Kontakt

Leitung

Prof. Dr. Jannika Mattes

+49 (0)441 798-4552

A6 4-402

Professorin für Organisation und Innovation
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Sozialwissenschaften
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Sekretariat

Zemke, Kerstin

Heyen, Isolde

A6 4-401

+49-441-798-2169

Institut für Sozialwissenschaften
Fakultät I
Ammerländer Heerstr. 114-118 
Universität Oldenburg 
D-26111 Oldenburg

Förderung

Zuständige Projektträgerin für das Förderprogramm KI-Leuchttürme ist die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG)

(Förderzeitraum 1.12.2021 bis 30.11.2024)

Hier geht es zur Webseite des WindGISKI Projektverbund

WindGISKI

Entwicklung eines KI-basierten Geoinformationssystems zur Auswahl von Windenergiepotenzialflächen im Spannungsfeld von Arten-, Umwelt- und Klimaschutz

Erneuerbare Energie ist potenziell unbegrenzt verfügbar, allerdings ergeben sich in dichtbesiedelten Staaten wie Deutschland zahlreiche Flächennutzungskonflikte beim Ausbau der Technologien, insbesondere bei der Windenergie an Land. In diesem Spannungsfeld entwickelt und evaluiert das Forschungsprojekt WindGISKI ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Geoinformationssystem (GIS). Dieses soll den Identifikations- und Bewertungsprozess von Potenzialflächen für Windkraftanlagen systematisieren und automatisieren. Dadurch sollen die Anzahl und Qualität zukünftig ausgewiesener Potenzialflächen für die Windenergienutzung verbessert werden. Das GIS soll nicht nur technische, geographische und ökonomische Potenziale möglicher Windenergieflächen berücksichtigen, sondern auch ökologische und soziale Faktoren einbeziehen.

Die Arbeitsgruppe „Organisation & Innovation“ der Universität Oldenburg ist Teil des WindGISKI-Projektverbunds. Das Projekt wurde zum 01.12.2021 bewilligt und wird gefördert aus dem Förderprogramm „KI-Leuchttürme“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und hat eine Laufzeit bis zum 30.11.2024. Weitere Partner im Projektverbund sind das Institut für Statik und Dynamik (ISD), das Institut für Informationsverarbeitung (TNT) (beide Universität Hannover), das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH), die Nefino GmbH, das Institut für Windenergie (fk-wind, Hochschule Bremerhaven), die Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH (ARSU, Oldenburg), sowie der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen / Bremen e.V. (LEE, Hannover).

Sozialwissenschaftliche Perspektiven in die Entwicklung einer KI-Anwendung einbringen

Im Teilprojekt der Universität Oldenburg wird eine sozialwissenschaftliche Untersuchung von mindestens sechs abgeschlossenen Windenergieprojekten durchgeführt. Die untersuchten Projekte werden mit Hilfe eines zuvor durchgeführten Expert*innen-basierten Flächenscorings ausgewählt und repräsentieren „Best“ bzw. „Worst Cases“. Der Verlauf dieser historischen Windenergieprojekte wird hinsichtlich ihrer sozialen Dynamiken und Konfliktlinien analysiert. Diese Analyse erweitert den Fokus des WindGISKI Ansatzes auf den gesamten Planungsprozess von Windenergieanlagen. Ziel ist es, spezifische Einflussfaktoren, Interaktionsdynamiken und Prozesse zu verstehen, die die effiziente Umsetzung eines Windenergieprojekts positiv oder negativ beeinflussen. Diese sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse werden in die Entwicklung des KI-basierten GIS zurückgespiegelt und dienen dazu, die Potenzialflächenanalyse der KI zu optimieren, sowie die Anwendbarkeit der Ergebnisse einzuordnen.

Methodisch und theoretisch knüpft das Teilprojekt an weitere Projekte aus der Arbeitsgruppe an (z.B. REENEA) an. Dabei werden semistrukturierte Expert*inneninterviews mit unterschiedlichen am jeweiligen Projekt beteiligten Akteursgruppen durchgeführt, insb. Projektierer*innen und Betreiber*innen (KMUs, EVUs, Bürgerenergie), zivilgesellschaftliche Akteure (Bürger*innen, Flächenbesitzer*innen, Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen), Gemeindevertreter*innen (Politik / Verwaltung) und ggf. Gutachter*innen. Das wissenschaftliche Vorgehen basiert damit auf einem klassischen vergleichenden Fallstudienansatz der qualitativen Sozialforschung. Dieser wird ggfs. durch QCA (Qualitative Comparative Analysis) ergänzt. Die gewonnen empirischen Erkenntnisse tragen zu sozialwissenschaftlichen Debatten in der Innovations-, Transitions-, und Akzeptanzforschung bei.

Weitere Informationen zu WindGISKI finden sich in dieser Pressemitteilung zum Projektstart

Publikationen:

Rohe, S., Chlebna, C. (2021): A spatial perspective on the legitimacy of a technological innovation system: Regional differences in onshore wind energy. In: Energy Policy, 151, 112193. https://doi.org/10.1016/j.enpol.2021.112193

(Stand: 17.01.2022)