Energie und Klima interdisziplinär

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Dr. Verena Niesel

Energie und Klima interdisziplinär

Eine interdisziplinäre Ringvorlesung im SoSe 2022 für Bachelor-Studierende

Freitag: 10:15 - 11:45, wöchentlich (ab 22.04.2022), Ort: W16A 015/016

22.04.2022 | Einführung

Referent*in/nen:

Verena Niesel, Michael Komorek

Beschreibung:

Einführung, allgemeine Informationen und Gruppenbildung und Zuordnung zu den Themen

29.04.2022 | Energie aus physikalischer Sicht

Referent*in/nen:

Michael Komorek, Physikdidaktik, V, Institut für Physik

Beschreibung:

Energie ist ein Alltagsbegriff und eine Ware, aber dahinter steckt auch ein physikalisches Konzept. Warum ist das Energiekonzept innerhalb der Naturwissenschaften so attraktiv und so praktisch? Wie kann man mit 'Energie' sehr unterschiedliche Phänomene und Prozesse in Natur und Technik elegant beschreiben und vergleichen? In der Sitzung werden das Fluid- und das Kontenmodell von Energie besprochen; wir experimentieren auch selbst mit (erneuerbaren) Energien und besuchen (ggf. kurz) das 'alte' Energielabor in Wechloy.

06.05.2022 | Klimagerechtigkeit - (Wie) Kann die Verantwortung zur Rettung des Klimas gerecht verteilt werden?

Referent*in/nen:

Lena Westerhorstmann, Philosophie, Fk IV, Institut für Philosophie

Beschreibung:

Climate Justice, also Klimagerechtigkeit – das fordern Demonstrant:innen auf Fridays-for-Future-Demos, bei Klimacamps oder Protesten gegen den Kohleabbau. Aber was genau bedeutet "Klimagerechtigkeit"? Es ist bekannt, dass die Länder, die am wenigsten verantwortlich für die Ursachen des Klimawandels sind, besonders stark von den Konsequenzen betroffen sein werden. Zudem ist zu erwarten, dass zukünftige Generationen diese Folgen in einem größeren Maße tragen müssen als derzeitige Generationen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie können die Folgen des Klimawandels gerecht verteilt werden? Und was bedeutet es, diese Folgen "gerecht" zu verteilen? Im Rahmen des Seminars werden der Begriff "Klimagerechtigkeit" sowie grundlegende klimaethische Gerechtigkeitsfragen erörtert und aktuell debattierte Verteilungsprinzipien kritisch diskutiert.

13.05.2022 | CO2-Kompensation: Geht die Rechnung auf?

Referent*in/nen:

Markus Allbauer-Jürgensen, Katharina Betker,
Ökonomische Bildung, Fakultät II/Institut für Ökonomische Bildung

Beschreibung:

Verbraucher*innen stoßen in ihrem Alltag auf immer mehr Möglichkeiten, CO2-Ausstöße, die ihre Flüge, Veranstaltungen, Bestellungen oder Produkte verursachen, zu kompensieren. Doch was steckt dahinter? Lässt sich der Verbrauch natürlicher Ressourcen einfach kompensieren? Lassen sich Schäden an der Natur bei der Energiegewinnung gegen Bezahlung ausgleichen oder die Emissionen, die durch Mobilität entstehen, an anderer Stelle durch Investitionen in "grüne" Technologien vermeiden? Hinter dem Begriff der Kompensationen steht die Frage nach dem (Stellen-)Wert der Umwelt in der Ökonomie, welche in verschiedenen Ansätzen zum Verhältnis ökologischer, ökonomischer und sozialer Ressourcen unterschiedlich beantwortet wird. Zwischen den Perspektiven verschiedener Akteur*innen wie Verbraucher*innen, Unternehmen und staatlichen Institutionen ergeben sich Konfliktlinien als Ausgangs-punkt der Diskussion von Kompensationen, welche unter anderem über die Begriffe Rebound-Effekte, Greenwashing oder (Opportunitäts-)Kosten diskutiert werden können.

20.05.2022 | Dirty Data oder: Wie "grün" ist eigentlich das Internet?

Referent*in/nen:

Ira Diethelm, Informatikdidaktik, Fak II, Didaktik der Informatik

Beschreibung:

Derzeit wird alles grün: Sogar Internetanbieter verkaufen grünes Gigabit. Geht das eigentlich oder ist das wieder nur Greenwashing? Wie groß ist eigentlich der Energieverbrauch von unserem Internetgebrauch? Welche unsichtbaren Stromfresser sind dort ausschlaggebend? Vor über 10 Jahren ging bereits Greenpeace mit ihrem „Dirty Data Report“ dieser Frage auf den Grund. In diesem Seminartermin soll die Gruppe davon ausgehend diese oder eigene Fragen beantworten und Hinweise geben, was man selbst zu einem grüneren Internet beitragen kann.

03.06.2022 | Pflanzenkohle als Klimaretterin kontrovers diskutiert

Referent*in/nen:

Michaela Mauer, Didaktik der Biologie, Fk V, Biodidaktik

Beschreibung:

Durch ein wesentliches Ziel der Agenda 2030 soll der Zugang zu bezahlbarer, sauberer, verlässlicher und nachhaltiger Energie für alle Bürger*innen gewährleistet werden. Ein ständig ansteigender Bedarf an Energie kann durch fossile Energieträger längst nicht mehr gelöst werden und schädigt auf Dauer den Planeten. Der Übergang von nicht nachhaltiger Nutzung konventioneller Energieträger zu einer nachhaltigen Energieversorgung birgt sowohl Chancen als auch Herausforderungen. Der Kohleausstieg soll bis 2038 komplett vollzogen sein. Ist die Pflanzenkohle, als nachhaltige Kohle, vielleicht die bessere Kohle? Ziel der Veranstaltung ist es, die Thematik kritisch zu beleuchten und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.

10.06.2022 | Mit Slow Fashion gegen den Klimawandel? – Klima und Energie in Textilproduktion und -konsum

Referent*in/nen:

Petra Eller, Svenja Jessen, Materielle Kultur, Institut für Materielle Kultur

Beschreibung:

Ob Produktion, Einkauf, Pflege oder auch Weitergabe und Entsorgung - Textilien hinterlassen einen ökologischen Fussabdruck. Die konkreten Zahlen werden im Internet viel diskutiert und über das Ausmaß der Auswirkungen der Textilindustrie gestritten. Der negativ besetzten Fast Fashion wird gerne die Slow Fashion gegenübergestellt. Second Hand und die Weitergabe von Kleidungsstücken werden oft als alternative Handlungsoption dargestellt. Doch ist das immer so? Wo entstehen hier für Konsument:innen neue Dilematta im Kontext der Nachhaltigkeit? Im Rahmen des Termins möchten wir einen Einstieg in den Bereich Slow Fashion geben und gemeinsam mit den Studierenden in der Planung einen Schwerpunkt setzten (z.B. Energie und Klima in der textilen Kette, Waschen und Trocknen, 2nd Hand und Onlinehandel)  Angedacht ist eine Exkursion zu einem studentischen Projekt des Instituts für Materielle Kultur. Es können auch externe Expert:innen aus dem Design oder aus Unternehmen hinzugezogen werden.

17.06.2022 | Vernetzungsübung

Referent*in/nen:

Michael Komorek

Beschreibung:

Die bisherigen Perspektiven auf Energie sollen bei diesem Treffen vernetzt und aufeinander bezogen werden. Worin unterscheiden sie sich und welche gemeinsamen Grundannahmen lassen sich erkennen? Wo treffen alltagsweltliche Vorstellungen auf wissenschaftliche Konzepte. Die  Reflexion der bisherigen Zugänge zu Energie soll das Facettenhafte der  Energiekonzepte verdeutlichen, auch mit Blick darauf, dass wir die  Komplexität des Energiekonzepts später anderen nahe bringen wollen. Auch wird hier herausgearbeitet, welche Perspektiven für eine abgerundetes Bild noch fehlen, aber notwendig erscheinen.

24.06.2022 | Exkursion

Referent*in/nen:

Verena Niesel, Michael Komorek

Beschreibung:

Wir gehen an einen Ort, an dem Energie, (nachhaltige) Energienutzung oder Energieversorgung eine wichtige Rolle spielen. Dieser Ort liegt in Oldenburg oder der näheren Umgebung (wird noch bekanntgegeben). Expert:innen dieses Ortes erklären und zeigen uns ihre Perspektive auf Energie und ihren Praxiszugang, mit dem wir unserer bis dahin aufgebautes Bild von Energie ergänzen.
Die Exkursion findet voraussichtlich von 10:00 Uhr – 14:00 Uhr statt.

01.07.2022 | Sprachgebrauch und Symboldebatten in Zeiten von Energie- und Klimawende

Referent*in/nen:

Zuzana Münch-Manková, Deutschdidaktik, FK III, Institut für Germanistik

Beschreibung:

In Zeiten, in denen die Menschheit energiehungrig wird und die erneuerbaren Energien die Wahlprogramme beherrschen, lohnt es sich, sich den wandelnden Sprachgebrauch und die dahinter stehenden Interessen näher anzuschauen. Wie verändert sich mit der Energie- und Klimawende unsere Sprachverwendung? Wie entwickeln sich Begriffe im Laufe der Zeit: Warum ist die Atomenergie negativer konnotiert als die Kernenergie und wie kam es historisch zu dieser Umbenennung? Und was hat Political Correctnes damit zu tun?  All diese Sprach- bzw. Diskursstrategien (Benennen, Besetzen, Beschönigen) sind dem Zeitgeist unterworfen, der bestimmt, was in einer bestimmten Epoche und in einem bestimmten Land gültig, ungültig, richtig oder falsch ist. Wer in der Öffentlichkeit sprachlich erfolgreich handeln will, muss diesen Zeitgeist anerkennen. Anhand von Beispielen aus Tageszeitungen, Lehrwerken, Wahlprogrammen können Sie die aktuelle Sprachverwendung beschreiben und gleichzeitig identifizieren, welche Ideologien am Werke sind. Aktuelle Studien, z.B. zu sprachlichen Metaphern (Energiewende als Monster, Kosten-Tsunami oder Innovationsmotor usw.), durch die die Bilder der Energie- und Klimawende gezeichnet werden, runden den sprachlichen Metablick ab.

08.07.2022 | Energie und Klima in der Primarschule

Referent*in/nen:

Maja Brückmann, Sachunterricht, FK I, Pädagogik, AG  Sachunterricht

Beschreibung:

Im Fokus soll die kritische fachliche, fachdidaktische und pädagogisch Auseinandersetzung mit dem Energiekonzept auf der Ebene der Primarschule stehen. Am Beispiel einiger Kinderbücher (z.B. „Wie viel wärmer ist 1 Grad?“) sollen verschiedene Blickwinkel auf das Thema Energie und Klima genommen werden.

15.07.2022 | Ressourcen- und Klimaschutz durch Reparatur

Referent*in/nen:

Katharina Dutz, Technische Bildung, Fk V, Arbeitsgruppe Technische Bildung

Beschreibung:

Nutzungsdauerverlängernde Maßnahmen tragen das Potenzial in sich, maßgeblich zu ökologisch relevanten gesellschaftlichen Veränderungen beizutragen, denn jeder doppelt so lange genutzte Gegenstand halbiert Nutzungsdauerverlängernde Maßnahmen tragen das Potenzial in sich, maßgeblich zu ökologisch relevanten gesellschaftlichen Veränderungen beizutragen, denn jeder doppelt so lange genutzte Gegenstand halbiert die Ressourcenentnahme für dessen Produktion, trägt zur Minimierung der Müllberge und zur Stabilisierung des Klimas bei. Während bis vor wenigen Jahrzehnten Artefakte wertgeschätzt und die Kultur der Reparatur den Umgang mit ihnen bestimmt hat, ist dies durch eine stetig anwachsende Wegwerfkultur abgelöst worden. In der Veranstaltung sollen die Ursachen und Folgen dieser Entwicklung unter ökologischen, sozialen, ökonomischen, technologischen und psychologischen Aspekten betrachtet werden. Weil praktische Anwendungen im Rahmen der Veranstaltung aus zeitlichen Gründen nicht möglich sein wird, werden die vielseitigen Möglichkeiten der aktiven Teilnahme an der Wiederentdeckung der Reparaturkultur in Oldenburg präsentiert.

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Komorek, Physikdidakik
Dr. Verena Niesel, Geschäftsstelle DiZ
 

 

(Stand: 20.04.2022)