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Carl von Ossietzky Universität Oldenburg 
Fakultät VI - Medizin und Gesundheitswissenschaften
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg

Besucheranschrift

Gebäude V03, 3. OG, Flügel M
Ammerländer Heerstraße 138
26129 Oldenburg

Die Gründung der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften im Jahre 2012 ebnete den Weg für ein einzigartiges Projekt: die Oldenburger Universitätsmedizin mit ihrem grenzüberschreitenden Studium in Oldenburg und dem niederländischen Groningen. Der Modellstudiengang Humanmedizin der European Medical School Oldenburg-Groningen bietet eine erstklassige praxis- und forschungsorientierte Lehre in einem in ganz Europa einzigartigen Medizinstudiengang. Partner sind neben dem Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG) das Evangelische Krankenhaus Oldenburg, die Karl-Jaspers-Klinik, das Klinikum Oldenburg und das Pius-Hospital Oldenburg, die mit zusammen 80.000 stationären, 232.000 ambulanten Fällen und 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine elementare Rolle in der Krankenversorgung des Nordwestens einnehmen. Hinzu kommen über 160 Lehrarztpraxen sowie mehrere akademische Lehrkrankenhäuser in der gesamten Region.

Die Forschung an der Fakultät blickt durch die enge Verzahnung von Grundlagenforschung, klinischer Forschung und praktischer Anwendung auf große Erfolge zurück - so beispielsweise in der Hörforschung mit dem Exzellenzcluster Hearing4all oder dem SFB Hörakustik. Auch die Psychologie wurde von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen als ein Aushängeschild der niedersächsischen Psychologie hervorgehoben. Die Forschung  wird durch die über 30 neuberufenen Professorinnen und Professoren weiter fach- und grenzüberschreitend ausgebaut, unter anderem durch die Zusammenarbeit zwischen der neu etablierten Versorgungsforschung und der Aletta Jacobs School of Public Health in Groningen im Rahmen des Cross-Border Instituts für Gesundheitssysteme und Prävention.

Science Bulletin 2019 der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften

Für den Nachwuchs stehen neben der grenzüberschreitenden Medizinausbildung zahlreiche weitere Studiengänge in den Bereichen Biomedizin und Versorgungsforschung zur Verfügung. Die englischsprachigen Masterstudiengänge Neurocognitive Psychology, Neuroscience, Molecular Biomedicine und Engineering Physics stärken dabei die fakultäre Internationalisierung. Zudem besteht die Möglichkeit, strukturierte Promotionsprogramme komplett auf Englisch zu absolvieren.

Die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften verfolgt somit in Studium, Lehre und Forschung eine starke internationale und interdisziplinäre Ausrichtung und ist mit zahlreichen renommierten Kooperationspartnern weltweit vernetzt.

Unsere Anfänge

Seit dem Wintersemester 2012/13 gibt es die Möglichkeit, an der Universität Oldenburg im Modellstudiengang Humanmedizin im Rahmen der European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) eine grenzüberschreitende Ausbildung mit medizinischem Staatsexamen zu absolvieren – in dieser Form einmalig in Europa. Ein positives Votum des Wissenschaftsrats im Jahre 2010 öffnete hierzu den Weg. Mit der Bestellung des Gründungsdekanats durch das Präsidium wurde daraufhin im August 2012 die sechste Fakultät der Universität Oldenburg gegründet. Ihren Studienbetrieb nahm die Fakultät im Wintersemester 2012/13 mit 40 Studierenden in der Humanmedizin auf. 2019 lobte der Wissenschaftsrat bei der planmäßig erfolgten Re-Evaluation den überzeugend umgesetzten EMS-Studiengang Humanmedizin mit seinem beeindruckenden Studienangebot. Neben der vertikalen Integration und der Integration moderner Lehr-Lernmethoden hob er auch das Longitudinale Forschungscurriculum hervor, das die wissenschaftliche Ausbildung der Studierenden befördere und zur Verbindung von Theorie und Praxis beitrage. Zu den Besonderheiten des Oldenburger Curriculums gehöre auch die frühe und umfangreiche Einbindung von Lehrpraxen durch Hospitationen der Studierenden. In der Forschung würdigte der Wissenschaftsrat die beiden Forschungsschwerpunkte Neurosensorik/Hörforschung sowie Versorgungsforschung mit ihrem starken Fokus auf Translation und Transfer.

Hier und heute

Heute forschen und lehren in den fünf Departments der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften mehr als 50 Professuren. In den Departments ermöglichen die Ausrichtungen der einzelnen Abteilungen – von einer klinischen oder naturwissenschaftlichen Orientierung über ingenieurs- oder versorgungswissenschaftliche Perspektiven bis hin zu informatorisch ausgerichteten Schwerpunkten – eine außergewöhnlich stark interdisziplinäre Forschung und ein erfolgreiches Wechselspiel aus Theorie, Experiment und Anwendung. In der Fakultät werden zahlreiche Studiengänge angeboten - und Graduiertenkollegs ebnen den Weg für unsere talentierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern.

Seit dem Wintersemester 2019/20 nehmen jährlich 80 Studierende das Studium der Humanmedizin an der Universität Oldenburg auf. Auf der letzten Absolventenfeier im Januar 2020 ehrte die Fakultät weitere 25 Studierende des Modellstudiengangs Humanmedizin der „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (EMS), die 2019 ihr drittes Staatsexamen bestanden haben. Daneben freuen sich 40 Studierende des internationalen Master-Studiengangs „Neurocognitive Psychology“ über ihren erfolgreichen Abschluss. Der Dekan Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang gratulierte zudem 31 Graduierten zur Promotion in den Naturwissenschaften und der Humanmedizin sowie vier Habilitierten.

Ein wichtiges Ziel der Fakultät ist die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Groningen. Hierzu wurde im Juli 2019 zwischen der Universität Oldenburg und der Rijksuniversiteit Groningen ein neues Memorandum of Understanding abgeschlossen, welches neben der Lehre auch die Forschung als weiteres Kooperationsziel nennt. Ein herausragendes Beispiel ist hierfür das Cross Border Institute for Healthcare and Prevention.

In der Zukunft

Geplant ist der weitere Ausbau der Studienplätze im Modellstudiengang Humanmedizin. Ab dem Wintersemester 2021/22 sollen 120 Studienanfängerinnen und -anfänger in Oldenburg ihr Studium beginnen können; ein weiterer Aufwuchs ist geplant. Angestrebt wird eine Intensivierung der Kooperation mit Groningen, um neben grenzüberschreitende Medizinausbildung auch die medizinische Versorgung in der Grenzregion stärker zu verknüpfen. Um sowohl die Lehre als auch die Forschung durch die bereits berufenen und noch zu berufenden Professuren gut unterbringen zu können, plant die Fakultät den Bau von zusätzlichen Flächen, um optimale Bedingungen für die medizinische Ausbildung und hochmoderne Forschung bieten zu können.

Ab dem Wintersemester 2020/21 wird an der Fakultät der Master-Studiengang „Molecular Biomedicine“ angeboten, der eine Brücke zwischen patientenbezogener/klinischer Forschung und Grundlagenforschung bildet. Der Studiengang vertieft dabei die molekularen und zellulären Aspekte der Biologie unter besonderer Berücksichtigung medizinischer Sachverhalte und Problemstellungen. Für das Wintersemester 2021/22 ist der Start des versorgungsbezogenen Master-Studiengangs „Gesundheit, Versorgung, Organisation“ geplant, der sich mit zentralen Fragen der Versorgung im Gesundheitswesen beschäftigt wird und zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der Versorgung beitragen soll.

Webmcrzccastefvl2r10 (petra.wilts@uol.de) (Stand: 21.08.2020)