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Sozialpädagogik / Diversity Education

Zum Selbstverständnis der Sozialpädagogik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oldenburger Fachgruppe Sozialpädagogik repräsen­­tieren wir sehr heterogene Studien- und Berufsbiographien sowie unterschiedliche Lehr- und Forschungsschwerpunkte. Gleichzeitig beziehen wir uns in unserer Arbeit auf zentrale Aspekte der Sozialpädagogik, die sowohl Ausgangspunkt unseres wissenschaftlichen Arbeitens darstellen als auch unser gemeinsames Verständnis dieses Faches widerspiegeln. Im Folgenden möchten wir diese für uns zentralen Merkmale und damit unser Selbstverständnis skizzieren. Um uns innerhalb der Fachdebatte zu verorten, stellen wir zunächst einige Definitionen des Faches dar, die innerhalb einer solchen Skizze allerdings nur überblicksartig abgebildet werden können. Es folgen Hinweise zur Entstehungsgeschichte der Sozialpädagogik an der Universität Oldenburg sowie die Darstellung eines spezifischen diversitätsbewussten Verständnisses, dem wir uns verpflichtet fühlen. Die Vorstellungen unseres Studien- und Lehrangebotes, unserer Forschungsschwerpunkte und unseres Teams komplettieren diese Skizze.

Unsere Kollegin Heike Fleßner ist verstorben

Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Heike Fleßner ist am 2. Februar im Alter von 76 Jahren verstorben. Sie war Hochschullehrerin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik sowie von 2001-2009 Direktorin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZFG) an der Universität Oldenburg, das sie mit begründet hat. Heike Fleßner wurde 2009 pensioniert.

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Nach ihrem Lehramtsstudium arbeitete Fleßner von 1966 bis 1971 zunächst als Hauptschullehrerin. Anschließend war sie an der pädagogischen Hochschule Oldenburg tätig, die kurze Zeit später in die neu gegründeten Universität Oldenburg überführt wurde. Dort war sie als Wissenschaftliche Assistentin, später als Studienleiterin beschäftigt. 1980 promovierte sie mit einer historischen Untersuchung zur öffentlichen Kleinkinderziehung auf dem Land. Nach ihrer Habilitation im Jahr 1994 wurde sie 1996 zur außerplanmäßigen Professorin ernannt. Am Oldenburger Institut für Pädagogik gestaltete sie über viele Jahre in zentraler Funktion die sozialpädagogische Lehre und Forschung mit. In ihrer Forschung beschäftigte sich Fleßner mit der Analyse und konzeptionellen Entwicklungen im Bereich einer gender- und diversitätsbewussten Sozialpädagogik.

Fleßner war maßgeblich am Aufbau des Forschungsschwerpunkts Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität beteiligt und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des ZFG. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre initiierte sie einen interdisziplinären Magisterstudiengang zu diesem Thema, den Vorläufer der heutigen Studiengänge im Bereich Frauen- und Geschlechterstudien.

Die Erziehungswissenschaftlerin war von 1985 bis 1991 zudem Mitglied des Rats der Stadt Oldenburg. Auch in ihrem Ruhestand war Fleßner weiterhin aktiv und engagierte sich beispielsweise beim Landesverband Niedersachsen von pro familia, zu dessen Vorsitzender sie 2014 gewählt wurde. Überdies war sie Mitglied des Vorstands der Bertha Ramsauer Stiftung in Oldenburg, die sich für Frauenbildung einsetzt.

Dem Institut für Pädagogik und der Fachgruppe Sozialpädagogik hat Heike Fleßner eine Aufgabe für Gegenwart und Zukunft mit auf den Weg gegeben:  „Diversitätsbewusste Sozialpädagogik bedarf in ihrem Kern der geschlechterbewussten Pädagogik. (…) Diese sollte sich als kritische, an Veränderung orientierte soziale Praxis begreifen. Dabei wäre sie zugleich auf eine kritisch (auch ökonomisch) analysierende, eingreifende Geschlechterpolitik angewiesen, um ihre Wirksamkeit zu erweitern. Nur zur Erinnerung: Das Verständnis feministischer Sozialpädagogik war genau dies – die Einheit von professioneller und politischer Praxis.“

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(Stand: 20.02.2021)