welche Affekte und Zeitlichkeiten werden dabei mobilisiert? Was kommt dabei heraus, wenn queere Künstler_innen of Color eigene Bilder produzieren, eigene Geschichte(n) schreiben und Selbstrepräsentationen schaffen? Welche Möglich-keiten und Grenzen beinhaltet der Kunstbetrieb? Kann Kunst zu einer Dekolonisierung und zu einem Queering von (visueller) Kultur, Medien und Gesellschaft beitragen? Hat Kunst ein besonderes Potenzial, Normen, normalisierte und naturalisierte Machtverhältnisse sichtbar zu machen? Welche künstlerischen Praxen haben hierbei ein widerständiges Potenzial? Welche ästhetischen, medialen und intermedialen Strategien sind dafür geeignet?

 

DO 29. JANUAR 2015

19.00-20.30 
Roundtable mit|Roundtable with
Sandrine Micossé-Aikins (Berlin) & Raju Rage (London)

Moderation: Rena Onat

 

Queering and decolonizing art and visual culture

Queer, feminist and trans* academics of Color have pointed out that the field of the visual plays a crucial role in (re)producing, maintaining, contesting and resisting hegemonial power relations along the differentiating lines of race, gender, sexuality and class, among other identity categories (see, for example, Hall, Mercer, hooks, Halberstam, Muñoz). With these considerations in mind, this panel asks what role art, artistic practices and theoretical analyses of visual culture play for (queer) of Color criticism and activism. In pursuing this line of questioning, we also invite reflections on the art system’s exclusion criteria, discussions about potential interventions into that system and how normalized power structures, like Eurocentrism or the white gaze of art history (Micossé-Aikins), can be challenged through artistic practices and the creation of empowering self-representations.

Bybringingtogetherartists,academicsandactivists,thispanelintendstoexamineissues,suchas,howcancurrentdebatesconcerningapproachesofQueerofColor Critiquebefurtherconnectedtocriticalanalysesofrepresentationandtoquestionsof(re)producingpowerstructureswithinthefieldofthevisual?Howareart,mediaandvisualculturehistoricallyandcurrentlyinvolvedinprocessesofotheringandestablishingnormativeorders?Whichaffectsandtemporalitiesarebeingmobilizedintheseprocesses?WhathappenswhenqueerartistsofColorcreatetheirownimagesorwritetheirownhistoriesandself-representations?Whichpossibilitiesareavailablewithintheartsystemandwhichboundariesaresetbyit?Canartcontributetoqueeringanddecolonizing(visual)culture,mediaandsociety,andifso,how?Doesarthavetheabilitytomakecertainpowerrelationsvisible thatareotherwisebeingcoveredupthroughprocessesofnormalizationandnaturalization?

Whichartisticpracticesholdsubversivepotential?Whichartistic,medialandintermedialstrategiesareespeciallyuseful?

 

DO 29. JANUAR 2015

19.00-20.30 
Roundtable mit|Roundtable with
Sandrine Micossé-Aikins (Berlin) & Raju Rage (London)

Moderation: Rena Onat


(Stand: 09.06.2021)