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Dr. Jennifer Turner

Institut für Sozialwissenschaften  (» Postanschrift)

Crime and Carcerality

Crime and Carcerality

Ob sie nun als essentiell für die soziale Ordnung oder als reformbedürftig oder gar abschaffungswürdig angesehen werden, Systeme von Kriminalität und Einsperrung sind ein zentraler Bestandteil unserer heutigen Gesellschaft. Strategien, die auf die Kontrolle, den räumlichen Ausschluss und/oder die Einsperrung von Individuen abzielen, die Gesetze und konstruierte Normen übertreten oder davon abweichen, breiten sich in den heutigen Gesellschaften aus – typischerweise in Form von Gefängnissen. Doch die Methoden der sozialen Kontrolle, des räumlichen Ausschlusses und/oder der Einsperrung reichen inzwischen weit über die Mauern eines Gefängnisses – der zentralen karzeralen Institution - hinaus. Arbeiten zu Kriminalität und Einsperrung umfassen nun die "üblicheren" Räume der Polizeiarbeit, der Gefangenschaft, des Festhaltens, des Freiheitsentzugs, der Quarantäne und der Inhaftierung, aber es werden auch andere Räume mit karzeralen Qualitäten in Betracht gezogen - von Gated Communities und Schulen bis hin zu Schiffen und dem Meer. Die Erforschung solcher Räume und Phänomene in Hinblick auf Kriminalität und Karzeralität arbeitet mit Theorien, wie z.B. zu Mobilitäten, Räumlichkeit und Temporalitäten – die helfen, die Funktionsweise dieser Räume und Erfahrung in diesen zu verstehen. Untersuchungen von karzeralen oder einschließenden Räumen erfordern heute mehr denn je unsere akademische Aufmerksamkeit.

Diese Aufmerksamkeit wird bereits von einer Vielzahl von Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen wie Geographie, Kriminologie, Soziologie, Architektur und Psychologie aufgebracht. Breit aufgestellte internationale Netzwerke haben gezeigt, dass über- und interdisziplinäre Forschung für die Untersuchung von Kriminalität und karzeralem Raum von Vorteil ist.

In diesem Sinne baut die Forschungsgruppe Crime and Carcerality auf bestehenden Forschungsstärken innerhalb unseres Instituts auf, um die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg als weltweit führend in der Erforschung der Schnittstellen von Kriminalität und Karzeralität, also dem was als "carceral" verstanden wird, zu entwickeln. Wir engagieren Wissenschaftler aus einer Vielzahl von Disziplinen, um Lehre, Forschung und Wissensaustauschs in diesen Bereichen innerhalb unserer Universität zu verbessern, und laden andere, die diese Interessen teilen, zur Zusammenarbeit mit.

Unsere Forschung:

  • Bringt neue interdisziplinäre Netzwerke von Forschern zusammen, die sich auf die gelebte Erfahrung von Räumen des Verbrechens und der Karzeralität konzentrieren - sei es in "traditionellen" Räumen (wie Gefängnissen oder Haftanstalten) oder in solchen, die auf erweiterte konzeptionelle Vorstellungen von Karzeralität ausgerichtet sind (wie Schulen, Verkehrspraxis, Räume von Stadt- oder sogar Meeresmanagement);
  • Hinterfragt, wie diese Räume funktionieren und sucht nach Möglichkeiten, sich mit relevanten Akteuren auszutauschen, um Forschungsmöglichkeiten zu identifizieren und Wissen und Expertise zu teilen;
  • Erforscht innovative Methoden, um mit den oft benachteiligten eingeschlossenen Populationen in Kontakt zu treten und sich mit weniger sichtbaren Forschungsfeldern zu beschäftigen, die mit diesem Bereich der akademischen Forschung verbunden sind;
  • Teilt Wissen und Expertise, um Lehre und Wissenschaft in diesem Bereich in Oldenburg disziplinübergreifend zu verbessern.
(Stand: 09.06.2021)