Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

Herzlich willkommen auf der Seite unserer Fachgruppe „Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse“!

Hier finden Sie Informationen zum Team und unseren Schwerpunkten.

Präambel

Sprache und Kommunikation stellen zentrale Voraussetzungen für Teilhabe, Bildung und gesellschaftliche Mitgestaltung dar. Sie ermöglichen Verständigung, Beziehungsgestaltung und Lernen – und sind zugleich eng mit individuellen Entwicklungsverläufen sowie sozialen, kulturellen und institutionellen Rahmenbedingungen verbunden.

Unsere Fachgruppe Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse widmet sich der Erforschung, Lehre und Weiterentwicklung professionellen Handelns in diesem zentralen sonderpädagogischen Feld in seiner ganzen Breite. 

Leitbild

Unser Leitbild ist geprägt von einem inklusiven, diversitätssensiblen und ressourcenorientierten Verständnis von Sprache und Kommunikation. Wir gehen davon aus, dass sprachlich-kommunikative Vielfalt der Normalfall ist und Bildungsprozesse so gestaltet werden müssen, dass alle Lernenden, unabhängig von individuellen Voraussetzungen, Unterstützungsbedarfen oder institutionellen Kontexten, bestmögliche Entwicklungs- und Teilhabechancen erhalten. Darüber hinaus gibt es aber auch Störungen der Sprache und Kommunikation, die einer besonderen Berücksichtigung und Förderung in den Bildungsinstitutionen Kindergarten und Schule, nachschulische, berufliche Anschlussalternativen sowie einer zusätzlichen sprachtherapeutisch-logopädischen Behandlung bedürfen.

Wissenschaftliche Fundierung, ethische Verantwortung und Praxisnähe bilden dabei die tragenden Säulen unseres Handelns.

Fachliches Selbstverständnis

Unsere Fachgruppe versteht Sprache und Kommunikation als dynamische, soziale und kulturell eingebettete Prozesse. Sonderpädagogische Förderung wird nicht defizitorientiert gedacht, sondern als unterstützendes, reflexives und systemisch verankertes Handeln, das individuelle Entwicklungsbedarfe ebenso berücksichtigt wie strukturelle Bedingungen von Bildung und Gesellschaft.

Zentrale Bezugspunkte unseres fachlichen Selbstverständnisses sind:

  • inklusionspädagogische und sonderpädagogische Theorien
  • sprachwissenschaftliche, psycholinguistische und entwicklungspsychologische Perspektiven
  • interdisziplinäre Bezüge u. a. zur Sprachtherapie/Logopädie, Linguistik, Bildungswissenschaft und Psychologie
  • evidenzbasierte Diagnostik-, Therapie- und Förderansätze, auf denen auch die sprachsensible und sprachförderliche Unterrichtsgestaltung basiert
  • kritische Reflexion institutioneller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen

Zielgruppen

Unser Forschungs- und Arbeitsschwerpunkt liegt auf Kindern und Jugendlichen mit Sprach- und Kommunikationsstörungen. Dies umfasst neben SES im engeren Sinne auch SES im Kontext weiterer primärer Störungsbilder, wie z. B. im Kontext von Neurodiversität wie Autismus und ADHS, bei genetischen Syndromen und Sinnesbeeinträchtigungen, umgebungsbedingten Sprachauffälligkeiten (z. B. bei fehlender Quantität und Qualität des sprachlichen Inputs), Störungen des Redeflusses (z. B. Stottern, Poltern) und der Kommunikation (z. B. selektiver Mutismus) bis hin zu erworbenen, neurogenen Störungen der Sprache und des Sprechens z. B. Aphasie, Dysarthrien, Sprechapraxien, Stimm- und Schluckstörungen sowie kognitive Kommunikationsstörungen. 

Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Qualität der institutionellen Lernumgebungen in Kindertageseinrichtungen, Sprachförder- und Sprachheilschulen, aber auch inklusiven Regelschulen gelegt. In der Diagnostik und Förderplanung wird die Schnittstelle zwischen Bildungs- und Gesundheitssystemen stets mitgedacht. So spielt u. a. die Zusammenarbeit zwischen Sprachtherapeut*innen/Logopäd*innen und Lehrkräften eine entscheidende Rolle. Aber auch Transitionsprozesse von der Familie in die Kindertageseinrichtung, von der Elementar- in die Primarstufe, die Primarstufe in die Sekundarstufe werden hinsichtlich ihrer Herausforderungen für die Entwicklung der Bildungs- und Fachsprache bei Kindern und Jugendlichen mit Auffälligkeiten in der Sprach- und Kommunikationsentwicklung beleuchtet. 

Eine ganzheitliche Sichtweise der Sprache und Kommunikation ist uns dabei besonders wichtig. So ist der Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation eng vernetzt mit den sozial-emotionalen, kognitiven, und körperlich-motorischen und Sinnesauffälligkeiten. 

In der Professionalisierung aller (angehender) Lehrkräfte ist zudem der achtsame Umgang mit der eigenen Stimme ein wesentlicher Querschnittsaspekt.

Unsere Angebote in der Lehre, Aus- und Weiterbildung richten sich an:

  • Studierende der Sonderpädagogik, Lehramtsstudiengänge und angrenzender Disziplinen
  • Lehrkräfte, Sonderpädagog*innen und pädagogische Fachkräfte in inklusiven Settings
  • Wissenschaftler*innen und Nachwuchsforschende
  • Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen und Praxispartner*innen
  • Akteur*innen aus Bildungsverwaltung und -politik
(Stand: 24.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p76482
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