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Altes Testament

Das Alte Testament stellt den ersten, umfangreicheren Teil der christlichen Bibel dar. Die ursprünglich Hebräisch verfassten Schriften bilden die Grundlage und den Mittelpunkt des Faches. Den Studierenden – meist künftigen Lehrkräften – wird Kenntnis und Zugang zum Verständnis der bedeutendsten Texte und Themen dieser Schriftensammlung vermittelt. Da das Alte Testament insgesamt über einen Zeitraum von rund tausend Jahren entstanden ist und auch die meisten Einzelschriften einen längeren Entstehungsprozess durchlaufen haben, erfolgt deren sachgerechte Erschließung in historischer Perspektive: Die Studierenden werden vor allem mit historisch-kritischen Methoden vertraut gemacht, um die Texte als Produkte ihrer Zeit verstehen zu lernen, die unter bestimmten historisch-politischen, sozialen und religionsgeschichtlichen Bedingungen verfasst sowie von der Umwelt geprägt oder in kritischer Auseinandersetzung mit dieser geschrieben wurden. Neben das historisch-kritische Instrumentarium treten auch literaturwissenschaftliche Ansätze zur Texterschließung und das hermeneutische Interesse an der bleibenden Bedeutung des Alten Testamentes. Ziel der Beschäftigung mit den kanonischen Schriften des Alten Testamentes ist es wahrzunehmen, dass und wie die Verfasser ihre Welt und Geschichte theologisch deuten und dabei unterschiedliche theologische Stimmen in diesem Schrifttum zu erkennen. Auf dieser Grundlage lässt sich dann ein gegenwärtiges Verständnis und eine aktuelle Relevanz der Texte reflektieren, insbesondere im Blick auf den Religionsunterricht.

Der hebräische Kanon bildet einerseits die Grundlage jüdischen Glaubens, so dass die Beschäftigung mit ihm eine Verbindung hin zu jüdischen Auslegungstraditionen und zur Judaistik herstellt. Andererseits waren die ins Griechische übersetzten Schriften die Bibel des frühen Christentums, so dass das Alte Testament als Traditionshintergrund vielfach ein vertieftes Verständnis des Neuen Testamentes eröffnet.

Studierende in Oldenburg haben die Option, Hebräisch zu lernen, und können auf Wunsch die Hebraicumsprüfung ablegen.

(Stand: 13.07.2021)