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Jan Tobias Fuhrmann

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Promotionsprogramm "Gestalten der Zukunft"
Ammerländer Heerstraße 114-118
26129 Oldenburg

Jan Tobias Fuhrmann

Promotionsprojekt

 Die Zeit der Algorithmen. Zur Etablierung algorithmischer Zeitregime in Ökonomie und Politik (Arbeitstitel)

Abstract

Das Projekt soll die Frage klären, wie Gesellschaft algorithmische Zeitregime verarbeitet. Dabei wird die These aufgestellt, dass algorithmische Zeitregime geschlossene Zukünfte produzieren. Algorithmische Zeitregime benötigen Zukunft lediglich, um die Gültigkeit der Prognose der Zukunft aus dem bestehenden Datenmaterial zu bestätigen oder zu enttäuschen, also zu optimieren. Zukunft ist dabei kein offener Gestaltungsraum mehr, sondern dient der Kalibrierung der Prognose. Dies steht im Widerspruch zum Konzept der Zukunft der modernen Gesellschaft. Nach der Rekonstruktion des algorithmischen Zeitregimes wird das Projekt die Verarbeitung des Bruchs in Ökonomie und Politik untersuchen, um die gesellschaftlichen Effekte algorithmischer Zeitregime verstehen zu können.

Kurzbiografie

seit 10/2020
Stipendiat im MWK-Promotionsprogramm ‚Gestalten der Zukunft. Transformation der Gegenwart durch Szenarien der Digitalisierung‘ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Studium der Sozialwissenschaften an der TU Kaiserslautern und an der Universität Luzern

Vorträge

03/2021
Stillgestellte Dynamik. Zur Funktion des Eigentums in der Temporallogik kapitalistischer Kalküle. Beitrag zur Frühjahrstagung der Sektion Wirtschaftssoziologie Kritik des Eigentums? Zu einer Soziologie der Privatisierung und Vergesellschaftung. Universität Hamburg

02/2021
Die pandemische Realität der Corona-Krise als Selbstbeschreibungskrise der modernen Gesellschaft. Beitrag zum digitalen Kolloquium Soziologische Perspektiven auf die Corona-Krise des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Podcast hier abrufbar: WZB | Spotify | Apple Podcasts

08/2020
Kapitalistische Kalküle im Staats-Finanz-Nexus. Beitrag zur Online-Tagung Risikopraktiken im Staats-Finanz-Nexus. Freie Universität Berlin

01/2020
Das Unbehagen an der Theorie. Von der doppelten Gewalt der Theorie und einer Subjektivierung. Beitrag zur Arbeitstagung Lebendige Theorie. Humboldt Universität Berlin

12/2019
Zum Theorieprogramm einer postfundamentalen Systemtheorie. Vortrag bei MoMo Berlin

11/2018
Zum Verhältnis von Komplexität, Algorithmus und Gesellschaft. Beitrag zur Tagung Eigenlogiken der Datafizierung. RWTH Aachen

06/2018
Zur (Un)Möglichkeit globaler Alternativen zum Kapitalismus. Beitrag zur Forschungswerkstatt kritische Geographie. Goethe Universität Frankfurt a.M.

Publikationen

2021
Strukturkonservative Algorithmen: Künstliche Intelligenz als Kommunikationsproblem. In: Strasser/Sohst/Stepec/Stapelfeldt (Hg.): Künstliche Intelligenz – Die große Verheißung. Berlin: Xenomoi, 103-128.
► Online-Buchvorstellung am 22.03.21 mit Voranmeldung https://www.denkwerkstatt.berlin/CFP-SAMMELBAND-KI/Buchvorstellung/

2020
zusammen mit Alexandra Reinig: Die Corona-Verschwörung. Zur narrativen Totalintegrationen der gesellschaftlichen Selbstbeschreibungskrise während der Covid-19-Pandemie. In: Hertrampf (Hg.): Corona: Krise oder Wende? Wie Krisen Kulturen verunsichern und verändern. PhiN-Beiheft 24, 220–232.
 
Wechselseitige Disziplinierung. Zum systemtheoretischen Verständnis von Kommunikation unter Beteiligung psychischer und algorithmischer Systeme. In: Leineweber/de Witt (Hg.): Algorithmisierung und Autonomie im Diskurs. Fernuniversität Hagen, 16-46.

2019
Postfundamentale Systemtheorie. Passagen-Verlag, Wien.
 
Vergleich und Ausschluss. Zur Funktion der Kultursemantik. In: Berliner Debatte Initial 30(1), 27-38.
 
Von Epoche zu Epoche. Ein Theoriefragment zur Inflation der Epochenwenden in der soziologischen Begriffsbildung. In: Lammers (Hg.): Theorie und Praxis in Zeiten von FakeNews. Grin, München.

(Stand: 30.04.2021)