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Kim Braun
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Forschungsdatenmanagement

Qualitätsgesicherte Forschungsdaten bilden einen Grundpfeiler wissenschaftlicher Erkenntnis. Die nachhaltige Sicherung und die Bereitstellung von Forschungsdaten dienen der Nachvollziehbarkeit früherer Ergebnisse, der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie als Grundlage weiterer Forschung.

Forschungsdaten sind genauso vielfältig wie Forschungsfelder. Im Allgemeinen versteht man darunter Daten, die während eines wissenschaftlichen Forschungsprozesses entstehen. Sie werden abhängig von der Disziplin, der Forschungsfrage und unter Anwendung verschiedener Methoden erzeugt, gesammelt, beobachtet, simuliert oder abgeleitet und werden so Grundlage von Forschungsergebnissen sowie von weiterer Forschung.

Forschungsdatenmanagement umfasst alle Bereiche der Datenverwaltung: die Datenerfassung und -beschreibung, die Datenaufbewahrung, die Datensicherung und die Datensicherheit sowie die Freigabe und Publikation von Daten. Für die Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten ist es notwendig, auch den Entstehungskontext und -prozess sowie die benutzten Werkzeuge zu dokumentieren und ggf. bereitzustellen.

Umgang mit Forschungsdaten an der Carl von Ossietzky Universität

Das Präsidium hat 2020 das Papier "Umgang mit Forschungsdaten an der Universität Oldenburg" verabschiedet.

"Die Universität Oldenburg ermöglicht offenen Zugang zu Forschungsdaten entsprechend der sogenannten FAIR-Prinzipien (The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship, doi.org/10.1038/sdata.2016.18). Ziel ist es, die Qualität, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Wissenschaft zu fördern. Forschungsdaten sind die Basis für wissenschaftliche Erkenntnis. Die Bereitstellung und nachhaltige Sicherung von Forschungsdaten dienen der Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie der Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen. Ebenso können sie Grundlage für weitere Forschung und der Erzielung künftiger Ergebnisse sein.

Forschungsdaten sind alle Daten, die während eines wissenschaftlichen Forschungsprozesses entstehen. Sie werden abhängig von der Disziplin, der Forschungsfrage und unter Anwendung verschiedener Methoden erzeugt, gesammelt, beobachtet, simuliert oder abgeleitet. Nach dem Prinzip der Wissenschaftsfreiheit, die verfassungsrechtlich gewährleistet ist, halten Hochschullehrerinnen und -lehrer die Urheber- und Nutzungsrechte an den von Ihnen erzeugten Forschungsdaten. Alle anderen eigenständig Forschenden halten Urheber- und Nutzungsrechte je nach Ausgestaltung ihrer vertraglichen Anbindung an die Universität.

Ein Forschungsdatenmanagement umfasst alle Bereiche der Datenverwaltung: die Datenerfassung und -beschreibung, die Datenaufbewahrung, die Datensicherung und die Datensicherheit sowie die Freigabe und Publikation von Daten. Für die Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten ist es notwendig, auch den Entstehungskontext und -prozess sowie die benutzten Werkzeuge zu dokumentieren und ggf. bereitzustellen.

Um den Umgang mit Forschungsdaten zu organisieren, empfiehlt das Präsidium der Universität Oldenburg den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein nachhaltiges Management ihrer Forschungsdaten entsprechend der FAIR-Prinzipien. Es soll sichergestellt werden, dass Forschungsdaten gemäß der in ihrem jeweiligen Fachgebiet etablierten Standards aufbereitet sowie der gesamte Forschungszyklus und die verwendeten Werkzeuge und Verfahren dokumentiert werden. Dazu empfiehlt das Präsidium den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Forschungsdaten analog zu ihren wissenschaftlichen Publikationen gemäß der Open Access-Leitlinie frühestmöglich in geeigneten und anerkannten nationalen und internationalen Fachrepositorien öffentlich zugänglich zu machen. Dabei sind die wissenschaftlichen und rechtlichen Interessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der Schutz persönlicher Daten von Probandinnen und Probanden, Patientinnen und Patienten und anderen von den erhobenen Daten betroffenen Personen sowie weitere Verpflichtungen gegenüber Dritten zu beachten.

Die Universität Oldenburg unterstützt und fördert die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch die Bereitstellung von Serviceleistungen in ihrem Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) bei der Umsetzung eines nachhaltigen Forschungsdatenmanagements. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten Unterstützung bei der Erstellung von Datenmanagementplänen und -strategien. Die IT-Dienste der Universität Oldenburg stellen in Abstimmung mit dem Präsidium Speicherlösungen in angemessenem Umfang bereit und bieten damit (im Sinne einer grundständigen Versorgung) Lösungen für die angemessene Aufbewahrung und technische Verfügbarkeit von digitalen Forschungsdaten an. Darüberhinausgehende spezifische Anforderungen sind abzustimmen und ggf. zusätzlich zu finanzieren."

re3data - Registry of Research Data Repositories

Das re3data Repositorium für Repositorien indexiert und informiert seit 2012 über nahezu 2.500 Forschungsdaten-Repositorien. Dies sind sowohl Fachrepositorien wie auch institutionelle Repositorien verschiedenster Forschungseinrichtungen, die von ihren jeweiligen Betreibern aktiv in re3data registriert wurden. In re3data können Forscher, Fördereinrichtungen, Verleger sowie Forschungsreinrichtungen nach inhaltlich passenden, technisch adäquaten und internationalen FDM-Standards entsprechenden Forschungsdaten-Repositorien suchen.

Tipps zum Datenmanagementplan

Ein Datenmanagementplan (DMP) beschreibt systematisch, wie mit in Projekten erzeugten und/oder verwendeten For­schungs­daten umgegangen werden wird, sowohl während der Laufzeit eines Projektes als auch nach dessen Abschluss. Er dokumentiert Erzeugung, Beschreibung, Speicherung, Pflege und Verarbeitung der Daten. Ein DMP hilft, Daten für Dritte interpretierbar und nachnutzbar zu machen.

Die Tipps zur Erstellung eines DMP sollen Hilfestellung für die Erstellung eines DMP bieten, aber sie können nicht alle spezifischen An­forderungen einzelner Förderorganisationen abbilden. Es ist also unabdingbar, die jeweiligen genauen Anforderungen einer Förderinstitution an einen DMP zu erfragen und zu berücksichtigen.

Institutionelles Forschungsdaten-Repositorium

Das Bibliotheks- und Informationssystem bereitet die Implementierung eines institutionellen Forschungsdaten-Repositoriums vor. In einer Testinstanz wird zzt. eine entsprechende Open-Source-Software getestet, die nach erfolgreichem Abschluss zur Nutzung freigegeben wird.

Ziel ist ein System, das vor allem Forscher*innen, deren Fach nicht über ein anerkanntes geeignetes  Fachrepositorium verfügt, eine Möglichkeit bietet, ihre Daten adäquat zu sichern und bereit zu stellen. Dies soll in einer universitären Infrastruktur im Rahmen der anerkannten Standards in Bezug auf Findbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendbarkeit möglich sein.

[BIS intern]   (Stand: 23.11.2020)