Beteiligte Wissenschaftler*innen/Promovierende

Beteiligte Wissenschaftler*innen/Promovierende

Forschungscluster Fortgeschrittener Spracherwerb

Es gibt klare Herausforderungen aus Bildungsperspektive, die eine genauere Betrachtung der Relationen zwischen Spracherwerb, Lesekompetenzen, Schulerfolg und der Rolle von verschiedenen Faktoren (wie z. B. Mehrsprachigkeit, soziale Herkunft, sonderpädagogische Förderbedarfe) erfordern. Diese Forschung muss interdisziplinär gestaltet werden, weil einzelne Disziplinen zwar Teilaspekte dieser Herausforderungen adressieren können (wie z. B. Faktoren für einen erfolgreichen Spracherwerb, Einfluss von Mehrsprachigkeit auf Spracherwerb, welche linguistischen Phänomene komplex sind und warum, wie sich bestimmte sprachliche Aspekte entwickeln), aber nur gemeinsam geplante und durchgeführte Forschungen können zu einem besseren Verständnis der komplexen Zusammenhänge führen.

Deswegen ist dieses Forschungscluster interdisziplinär angelegt: Es kooperieren bisher Sprachwissenschaftler*innen, Sprachdidaktiker*innen sowie Sonderpädagog*innen. 

Weitere interessierte Kolleg*innen möchten wir bitten, Kontakt mit der Sprecherin aufzunehmen:

Mitglieder des Forschungsclusters Fortgeschrittener Spracherwerb auf den Seiten der Fakultät III

Wissenschaftler*innen

Prof. Dr. Esther Ruigendijk (Sprecherin)

Niederländische Sprachwissenschaft

Professur für Niederländische Sprachwissenschaft, Institut für Niederlandistik, Fakultät III

0441 798-4695

Forschungsschwerpunkte:

  • Psycholinguistik
  • Spracherwerb
  • Sprachverarbeitung
  • Sprachstörungen
  • Sprache und Hören
  • Code Switching

Aktivitäten (Auswahl):

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Prof. Dr. Juliana Goschler

Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache

Professur für Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache, Institut für Germanistik, Fakultät III

 0441 798-2904

Forschungsschwerpunkte:

  • Zweit- und Fremdspracherwerb, doppelter Erstspracherwerb
  • Kontrastive Linguistik und Transferphänomene beim Sprachenlernen
  • Sprachliche Heterogenität in Bildungskontexten
  • Sprachliche Merkmale von Bildungssprache, Sprache im Fachunterricht

Aktivitäten (Auswahl):

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Prof. Dr. Katrin Kleinschmidt-Schinke

Didaktik der deutschen Sprache

Professur für Didaktik der deutschen Sprache, Institut für Germanistik, Fakultät III

0441 798-2529

Forschungsschwerpunkte:

  • Adaptives Sprachhandeln
  • Lehrer*innensprache, Unterrichtssprache und Unterrichtskommunikation
  • Entwicklungssensitive Schreibdidaktik
  • Sprache im Fach
  • Spannungsfeld Mündlichkeit/Schriftlichkeit, Operationalisierung konzeptioneller Schriftlichkeit
  • Leichte Sprache
  • deutschdidaktische Lehrer*innenforschung
  • sprachliche Partizipation/Teilhabe an (digitaler) Hochschullehre

Aktivitäten (Auswahl):

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Prof. Dr. Ulla Licandro

Heterogenität und Diversität unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

0441 798-5733 

Forschungsschwerpunkte:

  • Spracherwerb bei Mehrsprachigkeit
  • alltagsintegrierte und inklusive Sprachförderung
  • Peer-Interaktionen in (inklusiven) Lehr-Lernprozessen
  • gestische Kommunikationsentwicklung
  • Diagnostik und Intervention bei Sprachentwicklungsstörungen

Beteiligung am Forschungscluster Fortgeschrittener Spracherwerb

Sprecherin des Forschungsclusters Intersektionale Sensibilität zusammen mit Prof. Dr. Mario Dunkel

Sprecherin des Promotionskollegs SPARK (2022 - 2025)

Beteiligung am Graduiertenkolleg Lehrkräftebildung 2040 (2020 - 2024)

Mitglied des Steering Committees im Projekt „Dimensions of Diversity in Teacher Education”

Collaborating Professor im Exzellenzcluster Hearing4all.connects

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Prof. Dr. Marcel Schlechtweg

English Linguistics, Language Acquisition, and Language Processing

Institut für Anglistik und Amerikanistik, Fakultät III

0441 798- 

Link

Forschungsschwerpunkte:

  • Psycholinguistik / Sprachverarbeitung / Spracherwerb
  • Phonetik und Phonologie
  • Morphologie und Morphosyntax

Prof. Dr. Katharina Schuhmann

Deutsch als Fremdsprache

Institut für Germanistik, Fakultät III

0441 798-2333

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Forschungsschwerpunkte:

  • Fremd- und Zweitspracherwerb
  • Psycholinguistik und Sprachkontaktphänomene (akustisch-phonetische, phonologische und morphologische Aspekte)
  • Theoretische Linguistik (Phonologie, Morphologie)

Nachwuchsforscher*innen

Lara Hardebeck

betreut von: Prof. Dr. Ulla Licandro und Prof. Dr. Esther Ruigendijk

Arbeitstitel: Spracherwerb und Partizipation von Kindern mit Hörbeeinträchtigung

Ein Ziel der Inklusion ist der gleichberechtigte Zugang zur Bildung, um eine volle und wirksame Partizipation für Kinder und Jugendliche an der Gesellschaft zu ermöglichen (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, 2018; Platte, 2020). Im Rahmen eines (inklusiven) Unterrichts, der überwiegend lautsprachlich organisiert ist und somit das Hör- und Sprachverstehen voraussetzt (Bogner et al., 2018; Hennies & Hintermair, 2020), treffen lautsprachlich kommunizierende Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung auf zahlreiche Partizipationsbarrieren (Schwab et al., 2019; Todorov et al., 2021). Diese ergeben sich u. a. aus Verzögerungen im Lautspracherwerb (Haukedal et al., 2022; Tomblin et al., 2015). Es bedarf der Erfassung der subjektiven Erfahrungen und Bedürfnisse dieser Schüler*innen, um Partizipationsbarrieren zu identifizieren und abzubauen (Todorov et al., 2022).

Um die Partizipation von Schüler*innen mit einer Hörbeeinträchtigung zu stärken, soll im Rahmen des Promotionsvorhabens der Zusammenhang zwischen sprachlichen Kompetenzen und den Partizipationsmöglichkeiten von Schüler*innen mit einer Hörbeeinträchtigung untersucht werden. Dazu werden einerseits standardisierte Sprachtests und Fragebögen zur Partizipation eingesetzt. Andererseits werden Interviews mit Schüler*innen mit einer Hörbeeinträchtigung und ihren Lehrkräften geführt, um Barrieren sowie Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten für die schulische Partizipation im inklusiven Unterricht herauszuarbeiten.

Katharina Kuhlmann

Betreut von Prof. Dr. Ulla Licandro

Arbeitstitel: Sprachentwicklungsstörungen und zusätzliche Beeinträchtigungen im Bereich der emotional-sozialen und motorischen Entwicklung. Erfassung von Formen und Ausprägungen sowie Auswirkungen auf die Partizipation

Sprache ist von elementarer Bedeutung für die erfolgreiche Schul- und Lebensbewältigung sowie die Partizipation von Kindern (Chilla, 2017). Bei Kindern mit Beeinträchtigungen im Spracherwerb ohne ursächliche Störungen in anderen Entwicklungsbereichen liegen primäre Sprachentwicklungsstörungen (SES) vor (Spreer et al., 2015). SES zählen mit Prävalenzangaben von 5-8% zu einer der häufigsten Entwicklungsstörungen in der Kindheit (von Suchodoletz, 2014). Zudem treten häufig begleitende Auffälligkeiten in nichtsprachlichen Bereichen auf. Beispielsweise zeigen sich enge Zusammenhänge in der Entwicklung sprachlicher und emotional-sozialer Fähigkeiten (Yew & O'Kearney, 2013). Auch Auffälligkeiten in der Grob- und Feinmotorik treten im Zusammenhang mit SES häufig auf (Sanjeevan et al., 2015). Das kombinierte Auftreten der Entwicklungsauffälligkeiten geht mit zusätzlichen Partizipationsbarrieren einher; jedoch mangelt es an Daten zu kombinierten Beeinträchtigungen bei Kindern mit SES im Grundschulalter.

Das quantitativ angelegte Promotionsprojekt verfolgt das Ziel, die möglichen Formen und Ausprägungen von sozial-emotionalen und motorischen Kompetenzen bei Kindern mit SES anhand standardisierter Testverfahren zu erfassen. Weiterhin sollen die Barrieren und Unterstützungsmöglichkeiten für die Partizipation aus Sicht der Eltern qualitativ erfasst werden. Auf diese Weise soll Wissen über kombinierte Beeinträchtigungen bei Kindern mit SES geschaffen werden, welches praktisch bedeutsam ist, um zielführend intervenieren und beraten zu können sowie Partizipationsmöglichkeiten zu stärken.

Roos Weijers 

Betreut von Prof. Dr. Esther Ruigendijk

Arbeitstitel: Die Interpretation und Verarbeitung von Wh-Fragen bei deutschen und niederländischen Kindern: Eine cross-linguistische Studie

In der Literatur zeigt sich, dass das Verständnis von Objektstrukturen Kindern mehr Schwierigkeiten bereitet als das Verständnis von Subjektstrukturen (z.B. Sauerland et al., 2016). In der Literatur ist man sich aber nicht darüber einig, inwiefern Kasus oder Kasusmarkierung zum Verständnis von diesen Strukturen beiträgt (Friedmann et al., 2009; Kempe & MacWhinney, 1999). Es werden zwar Effekte von Kasusmarkierung auf das kindliche Verständnis von Subjekt- und Objektstrukturen gefunden (z.B. Biran & Ruigendijk, 2015), aber erwachsene Leistungen zeigen sich erst im späteren Alter (z.B. Schouwenaars et al., 2018). Darüber hinaus wird nicht in allen Studien gefunden, dass Kinder wer-Objektfragen besser verstehen als welch-Objektfragen (Metz et al., 2010; Friedmann et al., 2009). Dies würde bedeuteten, dass die Ungleichheit der DPs bezüglich lexikalischer Restriktion als Erklärung für das bessere Verständnis von wer-Objektfragen (Friedmann et al., 2009) nicht richtig ist.

Ziel dieses Promotionsprojektes ist es daher, die Rolle von Kasusmarkierung und DP-Struktur bei der Interpretation und der Verarbeitung von Subjekt- und Objektstrukturen weiter zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird ein Vergleich zwischen der Interpretation und der Verarbeitung von deutschen Wh-Fragen einerseits und niederländischen Wh-Fragen andererseits angestellt. Die Fragen in diesen Sprachen sind sich was die Struktur angeht sehr ähnlich, aber unterscheiden sich bezüglich Kasusmarkierung. Konkret werden deutschsprechende und niederländischsprechende Kinder und Erwachsene an einer Satz-Bild-Matching-Aufgabe, bei der zusätzlich von Eyetracking Gebrauch gemacht wird, teilnehmen.

Jonas Romstadt

Arbeitstitel: Textmuster in Abiturklausuren

Abiturklausuren markieren bedeutsame Meilensteine in der individuellen Bildungsbiographie. Sie sind als sogenannte High-Stakes-Prüfungen zu charakterisieren, weil berufliche Möglichkeiten unmittelbar mit ihrer Beurteilung zusammenhängen. Seit über 100 Jahren sind Abiturprüfungen dabei schriftsprachliche Leistungen. Das macht sie aus linguistischer und sprachdidaktischer Perspektive interessant: Seit über einem Jahrhundert verfassen Schülerinnen und Schüler am Ende ihres institutionell begleiteten Rechtschreiberwerbs handschriftlich Texte, ohne dass ihnen dabei Hilfsmittel wie automatisierte Rechtschreibkontrollen zur Verfügung stehen. Zugleich kann man annehmen, dass sich die Schreibenden dabei möglichst korrekt und möglichst angemessen verhalten wollen. Aufgrund der Konstanz dieser Rahmenbedingungen können mit diesen Texten auch historische Entwicklungslinien nachgezeichnet werden. Das ist der Ansatzpunkt des Forschungsprojektes. Nachdem zunächst der Gebrauch von Interpunktionszeichen beschrieben und analysiert wurde (s. Romstadt i.E.), sollen nun größere, insbesondere textuelle Strukturen in den Blick genommen werden: Wie argumentieren Schülerinnen und Schüler schriftlich? Welche Veränderungen sind dabei im Laufe der Zeit zu beobachten? Inwiefern spiegeln sich hier didaktische Zielsetzungen des Deutschunterrichts im Gebrauch?

Assoziierte Wissenschaftler*innen

Prof. Dr. Tanja Jungmann

Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse

Professur für Sprache und Kommunikation und ihre sonderpädagogische Förderung unter besonderer Berücksichtigung inklusiver Bildungsprozesse, Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik, Fakultät I

0441 798-2018

Forschungsschwerpunkte:

  • Professionalisierung von pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften in inklusiven Settings
  • Evidenzbasierte Frühe Hilfen und Frühe Bildungskonzepte
  • Diagnose und Förderung von sprachlichen und schriftsprachlichen Kompetenzen

Beteiligung am Forschungscluster Fortgeschrittener Spracherwerb

Link zur Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Jörg Peters

Pragmatik und Soziolinguistik/Niederdeutsch

Institut für Germanistik, Fakultät III

0441 798-4589

Link

Forschungsschwerpunkte:

  • Phonetik und Phonologie einschl. Prosodie
  • Varietätenlinguistik
  • Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt
  • Niederdeutsch und Saterfriesisch
(Stand: 24.06.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p81520
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