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Zwei-Fächer-Bachelor Sonderpädagogik

Der Zwei-Fächer-Bachelor Sonderpädagogik ist der grundständiger Studiengang des Faches Sonderpädagogik, der die Theorie und Praxis in den zentralen Handlungsfeldern der Sonderpädagogik behandelt. Er ist in seiner Ausrichtung als crosskategorial und polyvalent zu charakterisieren: Crosskategorial bringt zum Ausdruck, dass weniger die Förderschwerpunkte die Module konstituieren, sondern der Studiengang fachrichtungsübergreifend unter Berücksichtigung der gesamten Lebensspanne ausgerichtet ist. Polyvalent wird er durch seine Einschlägigkeit hinsichtlich schulischer (Lehramt) wie auch außerschulischer Berufsfelder.

Konzeptionelle Ausrichtung und Inhalte

Der Zwei-Fächer-Bachelor Sonderpädagogik gliedert sich in Basis- (sop012, sop022, sop032), Aufbau- (sop212, sop222, sop232) und Aktzentsetzungsmodule (sop413, sop441, sop451, sop465, sop472), die zusammen jeweils 30 KP abdecken (s. Studienverlaufsplan).

Im ersten Semester beginnen die Studierenden in den drei Basismodulen der Sonderpädagogik. In ihnen geht es um das Wissen zu gesellschaftlichen Lebenswelten bzw. Settings, die in ihrer Relevanz für Fragen der Partizipation, Teilhabe und Inklusion für Menschen mit Behinderung bzw. Beeinträchtigung (sowie ihre Familien) im nationalen sowie internationalen Kontext untersucht werden. Vermittelt werden in dem Modul „Grundlagen sonderpädagogischer Arbeitsfelder“ (sop012) Kenntnisse zur Geschichte der Sonderpädagogik, essenziellen Begriffen, bedeutsamen Leitlinien und Handlungsmustern neben Kompetenzen zum wissenschaftlichen Arbeiten. Im Modul „Gesellschaft/Inklusion“ (sop022) erfolgt ein Überblick zu ausgewählten Sozialisationstheorien bzw. Modellen und deren Bedeutung für das pädagogische Handeln in der präventiven, interventiven, inklusiven bzw. rehabilitativen Arbeit. Dabei nimmt die Darstellung der Zusammenhänge von sozialen, familialen, ökonomischen, kulturellen und ökologischen Strukturen und ihre Bedeutung für partizipative Bildungs-, Erziehungs- und Rehabilitationsprozesse eine zentrale Rolle ein. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der feldtheoretisch basierten Person-Umfeld-Analyse und der Auseinandersetzung mit den zentralen Wirkungsräumen (Familie, Schule, Peergroup und Alternativer Wirkungsraum1) für die Teilhabeplanung im schulischen und außerschulischen Kontext. Dieses Modul beinhaltet ebenfalls eine differenzierte Auseinandersetzung mit ausgewählten Aspekten der internationalen Sonderpädagogik sowie der vergleichenden Sonderpädagogik.

In einem weiteren Basismodul (sop032) werden „Entwicklung und Entwicklungsbeeinträchtigungen“ in den unterschiedlichen Förderschwerpunkten überblicksartig in der Lebensspanne bzw. in einzelnen Lebensabschnitten thematisiert. Als zentrale Herausforderungen in diesem Modul sind die Formen, Theorien und Modelle von Entwicklungsprozessen, unter anderem in den Bereichen Sprache und Kommunikation, Lernen, Motorik und Verhalten, zu benennen und zu erkennen sowie unterschiedliche Entwicklungsaufgaben zu erläutern, zu erklären, zu veranschaulichen und zu analysieren. Die Studierenden lernen hier fachlich und empirisch fundierte Einschätzungen zur Entwicklung sowie zu Entwicklungsbeeinträchtigungen abzugeben wie auch ausgearbeitete Programme und eigene Vorschläge zur Entwicklungsförderung und Partizipation in schulischen, außerschulischen und rehabilitativen Kontexten zu erarbeiten.

Darauf aufbauend nehmen die Studierenden teil an den Veranstaltungen des Moduls „Forschungsmethoden“ (sop222) und erlernen die Grundstrukturen wissenschaftlichen Denkens, die Methoden empirischer Forschung und die Gestaltung erfahrungswissenschaftlicher Studien. Hier werden schon im Bachelorstudiengang programmatische Orientierung an empirischer Forschung sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht vermittelt. Im zweiten und dritten Semester wird parallel das Modul „Prävention/Intervention“ (sop212) studiert, in dem eine Auseinandersetzung mit belangvollen Ansätzen und Verfahren der Förderung in zwei (vom Studierenden) ausgewählten Fachrichtungen stattfindet. Die Aufbaumodule werden komplettiert durch das Modul „Diagnostik“ (sop232), in dem die Grundlagen der Förderdiagnostik oder zur Feststellung eines sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs vermittelt werden. Im Bereich der Akzentsetzung liegt der Fokus ab dem dritten Semester auf der Unterrichtsgestaltung in sonderpädagogischen Handlungsfeldern, die im Modul sop413 mittels einer Vorlesung, einer damit verzahnten Übung sowie eines vertiefenden Seminars umgesetzt und in dem die Modulprüfung in Form eines Portfolios geleistet wird. Als Wahlpflichtmodul wurden die Module sop451 bzw. sop441 geschaffen, in denen Studierende praxisorientiert ihre Handlungskompetenz im Feld der Motorik oder des kreativen Gestaltens ausweiten. Den besonderen Anforderungen inklusiver Handlungsfelder trägt das Modul „Kommunikation und Beratung“ (sop465) Rechnung. Es führt ein in Fragen der Kommunikationstheorie und macht bekannt mit Beratungskonzepten und den Grundlagen der Gesprächsführung. Einen reflexiven Überblick über die inhaltliche Strukturierung des Bachelor-Studiums und Möglichkeiten zur eigenen Erprobung didaktischer Kompetenzen bietet das hochschuldidaktisch geprägte Modul des Tutoriums (sop472), in dem die Studierenden des fünften Semesters die Lehr-Lern-Prozesse der Erstsemester in den Seminaren und Vorlesungen unterstützen. Im letzten Semester des Bachelorstudiengangs Sonderpädagogik steht die Abschlussarbeit an, die durch eine begleitende Lehrveranstaltung unterstützt und abgesichert wird.

Mit den hier umrissenen zehn Modulen Sonderpädagogik kombinieren die Studierenden als Zweitfach die Unterrichtsfächer sowie die Studieninhalte des Professionalisierungsbereichs. Hier sind auch die Praktika verortet, die in Verantwortung der Sonderpädagogik in inklusiven oder förderschulspezifischen Kontexten realisiert, in Seminarform begleitet und durch Praktikumsberichte reflektiert werden. Bereits im ersten Semester absolvieren die Studierenden das 3-wöchige Orientierungspraktikum (prx111) in einem sonderpädagogischen Handlungsfeld, das der Prüfung der Studienwahl, der Eignung und dem Kennenlernen des beruflichen Alltags dienen soll. Das „Praktikum im Berufsfeld Schule“ (prx103) folgt im fünften Semester, in dem die Studierenden für das Lehramt Sonderpädagogik – sie haben soeben das Modul „Didaktik“ abgeschlossen – vor allem Erfahrungen darin sammeln, Unterricht zu planen, umzusetzen und zu reflektieren.

Durch seine polyvalente Ausrichtung besteht für Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Sonderpädagogik parallel die Möglichkeit, ihre Ausbildung in einem lehramtsbezogenen oder außerschulisch orientierten Masterstudiengang fortzusetzen. Ebenfalls besteht die Option nach dem Bachelor-Studienabschluss in sonderpädagogischen Arbeitsfeldern beruflich tätig zu werden und beispielsweise die folgenden Aufgaben zu übernehmen:

  1. frühe pädagogische Hilfen und Beratung in außerschulischen Institutionen,
  2. Prävention, Intervention und Rehabilitation in integrativen, kooperativen und anderen Einrichtungen und die Zusammenarbeit mit Familien,
  3. Vorbereitung und Unterstützung des Übergangs in Arbeit und Beruf (bei Jugendlichen mit Beeinträchtigungen),
  4. Unterstützung einer selbstständigen Lebensführung und Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen in allen Lebensphasen und Lebenslagen.
We4obmadxster (so0bdnd1pp2qerlsoqpaedagogjo7kyik@uoltckx.dedigox) (Stand: 07.11.2019)