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Dr. Anna Langenbruch

Institut für Musik  (» Postanschrift)

A05 1 - 134 (» Adresse und Lageplan )

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Ringvorlesung "Musikalische Wissensordnungen"

Konzeption: Dr. Cornelia Bartsch, Dr. Anna Langenbruch

Sommersemester 2018, montags, 18:00 Uhr
Universität Oldenburg, Bibliothekssaal
(letzter Termin im Schlauen Haus Oldenburg)

Die Ringvorlesung fragt danach, wie Wissen hergestellt, anerkannt, gespeichert und verbreitet wird. Im Zentrum stehen Bezüge zwischen Musik und Wissen, aber auch allgemeinere Fragen nach künstlerischem, populärem und akademischem Wissen. Uns geht es dabei v.a. um unterschiedliche Ordnungskategorien musikalischen Wissens, insbesondere um Ordnungsfunktionen, die Historiographie und Geschlecht, Ethnizität, Nationalität und Genre (z.B. Musiktheater) oder Medien (Körper, Schrift, Bild, Musik) übernehmen.

Eine Veranstaltung des Instituts für Musik (Fachbereich Kulturgeschichte der Musik; Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Musikgeschichte auf der Bühne") in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", dem Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und dem Wissenschaftlichen Zentrum "Genealogie der Gegenwart".

09.04.2018 | Vom Wissen des Tanzes über die Musik

PD Dr. Stephanie Schroedter (Heidelberg)

N.N.

21.04.2018 | Gelehrt, gesellig, gesellschaftlich – Die Fabrikation Frühneuzeitlicher Wissensordnungen

Dr. Sarah-Maria Schober (Basel)

Die Frühe Neuzeit war eine Zeit der oft chaotisch anmutenden Umbrüche – und der Ordnungsanstrengungen. Ausgehend von dem Beispiel der Gelehrten in der eidgenössischen Stadt Basel um 1600 widmet sich der geschichtswissenschaftliche Beitrag der Frage, wie sich gelehrte, gesellige, gesellschaftliche und geschlechtliche Ordnungen gegenseitig bedingten und beeinflussten. Ziel ist es, Wissensordnungen gerade im Moment ihrer ständigen Fabrikation und Ausreizung zwischen Ordnung, Unordnung und Umordnung als gesellschaftliche Manifestationen erkenn- und hinterfragbar zu machen. Dies umfasst den Blick in die wissenschaftlichen Publikationen der Protagonisten (insbesondere Enzyklopädien und anatomische Werke) ebenso wie Einblicke in gesellige Aushandlungsmomente von Gesellschaftsordnungen und Körpermodellen in Briefen, derben Gedichten oder Trinkliedern.

07.05.2018 | Klios Medien – Ausführungen und Aufführungen von Geschichte in der Öffentlichkeit

Prof. Dr. Thorsten Logge

Geschichte wird gemacht – aber von wem, wann und wie? Wo beginnt und wo endet Geschichte? Wer ist autorisiert, Geschichte(n) herzustellen, anzubieten und zu verbreiten? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Medien der Geschichte?
Ausgehend von allgemein verbreiteten Vorstellungen über das Verhältnis von Ereignis und Geschichte ent-wirft der Beitrag in Anlehnung an theaterwissenschaftliche Überlegungen eine Lesart von Historiographie als einer performativen Praxis. Diese beschränkt sich nicht auf akademische Geschichtsschreibung, sondern umfasst potentiell alle Formen des Geschichte Machens: Vom Reenactment über die TV-Dokumentation bis hin zum dokumentarischen oder Geschichts-Theater. Alle diese Formen, so die Annahme, leisten einen genu-inen Beitrag zur transmedialen Ordnung der Gegenwart durch Geschichte – auch wenn sich die Regeln und Praktiken des Aufführens sowie die fachliche und gesellschaftliche Wertschätzung der medialen Inszenierun-gen zum Teil erheblich voneinander unterscheiden.

14.05.2018 | Musik, Kultur und Wissen: Von der Musikethnologie zur Ethnographie von Musikwelten

Dr. Talia Bachir-Loopuyt (Tours)

Der Vortrag untersucht die Beziehung zwischen Musik, Kultur und Wissen in einer pluralen Gesellschaft. Anhand von der Ethnografie von Weltmusikfestivals einerseits, von der Historiografie von musikethnologischem Wissen andererseits fragt er danach, wie Wissen über Musik und Kulturen der Welt über bestimmte Erfahrungs- und Erzählungsmuster hergestellt und verbreitet wird. Dabei werden wir uns insbesondere zwischen deutschen und französischen Fällen hin- und herbewegen, um die jeweiligen institutionellen und gesellschaftlichen Rahmen dieser Wissensproduktion zu beleuchten.

11.06.2018 | Affekte Emotionen und Körperwissen in der Oper des 17. und 19. Jahrhunderts

Prof. Dr. Clemens Risi (Erlangen-Nürnberg)

Mindestens seit der Antike haben Philosophen, Theoretiker und Musiker einhellig und wiederholt die Macht der Musik über die Affekte und Emotionen beschworen. Insbesondere im 17. und 19. Jahrhundert ist die emotionale Wirkungsdimension der Musik wichtiges Anliegen aller Agierenden auf dem Feld der Oper. An Beispielen von Monteverdi, Berlioz u. a. soll diskutiert werden, wie sich an den Opern und den diese umgebenden Diskursen ein Niederschlag des jeweiligen Körperwissens einer Zeit zeigen lässt.

18.06.2018 | Musik – Wissenschaft – Geschichte: Internationale Ausstellungen und musikalische Wissensordnungen im späten 19. Jahrhundert

Prof. Dr. Signe Rotter-Broman (Berlin)

Die Vorlesung befasst sich mit Fragen musikalischer Wissensordnungen anhand von zwei prominenten Beispielen aus der Weltausstellungsbewegung des 19. Jahrhunderts, nämlich der "Internationalen Ausstellung für Musik- und Theaterwesen" in Wien 1892 und der Pariser Weltausstellung 1900, die einen "Internationalen Kongress für Geschichte der Musik" einschloss. Exemplarisch werden Bedingungen, Verfahrensweisen und Medien der Produktion wissenschaftlichen Wissens über Musik und ihre Geschichte dargestellt.

25.06.2018 | Wissen | Wahrheit | Werturteil. Wissensordnungen durch Strukturanalyse von Musik aus feministischer Sicht

Prof. Dr. Annegret Huber (Wien)

Weitestgehend unberührt von poststrukturalistischen Debatten erfüllt das Analysieren von Musikstrukturen nach wie vor eine ganz maßgebliche Funktion in akademischer Wissensindustrie. Obwohl disziplinimmanent Fragen der strukturanalytischen Methodik in der Musiktheorie durchaus verhandelt werden, bleiben ganz grundlegende Fragen philosophischer Erkenntnistheorie zumeist unerörtert – wie etwa jene, ob die getätigten Feststellungen zur Musik nicht eher als Aussagen über vielsinnliche Assoziationen des analysierenden Subjekts zu bezeichnen sind oder ob sie wegen ihrer kulturell hegemonial geprägten Analyseästhetik zu einer verzerrten Darstellung des Untersuchungsgegenstands führen. Gleichwohl sind mit musikwissenschaftlichen Strukturerfassungen stets Ansprüche der Wissenschaftlichkeit und Exaktheit ebenso wie der Deutungshoheit der Analysierenden verbunden. In diesem Vortrag sollen Erkenntnisansprüche musikstrukturbetrachtender Wissenspraktiken mit Diskussionen der letzten 25-30 Jahre zusammengedacht werden, die in Nordamerika von feministischen Philosoph*innen um Helen E. Longino (Science as Social Knowledge 1990, The Fate of Knowledge 2001) und Heather E. Douglas (Science, Policy, and the Value-Free Ideal 2009) über Standpunktheorien hinausgehend um Objektivität, Wahrheit, die Sozialität von Wissen und das Ideal der Wertfreiheit geführt wurden.

Musinzpnk-Wxmwaebrpnmasjf9terh9te (musuapgik@uo4s8l.deixpib) (Stand: 25.02.2020)