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Korneale Nervenregeneration und Neurotrophe Keratopathie

Kontakt

Direktor der Universitätsklinik für Augenheilkunde

Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Stefan Schrader

Leitung des Labors für Experimentelle Ophthalmologie

Dr. rer. nat. Sonja Mertsch

Sekretariat im Pius-Hospital Oldenburg

+49 (0)441 229 1241

+49 (0)441 229 1277

Anschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften
Department für Humanmedizin
Postfach 2503
26121 Oldenburg

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Korneale Nervenregeneration und Neurotrophe Keratopathie

Die neurotrophe Keratopathie (NK) ist eine degenerative Hornhauterkrankung, welche aus einer verminderten Innervation der Kornea resultiert. Der Verlust der sensiblen Hornhautinnervation kann durch eine Schädigung des sensiblen 1. Astes des fünften Hirnnervens (N. trigeminus) auf der gesamten Länge (vom Ganglion Gasseri im Hirnstamm) bis zu dem Verlauf in der Hornhaut entstehen. Verschiedenste Erkrankungen können zu dieser Schädigung führen, wie zum Beispiel systemische Erkrankungen (Diabetes Mellitus, Multiple Sklerose) oder verschiedene Infektionen der Hornhaut (Herpes Zoster oder Herpes Simplex). Chemische Unfälle und physikalische Traumata können ebenso wie chirurgische Eingriffe (z.B.: perforierenden Keratoplastik) oder neurochirurgische Eingriffe zu einer Schädigung des N. trigeminus führen. Als Resultat der Schädigung tritt häufig eine gestörte epitheliale Heilungsfähigkeit der Kornea mit einer Reduzierung der Tränensekretion (Sicca-Symptomatik) und einer Reduktion bis völligen Verlust der Hornhautsensibilität ein. Durch die Schädigung der Hornhautnerven kann es zu kornealen Epitheldefekten, Ulzera bis hin zu Perforationen kommen.

Die Therapie der NK richtet sich nach dem Schweregrad und hat als Ziel die Progression des kornealen Schadens zu stoppen und die epitheliale Wundheilung zu fördern. Bisherige Standardtherapien umfassen die topische Gabe von steroidhaltigen Augentropfen, Gabe von künstlicher Tränenflüssigkeit oder therapeutische Kontaktlinsen. In schweren Fällen der NK, wenn sich ein kornealer Ulcus mit Perforation entwickelt hat, kann eine lammeläre oder penetrierende Keratoplastik notwendig sein. Die Erfolgsrate der kornealen Transplantate ist jedoch aufgrund der schlechten Wundheilung des Epithels und der anhaltenden Gefahr eines Epitheldefekts, sehr gering. Die bisher einzige kurative Therapieoption ist die Behandlung mit dem rekombinanten Wachstumsfaktor NGF (Cenegermin). Aufgrund der hohen Kosten und der begrenzten klinischen Erfahrung mit diesem Medikament wird Cenegermin bei Patienten mit schwerster Form der NK eingesetzt und der Bedarf an neuen Therapieformen für die NK weiterhin groß.

Das Ziel dieses Projektes ist durch eine Verbesserung der kornealen Nervenregeneration eine Verbesserung bei der Therapie der neurotrophen Keratopathie zu erreichen. Daher steht die Aufdeckung neuer regenerationsassoziierte Faktoren und die Untersuchungen zugrundeliegender Mechanismen im Vordergrund der Untersuchungen.

Da es zurzeit keine in vitro Modelle für die Testung der kornealen Nervenregeneration gibt, werden zusätzlich neue 3D in vitro Kornea-Modelle generiert. Für diese Modelle werden künstliche Materialien genutzt, welche aktuell als Ersatzgewebe für die Augenoberflächenrekonstruktion in unserer Arbeitsgruppe untersucht werden.

Zusätzlich wurde bereits erfolgreich ein Maus-Modell zur neurotrophen Keratopathie entwickelt, das es ermöglicht, die Effektivität der gefundenen Substanzen in vivo zu verifizieren. 

Webgqk7imaster6eti (birtupmygit.stet9245in@uol.de) (Stand: 21.08.2020)