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Dr. Thomas Klenke

Zentrum für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung

+49-441-798-4799

Küstenschutz ist mehr als ein Deich

Angesichts des steigenden Meeresspiegels müssen sich die Bewohner der Küsten auf ganz vielfältige Weise vor dem Wasser schützen. Wie Oldenburger Forscher helfen, die Regionen fit für die Zukunft zu machen, erläutert Küstenforscher Thomas Klenke.

Der Meeresspiegel steigt – bis Ende des Jahrhunderts im Mittel um 30 bis 80 Zentimeter oder sogar mehr. Zwar schützen hierzulande traditionell Deiche Land und Leute vor den Fluten der Nordsee. Doch der Küstenschutz sei mehr als ein Deich, sagt Dr. Thomas Klenke, wissenschaftlicher Koordinator am Zentrum für Umwelt und Nachhaltigkeitsforschung (COAST). „Natürlich hält der Deich im Regelfall.  Doch die Menschen sollten die Gefahren kennen und wissen, wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen.“  Neben Sturmfluten kann außerdem Starkregen zu Hochwasser diesseits des Deiches führen. Denn große Teile der hiesigen Küstenregion, etwa in Ostfriesland, liegen unterhalb des Meeresspiegels. Experten sprechen daher längst von Hochwasserschutz.

In einer Reihe von Projekten befassen sich Oldenburger Wissenschaftler seit Jahren damit, wie sich Küstenregionen an den Klimawandel anpassen können. Dazu gehört neben dem Schutz durch Deiche das Vorbeugen – etwa, indem alte Deichlinien in Schutzkonzepte einbezogen oder tiefer liegende Gebiete beispielsweise nur im Sommer als Weideland genutzt werden. Eine weitere wichtige Säule ist der Katastrophenschutz: Gibt es Evakuierungspläne? Sind Erdkabel für Strom sicher vor Hochwasser? Auch für die Zeit nach einer Katastrophe müssen die Regionen vorbereitet sein, betont Klenke, etwa um das Ausmaß von Schäden zu reduzieren. 

Wie sich Küstenregionen anpassen können All diese Aspekte müssen eingebettet sein in die entsprechenden räumlichen Bedingungen, ergänzt er: Wie ist das Ökosystem beschaffen? Liegt die betroffene Region in der Stadt oder auf dem Land?  Und wie sind die gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Bedingungen? Diese vielschichtigen Zusammenhänge betrachten COAST Forscher derzeit in dem Projekt FRAMES (Flood Resilient Areas by MultilayErSafety) – am Beispiel ganz unterschiedlicher Regionen im Nordseeraum. „Unser Ziel ist, die ‚flood resilience‘, also die Widerstandsfähigkeit einer Region, in allen Bereichen zu verbessern“, sagt Küstenforscher Klenke.

Presse & Kommunikation (pr6vmesse@uol.devq) (Stand: 07.11.2019)