Kontaktbedingte Mischvarietäten im Slavischen
Prof. Dr. Jan Patrick Zeller
Institut für Slavistik (» Postanschrift)
Kontaktbedingte Mischvarietäten im Slavischen
Hintergrund
Gegenstand dieses Schwerpunktes sind Mischvarietäten in „aktuellen“ Situationen des intensiven Kontakts zwischen slavischen, d.h. eng verwandten und strukturell ähnlichen Sprachen. Berücksichtigt werden nordslavische Sprachen: das Kaschubische, Schlesische und Russinisch-Lemkische im Kontakt zum Polnischen in Polen sowie das Belarusische und Ukrainische im Kontakt zum Russischen in Belarus bzw. in der Ukraine. Sozial sind diese Kontakte asymmetrisch mit Polnisch und Russisch als dominanten Sprachen. In diesen Fällen kommt es im starken Maße zur „gemischten Rede“, wenn nicht zu neuen, gemischten Varietäten. In Belarus und der Ukraine sind diese sehr prominent und tragen bereits besondere Namen: „Trasjanka“ bzw. „Suržyk“.
Publikationen zum Thema:
Internetressourcen
- Das Oldenburger Korpus zur weißrussisch-russischen gemischten Rede: OK-WRGR
- Dokumentation zum Oldenburger Korpus des ukrainischen Suržyk (OKUS)
Drittmittelprojekte
- Hybridisierung von zwei Seiten: ukrainisch-russisches und russisch-ukrainisches Code mixing im Kontext der (sozio)linguistischen Situation in der südlichen Ukraine entlang der Küste des Schwarzen Meers.
Deutsche Forschungsgemeinschaft und Fonds für wissenschaftliche Forschung, Österreich (DFG-FWF D-A-CH), G. Hentschel, T. Reuther (Klagenfurt, Österreich) - Das Schlesische zwischen dem Polnischen und dem Deutschen, zwischen autochthonen Mundarten und polnischem Standard. Soziolinguistische und psycholinguistische Aspekte einer doppelten sprachlichen Hybridisierung.
Deutsche Forschungsgesellschaft, J. P. Zeller - Kontakt- induzierter Sprachwandel in Situationen des nicht-stabilen Bilinguismus — seine Grenzen und Modellierung: slavische (soziale) Dialekte in Albanien. Deutsche Forschungsgesellschaft, Maxim Makartsev
- Variabilität und Stabilität im gemischten Substandard: Suržyk (Fritz Thyssen Stiftung)
- Flexionsmorphologische Irregularität(en) in „aktuellen“ Kontaktvarietäten nordslawischer Sprachen (DFG)
- Die Trasjanka in Weißrussland – eine „Mischvarietät“ als Produkt des weißrussisch-russischen Sprachkontakts (Volkswagenstiftung)
Promotionsprojekte
Laufend:
- Yevheniia Lytvyshko: Language Biographies and Identity Construction: a study of Suržyk speakers through narrative and discourse
Abgeschlossen:
- Oxana Brandes: Entwicklungstendenzen in der Flexionsmorphologie der weißrussisch-russischen 'Mischvarietät' Trasjanka und der russischen Subvarietät Prostorečie im Vergleich zu Hochsprache und Dialekt
- Daria Grecko: Die Sprachen und die Konstruktion kollektiver Identität bei jungen Erwachsenen in Belarus
- Anastasia Reis: Endogener und exogener flexionsmorphologischer Wandel in Kleinsprachen: Der Fall des Lemkischen zwischen Polnisch, Slowakisch und Ukrainisch
- Sviatlana Tesch: Syntagmatische Aspekte der gemischten weißrussisch-russischen Rede: Kodewechsel, Kodemischung und verwandte Phänomene
- Jan Patrick Zeller: Phonische Variation in weißrussisch-russisch gemischter Rede