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PRIMUS

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Schulversuch PRIMUS

Das Land Nordrhein-Westfalen erprobt im Schulversuch PRIMUS an den Standorten Minden, Münster, Schalksmühle, Viersen und Titz die Integration von Primar- und Sekundarstufe in Langformschulen von Klasse 1-10. Ziel dieser Schulreform ist es, Bildungsbiographien ohne Brüche in leistungsfähigen und sozial gerechten Schulen zu ermöglichen. Die Primus-Schulen sind inklusive Ganztagsschulen. Die Primus-Schüler*innen lernen in jahrgangsgemischten Lerngruppen. Im Mittelpunkt der Pädagogik der Primus-Schulen steht die Förderung einer individualisierenden Lernkultur mit alternativen Formen der Leistungsrückmeldung. Mit der Einrichtung der Langform wird auch ein stufenübergreifender Einsatz der Lehrkräfte angestrebt. Die Lehrer*innen sollen nicht nur über die Stufen hinweg Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben, sondern auch gemeinsam unterrichten.

Die wissenschaftliche Begleitung zu diesem Projekt ist an den Universitäten Oldenburg und Münster (Prof.'in Dr. Christina Huf) angesiedelt. Sie folgt dem Ansatz einer qualitativen fallbezogenen Prozessanalyse. In regelmäßigen Interviews und Gruppendiskussionen werden die Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern befragt. Die verschiedenen Akteursperspektiven auf den Schulversuch werden vergleichend untersucht. Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Entwicklungsprozesse im Schulversuch zu dokumentieren und sein Gelingen zu beurteilen. Erstens bezieht sich dies auf die Frage, in welchem Ausmaß die Primus-Schulen angewählt werden (Anwahlattraktivität und Nachfrage) und ob es ihnen gelingt, die Schüler*innen über die Langform von Klasse 1-10 zu halten (Haltekraft). Zweitens wird der Erfolg der Primus-Schulen an der Qualität der Lernangebote und dem Verlauf der Bildungs- und Lernbiographien ihrer Schüler*innen bemessen. Drittens stellt sich zudem die Frage, inwiefern sich im Zusammenspiel von Schulentwicklung und Professionalisierung die pädagogische Arbeit und das professionelle Selbstverständnis der Lehr- und Fachkräfte im und durch den Schulversuch verändern. 

Aus Sicht einer Entwicklungsforschung zu Schule und Unterricht lassen sich am Schulversuch Prozessdynamiken einer komplexen Schulentwicklung sowie Veränderungen in einem Unterricht im Anspruch auf Reform analysieren.

In der ersten Phase der wissenschaftlichen Begleitung (2014-2017) standen – gestützt auf Dokumentenanalysen und Interviews mit den Schulleitungen – die der Errichtung der Primus-Schulen vorausgegangenen Intialisierungsprozesse an den fünf Standorten und die Konzeptentwicklung in der Errichtungsphase im Mittelpunkt der Analyse.

In der zweiten Phase (2017-2020) rückte die Schulentwicklungsarbeit der Kollegien, die Lernerfahrungen der Primus-Schüler*innen und die Perspektiven der Eltern auf den Schulversuch in den Fokus der wissenschaftlichen Begleitung. Hierzu wurden zusätzlich zu den Interviews mit den Schulleitungen Gruppendiskussionen mit den Lehrkräften sowie Interviews mit Primus-Schüler*innen und Eltern erhoben.

In der dritten Phase (2020-2024) wird sich die wissenschaftliche Begleitung auf eine Absolventenforschung konzentrieren. Geplant sind standardisierte Befragungen der Übergänger aus den Primus-Schulen sowie längschnittliche Interviews mit Schüler*innen in den oberen Stufen.

Veröffentlichungen aus dem Projektkontext

Pauling, S./Idel, T.-S. (2019). Jahrgangmischung in der Langform. Erfahrungen aus dem Schulversuch PRIMUS. PÄDAGOGIK 3/2019, S. 38–41.

Idel, T.-S./Pauling, S. (2018). Schulentwicklung und Adressierung. Kulturtheoretische-praxeologische Perspektiven auf Schulentwicklungsarbeit. Die Deutsche Schule 110, 4/2018, S. 312–325.

Idel, T.-S. (2017). Jahrgangsmischung. In Idel, T.-S./Ullrich, Heiner (Hrsg.). Handbuch Reformpädagogik (S. 280–292). Weinheim und München: Beltz Verlag.

Huf, C./Idel, T.-S./Schnell, I. (2016). Entdramatisierung von Übergängen durch Altersmischung – das Beispiel des Langformschulversuchs PRIMUS. Sonderpädagogische Förderung heute, 2/2016, S. 165­–178.

Idel, T.-S./Huf, C./Pauling, S. (2016). Schulentwicklungsforschung als qualitative Prozessanalyse. In Burger, T./Miceli, N. (Hrsg.). Empirische Forschung im Kontext von Schule. Einführung in theoretische Aspekte und methodische Zugänge (S. 49­–65). Wiesbaden: Springer VS.

Ansprechpersonen

Prof. Dr. Till-Sebastian Idel

Sven Pauling

Wegxwjbmaster: Bejdhttina Meyerlvg (bettina.v5ycwmeyeazalyr@uol.dk67uevclq) (Stand: 15.09.2020)