Kontakt

Leitung

Prof. Dr. Jannika Mattes

+49 (0)441 798-4552

A6 4-402

Professorin für Organisation und Innovation
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Sozialwissenschaften
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Sekretariat

Zemke, Kerstin

Heyen, Isolde

A6 4-401

+49-441-798-2169

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Sozialwissenschaften
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg

Mitarbeiterin:

Sabrina Paustian

 A6-3-318

SEAS E2

Forschungsprojekt im Rahmen des Graduiertenkollegs Social Embeddedness of Autonomous Cyber Physical Systems (SEAS): Modelling of Social Embeddedness through Use Cases and Architecture Models in the Context of Innovation processes of ACPS

Dieses Teilprojekt untersucht die soziale Einbettung von autonomen Cyber Physical Systems (ACPS) im Energiebereich. Erneuerbare Energien erfordern eine Anpassung der bisherigen Infrastruktur des Energiesystems, um eine effiziente Nutzung zu ermöglichen. Eine Lösung bilden Smart Grids, welche durch Informations- und Kommunikationstechnologien die Vernetzung von verschiedenen Systemkomponenten und Stakeholdern ermöglichen.

Untersucht wird die Anwendung des etablierten Smart Grid Architecture Models (SGAM) mit den dazugehörigen Prozessen und Standards in Projekten bei der Entwicklung des ACPS. Das Architekturmodell konzentriert sich hauptsächlich auf die technische Interoperabilität und weniger auf die Kommunikationen oder Koordination zwischen den beteiligten Stakeholdern. Da die Kooperation zwischen Akteuren nicht auf der rein technischen Ebene definiert werden kann, nimmt das Teilprojekt die soziale Kooperation in den Fokus.

Mittels einer qualitativen Studie soll der Einfluss und die Nutzung von standardisierten Architekturmodellen im Hinblick auf die Zusammenarbeit bzw. Gestaltung von Smart Grid Projekten und Innovationsaktivitäten analysiert werden. Neben der Gewinnung von organisationssoziologischen Erkenntnissen sollen gleichermaßen praktische Hinweise für die Anwendung von SGAM in weiteren Projekten abgeleitet werden.

Link: https://uol.de/seas/projects/e2

Kann eine digitale Gesellschaft nachhaltig sein? Tagung in Passau vom 23.-24.06.2022

Nach langer Zeit der digitalen Konferenzen fand Ende Juni erstmals wieder eine Konferenz in Präsenz statt. Der DGS-Arbeitskreis Soziologie der Nachhaltigkeit veranstaltete mit den weiteren Sektionen Arbeits- und Industriesoziologie, Wissenschafts- und Technikforschung, Umwelt- und Nachhaltigkeitssoziologie, Organisationssoziologie sowie Religionssoziologie die Tagung Kann eine digitale Gesellschaft nachhaltig sein? Soziologische Perspektiven auf die Wechselwirkungen von gesellschaftlicher Transformation, Technik und Natur an der Universität Passau.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutierten zwei Tage lang das Thema aus verschiedenen theoretischen und empirischen Perspektiven. Sabrina Paustian stellte eine aktuelle Arbeit vor, die zusammen mit Ricarda Schmidt-Scheele und Jannika Mattes entstanden ist. In dem Vortrag mit dem Titel “Heterogeneous cooperation in smart grid projects: Bridging institutional logics via digital standards?” ging es um die Digitalisierung im Energiesektor hin zu einem nachhaltigeren Energiesystem. Die Entwicklung von Smart Grids führt zu neuartigen Akteurskonstellationen und Herangehensweisen in der interorganisationalen Zusammenarbeit. In diesem Prozess kommt Standards eine besondere Rolle zu, da sie als ein Bindeglied zwischen den Akteuren fungieren und so verschiedene Sicht- und Arbeitsweisen vereinheitlicht werden sollen.

Trotz der vielfältigen Beiträge haben die Teilnehmenden zahlreiche Gemeinsamkeiten und Parallelen in ihren Arbeiten feststellen können. Nachhaltigkeit ist in unserer Gesellschaft nicht nur eng verbunden mit dem Gedanken nach mehr Effizient. Vielmehr zeigt sich auch die Rolle der Digitalisierung hierbei unterschiedlich. Ist sie ein Verstärkter dieses Prozesses oder fördert sie auch gleichzeitig mehr Ungleichheiten? 

Neue Publikation aus dem SEAS Projekt: The (still unexplored) Social Side of Smart Grid Development. Towards a Social Layer for the SGAM

Technikentwicklung beinhaltet viel mehr als nur Technik selbst – auch wenn IT-Standards genutzt werden. In ihrem neu publizierten Paper zeigen Sabrina Paustian, Julia Köhlke, Jannika Mattes und Sebastian Lehnhoff aus dem SEAS Projekt auf, warum auch soziale Prozesse in Smart Grid Entwicklungsprozessen mitgedacht werden müssen und wie diese in bestehende IT-Architekturmodelle integriert werden können.

Abstract: Smart Grids interconnect stakeholders and technologies in the energy domain for the sake of enabling new ways of interacting within the energy system through the usage of information and communication technologies. However, the facilitation of new business models and competition in the energy domain is not purely a technological issue. Besides technological complexity, stakeholders with different knowledge, expertise, and methods are necessary for Smart Grid developments. This heterogeneity also results in specific social challenges. The industry-standard IEC 62559-2 leverages Use Cases for modelling the so-called Smart Grid Architecture Model (SGAM) to assess the technical interoperability and complexity of future energy systems. With its focus on ICT standardization and its implementation, it only implicitly considers involved stakeholders. However, social interaction and the underlying dynamics of power and knowledge exchange critically influence the development process. Therefore, we propose a social perspective in these collaborative development processes of SGAM with a focus on the stakeholders. For the modelling of social collaboration within the SGAM, we expand the proximity concept by Boschma (2005) to show the characteristics and the relations of stakeholders involved. Our research presents an additional ‘Social Layer’ for the SGAM to show the prevailing heterogeneity of the stakeholders and illustrates this with an empirical case study. Our findings contribute to a better understanding of stakeholder collaboration and its characteristics in the Smart Grid development processes.

Das Paper wurde auf dem Workshop on Bridging International Societal Differences in Autonomous and Digitalized Energy Systems der ACM e-Energy 2022 präsentiert und ist nun hier publiziert worden: https://doi.org/10.1145/3538637.3539585

(Stand: 09.08.2022)