Ökotoxikologie von Korallen

Dr. Mareen Möller

Schleusenstraße 1
26382 Wilhelmshaven
Deutschland

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Ökotoxikologie von Korallen

Entwicklung standardisierter ökotoxikologischer Tests mit Korallen

UV-Filter in Sonnenschutzmitteln sind unerlässlich, um die menschliche Haut vor Sonnenstrahlung zu schützen. Die Auswirkungen dieser Verbindungen auf die Meeresumwelt sind jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Insbesondere die Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln auf Korallen werden unter Wissenschaftlern und in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Bislang fehlen fundierte Daten, auf deren Grundlage Gesetzgeber, Hersteller und Verbraucher fundierte Entscheidungen treffen können. Standardisierte Tests zur Gewinnung ökotoxikologischer Daten sind für Süßwasserorganismen die Norm, für Meereslebewesen gibt es jedoch nur wenige und für Korallen gar keine.

Unser Team um Prof. Dr. Peter Schupp entwickelt diese Tests in Zusammenarbeit mit BASF. Erste Tests mit Larven und Korallenfragmenten wurden entwickelt und die Ergebnisse auf dem International Coral Reef Symposium (ICRS) und der Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) vorgestellt. Wir arbeiten mit anderen Gruppen weltweit zusammen, um die Standardisierung der entwickelten Experimente zu koordinieren.

Ein standardisiertes Testsystem für Korallen kann nicht nur mit UV-Filtern verwendet werden, sondern auch mit einer Vielzahl anderer Schadstoffe, die in Korallenriffe gelangen. Die Ergebnisse verschiedener Experimente werden vergleichbar sein und hoffentlich die Grundlage für fundierte Entscheidungen von Verbrauchern, Unternehmen und Gesetzgebern bilden. Auch wenn der Klimawandel die größte Bedrohung für Korallenriffe weltweit darstellt, kann auch die Umweltverschmutzung Auswirkungen haben, weshalb es wichtig ist, potenziell schädliche Verbindungen zu identifizieren.

(Stand: 18.02.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p94059
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