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Prof. Dr. Ingo Mose

Institut für Biologie und Umweltwissenschaften

+49 441 798-4692 

Der Geograph und Regionalwissenschaftler Ingo Mose sieht den Menschen als Teil der Natur. Hier erklärt er, warum wir Menschen die Natur schützen wollen und warum Biosphärenreservaten als Modellgebiete für eine nachhaltige Entwicklung konzipiert sind.

„Für mich ist Natur alles, was uns umgibt und nicht vom Menschen geschaffen wurde. Das schließt die belebte ebenso wie die unbelebte Natur ein. Wenn ich mit Studierenden diskutiere, klingt oft die Frage an: Ist die Natur etwas, das uns gegenübersteht oder etwas, das uns einbezieht?

In der Vergangenheit haben die Menschen in der Natur oft einen Gegner gesehen, den sie bezwingen wollten, etwa einen Wald, der gerodet oder ein Gebirge, das überquert werden musste. Die Natur kann auch heute noch bedrohlich wirken, etwa durch schwere Gewitter, Überschwemmungen oder Lawinen.

Aber eigentlich sollten wir bei alldem unser Augenmerk eher auf etwas anderes richten: dass wir mit und von der Natur leben. Ich sehe uns Menschen als Teil der Natur. Ohne Natur könnten wir nicht existieren. Wenn man das realisiert, ist klar, dass man mit der Natur so umgehen muss, dass sie auch unser eigenes Leben weiter ermöglicht.

"Ein wichtiges Motiv des Naturschutzes besteht darin, ästhetisch ansprechende Landschaften zu bewahren"

Ich beschäftige mich stark mit dem Schutz der Natur und da fragt man sich natürlich: Was ist es, das du da schützen willst? Eine historische Wurzel des Naturschutzes ist der Artenschutz. Heute wissen wir allerdings: Es reicht nicht, die einzelne Art zu schützen. Sondern man muss das gesamte Ökosystem sehen. Ein wichtiges Motiv des Naturschutzes besteht nach wie vor darin, ästhetisch ansprechende Landschaften zu bewahren,
die Menschen zur Ruhe kommen lassen oder die sie inspirieren. Und wir schützen die Natur, um Freizeit und Erholung der Menschen zu ermöglichen.

Wir Wissenschaftler sind im Naturschutz durchaus auch im eigenen Interesse unterwegs. Dabei geht es oft um die Frage: Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Mensch und Natur? Dafür bieten Biosphärenreservate ideale Voraussetzungen. Diese Schutzgebiete sind als Modellgebiete für eine nachhaltige Entwicklung konzipiert. Dort soll untersucht werden, was viele heute im Naturschutz bewegt: Wie kann der Mensch so leben, dass er mit den Ressourcen nachhaltig umgeht und kommenden Generationen die gleichen Möglichkeiten eröffnet, wie er sie sich selbst wünscht? 

Letztlich ist Naturschutz Teil des größeren Umwelt- und Ressourcenschutzes, der verlangt, dass auch Boden, Wasser und Luft für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Diese universellen Ziele gelten auch jenseits der Grenzen von Schutzgebieten. Wir müssen zusehen, dass wir das, was wir in den Schutzgebieten lernen, in nachhaltiges Handeln auf gesamtgesellschaftlicher Ebene überführen. Wenn das gelingt, wäre viel gewonnen.“

Presse & Kommhlunik7in6ati6c1hon (pratoesscl8ce@uolyuaa.dldre) (Stand: 02.03.2020)