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Univ-Prof. Dr. Ulrike Raap

Sekretariat

Silvia Ellinghaus

+49 (0)441 798-3523

Anschrift

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften
Abteilung für experimentelle Allergologie und Immundermatologie
Carl-von-Ossietzky Straße 9-11
26129 Oldenburg

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Forschung

Forschung der Abteilung für Immundermatologie und experimentelle Allergologie

Der Schwerpunkt unserer Forschungsgruppe liegt auf Autoimmunerkrankungen wie dem bullösen Pemphigoid, Allergien, Krebs und entzündlichen Hauterkrankungen einschließlich atopischer Dermatitis, Kontaktekzemen und Psoriasis. Wir sind besonders an der Rolle von Basophilen, Eosinophilen und Mastzellen bei diesen Erkrankungen interessiert, da die aus diesen Zellen freigesetzten Entzündungsmediatoren eine entscheidende Rolle in der Schwere der Symptome spielen und auch auf andere Immunzellen einwirken, die diese Krankheiten steuern. Unsere Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung in der Isolierung und Reinigung von menschlichen allergischen Effektorzellen, um deren funktionelle Reaktionen zu untersuchen und um die intrazellulären Signalmechanismen aufzuklären, die ihre Reaktivität kontrollieren. Unser Hauptziel ist es, die verschiedenen Rollen dieser Zellen bei Autoimmunität und Allergien zu verstehen und neue therapeutische Strategien zu entwickeln.

Zu den laufenden internationalen Forschungskooperationen zählen die Universität Groningen (NL), wo wir die Ursachen für die Blasenbildung der Haut beim bullösen Pemphigoid untersuchen, das Imperial College London (UK) und die Universitätsklinik für Lungen- und Allergische Erkrankungen Golnik (SLO), mit denen wir die zellulären Ursachen für schwere allergische Reaktionen erforschen und die Universität von Kent, wo wir grundlegende Mechanismen untersuchen, die für Autoimmunkrankheiten und Krebs verantwortlich sind.

Bullöses Pemphigoid

Das bullöse Pemphigoid (BP) ist eine blasenbildende Autoimmundermatose, die in den Formenkreis der seltenen Autoimmunerkrankungen gehört. Die Beschwerdesymptomatik des bullösem Pemphigoides wird anfänglich durch Juckreiz mit Erythemen und später mit dem Aufschießen von prallen Blasen beschrieben. Vornehmlich tritt das bullöse Pemphigoid bei älteren Menschen auf. Die Ätiologie des bullösen Pemphigoides wird durch die Bildung von IgG-Autoantikörpern gegenüber hemidesmosomalen Antigenen wie dem Bullösen Pemphigoid Antigen 1 (BP230) und dem Bullösen Pemphigoid Antigen 2 (BP180) erklärt. BP180 ist ein transmembranöses Mitglied des Kollagen Proteins Typ XVII, das als primäres antigenes Target von BP Autoantikörpern identifiziert wurde. BP180 wird auf der basalen Oberfläche basaler epidermaler Keratinozyten exprimiert und ist ein Glied des hemidesmosomalen Komplexes, einer zellulären Struktur, die als dermo-epidermale Adhaesion fungiert. Die Hauptepitope von BP180, die mit der Krankheit assoziiert sind, werden auf der NC16A Domäne abgebildet. Neben den IgG Auto-AK spielen auch IgE AK eine pathogenetische Rolle beim bullösen Pemhpigoid.

Charakteristisch für das bullöse Pemphigoid ist ein massives Infiltrat eosinophiler Granulozyten. Die Blasenbildung wird nicht nur durch die Bindung der Auto-AK, sondern auch durch das hauptächlich granulozytäre Infiltriat, Komplement und Eosinophilenproteasen bedingt. Zudem ist die Anzahl der basophilen Granulozyten in der Dermis bei Patienten mit bullösem Pemphigoid erhöht.

Wir interessieren uns beim bullösen Pemphigoid insbesondere für die Rolle der basophilen und eosinophilen Granulozyten. Die Forschung wird unter anderem über die DFG gefördert. Zudem besteht eine Forschungskooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof Dr. Marcel Jonkman vom UMCG Groningen, in der wir gemeinsam die Ursachen für die Blasenbildung der Haut beim bullösen Pemphigoid im Rahmen eines Joint-Ph.D. Programmes untersuchen (Project 4: “Bullous pemphigoid – What makes the blister?”).

Chronischer Pruritus

Chronischer Pruritus ("chronischer Juckreiz ") ist eines der häufigsten Symptome vieler Hauterkrankungen und kann die Lebensqualität erheblich verschlechtern. Chronische, entzündliche Hauterkrankungen, einschließlich Lichen planus (LP), Psoriasis (PSO) und atopische Dermatitis (AD), sind eine Hauptursache des chronischen Pruritus. Dennoch unterscheiden sich diese Erkrankungen grundlegend in Bezug auf Phänotyp, Histopathologie und immunologische Prinzipien, die dem Krankheitsverlauf zugrunde liegen. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass IL-17, IL-31, NGF und TSLP eine entscheidende Rolle bei der Pruritusbildung spielen. Es wurde gezeigt, dass therapeutische Antikörper, die entweder auf IL-17A oder IL-31A abzielen, Juckreiz bei PSO bzw. AD wirksam reduzieren.
Die molekulare Grundlage des chronischen Pruritus bei Hautentzündungen ist jedoch noch weitgehend ungeklärt.

Unser Hauptziel ist die Charakterisierung bekannter (IL-31, NGF, TSLP) und die Identifizierung neuer Pruritus Signalwege bei chronischer Hautentzündung mittels Transkriptom- und Zytokinanalysen von hautinfiltrierenden T-Zellen, Mastzellen und eosinophilen Granulozyten sowie von peripheren mononukleären Blutzellen (PBMCs), um neue Therapiemöglichkeiten zu erschließen.

Unsere Arbeitsgruppe ist Teil der Translational Pruritus Forschergruppe (Translational Pruritus Research, PruSearch FOR 2690), die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.
Die Forschergruppe besteht aus Wissenschaftlern und Experten auf dem Gebiet der Pruritusforschung in Deutschland mit verschiedenen Fachgebieten wie Dermatologie, Neurophysiologie, Anästhesiologie, Neurologie, Gastroenterologie und Radiologie.
Im Rahmen dieser Forschergruppe identifizieren und charakterisieren wir gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof Dr. Bernhard Homey vom UKD Düsseldorf die Pruritus Signalwege bei chronischen Hautentzündungen (Projekt 5: Identifizierung und Charakterisierung von Pruritus Signalwegen bei chronischer Hautentzündung).

Immun-Checkpoint Regulatoren

Immun-Checkpoints sind hochwirksame Ziele bei der Immuntherapie von bösartigen Tumorerkrankungen. Häufig treten jedoch Autoimmunreaktionen als Nebenwirkungen dieser Behandlung auf. Ein Großteil der mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren behandelten Patienten leidet unter dermatologischen Entzündungsstörungen, einschließlich Hautausschlag und Juckreiz, bis hin zu schweren dermatologischen Manifestationen wie Lichenoidreaktionen, Psoriasis, Akne, Vitiligo-ähnlichen Läsionen und Autoimmunerkrankungen der Haut. Diese Beobachtungen weisen eindeutig auf einen Zusammenhang zwischen entzündlichen Hauterkrankungen und der Immunregulation durch Immun-Checkpoints hin.

In diesem Projekt wollen wir die molekularen Mechanismen verstehen, die der Regulation der Immuneantwort durch Immun-Checkpoints zugrunde liegen. Wir gehen davon aus, dass Immun-Checkpoints eine entscheidende Rolle bei entzündlichen Hauterkrankungen spielen – welche über die bereits bekannte Hemmung von T-Zell-Funktionen hinausgeht. Das Projekt wird teilweise durch den Forschungspool der  Fakultät für Medizin und Gesundheitswesen der Universität Oldenburg (Role of immune checkpoint regulators in inflammatory skin diseases, 2017-013) finanziert.

Webmasoiz1ter (birgit.stxsgein@uolel.decc) (Stand: 07.11.2019)