Kontakt:
Prof. Dr. Jan Sauermann
Institut für Sozialwissenschaften (» Postanschrift)
Sekretariat:
Debbie Bunjes
Fakultät I - Bildungs- und Sozialwissenschaften (» Postanschrift)
studentische Hilfskraft
Moderne Politische Theorie
Dr. Jan Sauermann ist im März 2021 auf die Professur für „Moderne Politische Theorie“ am Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg berufen worden. Zuvor war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaft an der Universität zu Köln tätig.
Sauermann studierte Volkswirtschaftslehre sozialwissenschaftlicher Richtung an der Universität zu Köln. Nach einer Station als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für vergleichende Politikwissenschaft und einem Forschungsaufenthalt an der New York University promovierte er 2010 im Rahmen der International Max Planck Research School on the Social and Political Constitution of the Economy in Köln. Anschließend war er als Post-Doktorand am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung tätig, bevor er als Akademischer Rat an die Universität zu Köln zurückkehrte.
Zu Sauermanns Forschungsschwerpunkten gehören die experimentelle Politikwissenschaft und politische Theorie. Dabei konzentriert er sich auf Fragen, wie Gruppen gemeinsame Ziele erreichen können und wie sie zu gemeinsamen Entscheidungen gelangen. Sein besonderer Fokus liegt hier auf der Erforschung neuer Abstimmungsmechanismen und der Frage, wie soziale Vorlieben wie Fairness und Selbstlosigkeit die Entscheidungsfindung beeinflussen.
Aktuelles
Gastbeitrag zum Geburtstag des Grundgesetzes
Die Menschen in Deutschland zählen zu den nur noch sieben Prozent der Weltbevölkerung, die in einer liberalen Demokratie leben. Für ihren Erhalt sind wir alle gefragt, so Politikwissenschaftler Jan Sauermann in seinem Gastbeitrag zum Geburtstag des Grundgesetzes.
Den gesamten Beitrag finden Sie hier.
Jahrestagung des DVPW (Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft) Arbeitskreises Demokratieforschung 2026
Auf der diesjährigen Jahrestagung des DVPW-Arbeitskreises Demokratieforschung präsentiert Dirk Stierand den gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Sauermann verfassten Artikel „Eroding Cement of Society? The Effect of Polarization on Trust and Solidarity in a Behavioral Experiment” (Preprint).
Darin untersuchen die Autoren, wie sich affektive Polarisierung auf Vertrauen und Solidarität auswirkt. Die Ergebnisse des durchgeführten Online-Experiments zeigen, dass politische Identitäten einen starken Einfluss auf das Vertrauen haben: Vertrauen ist bei Personen mit unterschiedlichen Parteipräferenzen deutlich geringer und lässt sich anhand der Einstellung der Probanden gegenüber der Parteirpäferenz der anderen Gruppenmitglieder vorhersagen. Unterschiedliche politische Identitäten haben zudem einen signifikanten, wenn auch geringeren negativen Einfluss auf Solidarität. Darüber hinaus beobachten die Autoren eine Kluft zwischen Wählern der rechtspopulistischen AfD und den Wählern der meisten anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Während AfD-Wähler ein signifikant geringeres Maß an Vertrauen zeigen, sind Wähler anderer Parteien ihnen gegenüber signifikant weniger vertrauenswürdig und zeigen sich weniger solidarisch.
Die Tagung findet am 1. und 2. Oktober 2026 an der Humboldt-Universität zu Berlin statt.
Workshop: „Polarized Democracies: New Lines of Division in Europe”
Im Rahmen des Workshops hält Dirk Stierand am 11. Juni einen Vortrag zum Thema „The Effect of Polarization in a Behavioral Experiment“. Dem Vortrag liegen die gemeinsam mit Prof. Dr. Jan Sauermann verfassten Artikel „Who Do Germans Loathe? Attitudes towards Parties, Politicians and Voters in Germany“ und „Eroding Cement of Society? The Effect of Polarization on Trust and Solidarity in a Behavioral Experiment” (Preprints) zu Grunde. Darin untersuchen die Autoren, inwieweit sich Polarisierung gegenüber Parteien von Polarisierung gegenüber Politikern und Wählern unterscheidet, und wie sich diese im experimentellen Setting auf Vertrauen und Solidarität auswirken.
Veranstaltungsbeschreibung:
Politische Polarisierung ist zu einem immer wiederkehrenden Thema in Debatten über den Zustand der europäischen Demokratien geworden. Sie prägt die Art und Weise, wie Bürger mit politischen Gegnern umgehen, wie sich Parteien positionieren und wie das Vertrauen in demokratische Institutionen aufrechterhalten oder untergraben wird. Polarisierung zeigt sich in verschiedenen Bereichen – darunter Konflikte um Werte, Identität und soziale Ungleichheiten sowie öffentliche Debatten über Migration und kulturellen Wandel, die oft starke emotionale und moralische Reaktionen hervorrufen.
Gleichzeitig warnt die Wissenschaft vor allzu dramatischen oder eindimensionalen Darstellungen der Polarisierung, die deren Komplexität, Vielfalt und mehrdeutige demokratische Auswirkungen außer Acht lassen. Zu verstehen, wann Polarisierung schädlich wird – und wann sie Ausdruck legitimer demokratischer Auseinandersetzungen ist –, bleibt eine wichtige analytische Herausforderung.
Dieser Workshop bringt Nachwuchswissenschaftler (Doktoranden im fortgeschrittenen Stadium und Postdoktoranden) aus ganz Europa zusammen, um zu untersuchen, wie verschiedene Formen der Polarisierung entstehen, wie sie sich mit Themen wie Migration und Identität überschneiden und wie sie das demokratische Leben neu gestalten. Ziel ist es, empirische Erkenntnisse und theoretische Perspektiven zu politischer und affektiver Polarisierung, rechtsextremer Mobilisierung, Medienlandschaften sowie Strategien zur Stärkung des demokratischen Zusammenhalts und der demokratischen Resilienz miteinander zu verknüpfen.
Der Workshop findet am 11. und 12. Juni im MIDEM-Forschungszentrum, Würzburger Str. 46, 01187 Dresden, statt und wird in englischer Sprache abgehalten.
Link zur Veranstaltung (Programmheft und Registrierung): https://forum-midem.de/polarized-democracies-new-lines-of-divison-in-europe/
Wissenschaft trifft politische Praxis:
Niedersachsenpanel präsentiert erste Ergebnisse im Leibnizhaus Hannover
Was bewegt die Menschen in Niedersachsen? Wie stehen sie zu Klimaschutz, Demokratie und künstlicher Intelligenz? Antworten auf diese Fragen liefert das Niedersachsenpanel – und präsentierte sie erstmals einer breiten Öffentlichkeit aus Politik und Gesellschaft: Am 5. Mai 2026 hatten die Projektverantwortlichen zum Workshop „Wissenschaft trifft politische Praxis“ ins Leibnizhaus Hannover eingeladen.
Das Niedersachsenpanel ist ein langfristig angelegtes, interdisziplinäres Forschungsinstrument, das Einstellungen und Verhaltensweisen der Bevölkerung in Niedersachsen systematisch erfasst. Seit dem Start im Juli 2025 haben sich mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer registriert. Das Panel ist Teil des Wissenschaftsraums „Verhaltensökonomik und gesellschaftliche Transformation“, gefördert im Rahmen des Programms zukunft.niedersachsen der VolkswagenStiftung und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
Die Eingangsbefragung (August 2025 bis März 2026) hat bereits aufschlussreiche Ergebnisse zu zentralen gesellschaftlichen Themen geliefert: politische Einstellungen und Demokratiezufriedenheit, Haltungen zu Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie die Nutzung und Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz. Diese Befunde wurden beim Workshop erstmals Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft vorgestellt und sind auf breite Resonanz gestoßen.
„Das Niedersachsenpanel soll nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern diese auch für eine evidenzbasierte Politikgestaltung nutzbar machen“, betont Prof. Dr. Mario Mechtel, Projektleiter und Professor für empirische Mikroökonomik an der Leuphana Universität Lüneburg. „Der Dialog mit politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit.“
Neben der Vorstellung erster Studienergebnisse wurde gemeinsam diskutiert, welche weiteren Themen für das Niedersachsenpanel zukünftig interessant sein könnten und wie wissenschaftliche Erkenntnisse für eine zukunftsorientierte Politik genutzt werden können.
„Die große Resonanz auf unsere ersten Ergebnisse zeigt, wie hoch das Interesse an wissenschaftlich fundierten Einblicken in gesellschaftliche Entwicklungen in Niedersachsen ist“, sagt Dr. Janina Kraus, Projektkoordinatorin. „Besonders erfreulich ist, dass im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft bereits zahlreiche Synergien identifiziert wurden. Genau dieser Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis ist entscheidend, um gemeinsame Perspektiven für zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.“
Eine Registrierung beim Niedersachsenpanel ist weiterhin alle mit Erstwohnsitz in Niedersachsen unter www.niedersachsenpanel.de möglich.
Das Projekt wird von sieben niedersächsischen Universitäten und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT getragen: Technische Universität Clausthal, Georg-August-Universität Göttingen, Leibniz Universität Hannover, Leuphana Universität Lüneburg, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Universität Osnabrück und Universität Vechta.
Pressekontakt:
Dr. Janina Kraus
Projektkoordination Niedersachsenpanel
E-Mail:
Telefon: 04131-677-2938
Web: www.niedersachsenpanel.de