Literarischer Lesekreis

Viele Germanistikstudierende wünschen sich eine größere Kenntnis literarischer Texte, nicht nur für das bessere Verständnis von Studieninhalten, sondern vor allem im Hinblick auf die spätere Tätigkeit als Lehrkräfte. Zwar gibt es eine Vielzahl universitärer Leselisten, die Studierenden an Herz legen, in ihrer Freizeit nebenbei bestimmte "Klassiker" der Literaturgeschichte zu lesen, doch ist die Motivation zum Lesen in einer Gruppe, die sich regelmäßig trifft, um miteinander über Literatur diskutieren, doch zumeist viel größer als das Lesen allein im stillen Kämmerlein.

In diesem Lesekreis sollen bekannte oder auch mal weniger kanonisierte literarische Texte quer durch die Literaturgeschichte gelesen werden. Durch das Lesen verschiedenster literarischer Texte können indirekt Kenntnisse über Strömungen, Gattungen, Autoren, Motive oder historische Hintergründe erworben werden. Die Lektüre soll die Leseerfahrungen und literarischen Kenntnisse der Studierenden erweitern, sodass sie neue Studieninhalte leichter erfassen und verknüpfen können. Der Lesekreis ist ein freiwilliges, prüfungsfreies Angebot für interessierte lesehungrige Germanistikstudierende im Bachelor und Master. Er soll ein zwar angeleitetes, aber von den Studierenden eigenständig organisiertes und moderiertes Projekt darstellen, bei dem die Studierenden sich untereinander offen über ihre Leseerfahrungen und die literarischen Texte austauschen können. 

Auch im Sommersemester 2022 findet der "Lesekreis für Germanistikstudierende" (der auch für Studierende anderer Fächer geöffnet ist) statt. Gelesen werden literarische Texte zum Thema "Geschlecht und Identität. Queere Identitäten in deutschsprachigen Romanen". Dabei geht es um Fragen wie: Wie wird von queeren Identitäten erzählt? Wie werden Geschlecht und Sexualität im literarischen Text verhandelt? Inwiefern richten sich die gelesenen literarischen Texte speziell an eine Cis-Gender-Zielgruppe? Kommen die Texte über Vorurteile oder eine stereotype Darstellung z. B. von Transgeschlechtlichkeit hinaus? Inwiefern birgt der jeweilige literarische Text das Potenzial, heteronormative Vorstellungen wie die Binarität der Geschlechter infrage zu stellen?

Wer also Lust hat, außerhalb des klassischen Seminarkontextes gemeinsam mit anderen Studierenden über Literatur zu diskutieren und Leseerfahrungen auszutauschen, kann über Stud.IP den Zugang zur Veranstaltung "Lesekreis für Germanistikstudierende" finden.

(Stand: 20.04.2022)