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UK - Was ist das?

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„Kommunikation ist ein

Grundbedürfnis und subjektiv für Lebensqualität von

entscheidender Bedeutung. Sie ist eine wesentliche Bedingung für

soziale Partizipation und Selbstbestimmung und zudem wichtige

Grundlage jeder Entwicklung.“

(Wilken 2006,1)

Unterstützte Kommunikation

Was ist UK ?

Unterstützte Kommunikation (UK) ist ein Fachgebiet, das die Kommunikationsmöglichkeiten von Menschen, die nicht oder kaum lautsprachlich kommunizieren können, die die gesprochene Sprache nicht oder nur eingeschränkt verstehen und deren Sprachentwicklung stark verzögert ist, verbessern und erweitern möchte. UK dient als Mittel, sich der Umwelt mitzuteilen und um die Umwelt besser zu verstehen (vgl. Braun 2005, 3; vgl. Kristen 2005, 15-18; vgl. Lage 2006, 59; vgl. Tetzchner/ Martinsen 2000, 17).

Wer nutzt UK?

Die Zielgruppe von Menschen, die UK nutzen können, ist sehr heterogen. Die Anwendung von Methoden der UK ist an keine Voraussetzungen und kein Alter gebunden (vgl. Tetzchner von/ Martinsen 2000, 79-83). Zur Zielgruppe der UK zählen Menschen, die aufgrund ihrer Beeinträchtigungen nicht oder nur in geringem Maße lautsprachlich kommunizieren und Lautsprache verstehen können. Für Beeinträchtigungen in der Kommunikation gibt es unterschiedliche Gründe (vgl. Kristen 2005, 15):

  • angeborene Beeinträchtigungen (Cerebralparesen, geistige Beeinträchtigungen, Autismusspektrumsstörungen u.a.)
  • fortschreitende Erkrankung (Muskeldystrophie u.a.)
  • erworbene Schädigungen durch Unfälle oder Schlaganfälle (Aphasie)
  • vorübergehend eingeschränkte sprachliche Möglichkeiten (z.B. aufgrund von Gesichtsverletzungen)

Welche Voraussetzungen sind für den Einsatz von UK notwendig?

In den letzten Jahren ist ein Wandel hinsichtlich der Beurteilung von Voraussetzungen für die UK-Nutzer zu verzeichnen. Einige Wissenschaftler gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass nur noch die Bedingung, dass ein Mensch atmet, für den Einsatz von UK gegeben sein muss (vgl. Kristen 2005, 16; vgl. Kristen 2005 a).

Ab wann sollte UK eingesetzt werden?

Unterstützte Kommunikation kann gar nicht früh genug eingesetzt werden, da UK überhaupt erst notwendige Voraussetzungen für eine Anregung der Sprachentwicklung schafft. Durch den Einsatz kann die Chance für positive Kommunikationserfahrungen enorm erhöht werden (vgl. Kristen 2005 a).

Was bedeutet es, in der Kommunikation beeinträchtigt zu sein?

Eine Beeinträchtigung in der Kommunikation hat dramatische Auswirkungen auf: Soziale Beziehungen, die kognitive Entwicklung, die Identitätsentwicklung und Möglichkeiten der Selbstentwicklung (vgl. Braun 2005, 6-10). Diese gravierenden Auswirkungen in vielfältigen Bereichen haben den Verlust von Lebensqualität zu Folge, wie die folgenden Beispiele (Äußerungen mit Hilfe von UK) vermutlich nur annähernd aufzeigen können:

Kathrin Lemler: „(...) das Schlimmste (ist): nicht, dass ich nicht laufen kann; nicht, dass ich nicht sprechen kann; sondern dass ich keine richtige Freundin habe.“

Rick Creech: „Menschen, die sprechen (...) sprechen hinter euch, neben euch, um euch herum(...)durch euch hindurch und sie sprechen sogar für euch, aber niemals mit euch. Ihr werdet ignoriert, bis ihr euch wie ein Möbelstück fühlt(...)“

Martin Almon: „Manchmal sprechen Menschen mit mir, als ob ich ein kleines Kind bin. Vielleicht denken sie, weil ich nicht sprechen kann, dass ich sie auch nicht verstehen kann. (...) Ich kann alles verstehen. (...)”

Ruth Sienkiewicz-Mercer: „(...) Aber wie groß war die Enttäuschung, als es mir nicht gelang ihr zu erzählen, was ich in den letzten Wochen durchgemacht hatte. Da ich nicht mehr „sagen“ konnte, als mir mein Gesichtsausdruck und die wenigen Laute erlaubten, war ich gezwungen auf Mutters Fragen zu warten (...) So hatte ich Mutter zwar klar gemacht, dass ich unglücklich war, aber sie verstand nicht, wie schlimm die Dinge lagen.“

Kommunikationsmittel der UK


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Quellenverzeichnis

Braun, Ursula (Hrsg.) (2005): Unterstützte Kommunikation. Kinder mit cerebralen Bewegungstörungen. Düsseldorf: verlag selbstbestimmtes Leben

BRK – Die Behindertenrechtskonvention: Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (deutsche Verfassung). www.alle-inklusive.behindertenbeauftragte.de/cln_115/nn_1369658/AI/Konvention/WasistdieUNKonvention__node.html, Stand 6.7.2010

Kristen, Ursi (2005): Praxis Unterstützter Kommunikation. Eine Einführung. 5. Aufl. Düsseldorf: verlag selbstbestimmtes leben

Kristen, Ursi (2005 a): Unterstützte Kommunikation in der Praxis. bidok.uibk.ac.at/library/beh4-5-00-praxis.html, Stand 30.11.2007

Lage, Dorothea (2006): Unterstützte Kommunikation und Lebenswelt. Eine kommunikationstheoretische Grundlegung für eine behindertenpädagogische Konzeption. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt

Tetzchner von, Stephan/ Martinsen, Harald (2000): Einführung in Unterstützte Kommunikation. Heidelberg, Universitätsverlag C. Winter Heidelberg GmbH

Wilken, Etta (2006): Unterstützte Kommunikation. Eine Einführung in Theorie und Praxis. 2. Aufl. Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH

In der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit

Behinderungen steht geschrieben,

dass UK ein Bestandteil des Rechts auf Bildung für Menschen ist,

die in der Kommunikation beeinträchtigt sind

( vgl. BRK, Artikel 24 Abs. 3).

Verfasserin: Linda Sauthoff

Webmuiqhastx0oxer (birgit.w/kynnwiaass@ur6/0ol.dob94pezcx) (Stand: 07.11.2019)